Selbstversorgung aus dem Garten - mit Geld?

Dan the Man, Nordhessen, Dienstag, 05.01.2021, 08:36 (vor 56 Tagen)3932 Views

Guten Morgen allerseits,

es gibt sicher einige Leute, die sich zumindest teilweise aus ihrem Garten selbst versorgen. Mir geht es hier aber nicht um das Anpflanzen und Düngen, sondern um den wirtschaftlichen (und rechtlichen) Aspekt, deshalb ist dieser Beitrag in diesem Forum hoffentlich angebracht.

Ich verfolge seit längerem, was Leute tun, um sich nebenbei oder vollständig etwas auf ihrem eigenen Grund und Boden zu verdienen. Ich selbst bin kein Praktiker, da ich oft wechselnd im Ausland und in D gelebt habe. Aber ich habe, was ich woanders gesehen habe, beobachtet und mir gemerkt. In entsprechenden Online-Gruppen zum Gärtnern ging es auch um die Frage, damit Geld zu verdienen, und ich habe mich mit meinen Beobachtungen und "Empfehlungen" ab und zu eingebracht.

Ergebnis: Praktisch alle Möglichkeiten wurden zurückgewiesen, da es rechtlich nicht möglich ist, oft aufgrund von EU-Vorschriften.

Einige mehr oder weniger ungewöhnliche Sachen, die diskutiert wurden:

- Pilze im Keller züchten (Contra: Kaum möglich wegen Vorschriften)
- Kompostwürmer für Wurmkompost (contra: laut Landwirtschaftsbehörde illegale Abfallentsorgung)
- Kompostwürmer als Hühnerfutter (Abfall darf nicht in die Nahrungskette gelangen, Würmer werden mit Gemüseresten gefüttert, darf nicht sein)
- Energieholz (wer genug Fläche hat, bekommt Probleme mit der Widmung, Grünland usw.)
- Weihnachtsbäume auf ungenutzten Flächen unter Stromleitungen (Förster: Vergiss es, niemand kauft einen Baum, der unter Hochspannungsleitungen gewachsen ist)
- Microgreens oder Sprossen (Contra: Riskant wegen möglicher Bakterien)
- Eier (contra: ?. An der Straße kann man Geld einwerfen und sich eine Packung Eier mitnehmen, scheint nicht verboten zu sein, ebenso Honig und Kartoffeln)
- Beeren (contra: ?)
- Marmeladen (enge Vorschriften, sobald etwas verarbeitet wird, Küche, Zubereitungsräume)
- Kräuter anbauen oder Wildkräuter sammeln (contra ?)

In diesen Zeiten, wo viele in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht sind, steigt das Interesse an obigen Möglichkeiten, jedenfalls scheint es mir so. Wo geht die Reise hin? Kann man Leuten noch empfehlen, über so etwas nachzudenken? Oder werden die Fesseln immer fester angezogen? Nach dem Great Reset von Klaus Schwab wird so etwas ja überhaupt kein Thema mehr sein.

Ich hatte mich aus den Diskussionen zurückgezogen, weil ich aufgrund der ständigen Einwände (das ist nicht erlaubt - oder - das bringt nix) die Lust verloren habe. Ich werde aber immer wieder auf das Thema zurückgebracht, und nach der langen Beschäftigung damit bleibt das Interesse daran.

Ich würde gerne gute Tipps geben, wenn ich gefragt werde. Sollte ich aufgrund der vielen Einwände nur noch den Ratschlag geben: Warte auf das Grundeinkommen? Gibt es noch Lücken, wo Leute mit Initiative die Ärmel hochkrempeln können?

Danke
DH

PS: Es gibt auch zahlreiche Videos zu diesem Thema, unten einige Beispiele. Auffallend ist, dass die meisten aus dem Land der Freien kommen. Im Gegensatz dazu die Einschränkungen in Europa, wie etwa in Frankreich: Anbauen von Brennesseln (sehr nahrhaft, viele gesundheitliche Anwendungen) strengstens verboten, ebenso wie das Sammeln, Nutzen, Verarbeiten und sogar das Verbreiten von Infos über Brennesselsalat usw. ist bei Strafe verboten.

Pilze
https://www.youtube.com/watch?v=NdGf8m2CC8s

600 Hühner, 300 Eier pro Tag
https://www.youtube.com/watch?v=IWChH9MHkHg&t=519s

Kräuter
https://www.youtube.com/watch?v=shcOqt3z4wc

Knoblauch
https://www.youtube.com/watch?v=7IK2WBJ5sA4&t=90s

Kompostwürmer
https://www.youtube.com/watch?v=OgWY_AWrcK8

Die Liste ist endlos, man kann suchen mit "Growing for profit"


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