Reiner Vokabelstreit.

Naclador, Göttingen, Mittwoch, 06.01.2021, 11:40 (vor 51 Tagen) @ Weiner748 Views

Moin Weiner,

genau, das Leben muss, so es nicht "abstürzen" will, die Balance halten, was das Gleiche ist wie seine Urschuld zu bedienen. Ich finde das debitistische Bild keineswegs unpassend. Der Lebenkomplex ist sich selbst seine Erhaltung schuldig, kann er sich nicht mehr refinanzieren, so geht er in Konkurs, er stirbt.

Die debitistische Sichtweise hat dabei den Vorteil, dass sich das Phänomen des Wirtschaftens zwanglos als Folge von Refinanzierungsprozessen ergibt, während ich aus Deiner Lesart solche Ableitungen nicht vornehmen kann.

Im Übrigen ist es nicht die Energie allein, die für uns Lebenkomplexe entscheidend ist, sondern der Energiegradient. Wir benötigen Quelle und Senke, um unsere Komplexität gegen die Entropie zu verteidigen. Unsere Sonne ist eine kleine Insel des Überflusses in einem unendlichen Meer aus Mangel.

Gruß,
Naclador

--
"Nur die Lüge benötigt die Stütze der Staatsgewalt. Die Wahrheit steht von alleine aufrecht."
Thomas Jefferson


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.