Ja, das Modell bildet die Realität perfekt ab

Hardy, der Student, Mittwoch, 07.10.2020, 13:45 (vor 477 Tagen) @ BerndBorchert1980 Views

Du sagst, der Staat produziert die Geldscheine physikalisch (drucken) und danach gehören sie ihm mit ihrem aufgedruckten Wert. Oder? Und dann leiht er dieses Geld der ZB? Warum gibt er es nicht aus für seine vielfältigen Verpflichtungen?

Ja, genau, der Staat ist der Ersteigentümer. Das Geld ist sein Monopolprodukt. Eigentlich völlig uninteressant für die Leute, praktisch nutzlos.
Dann kommt der entscheidende Moment, der Staat verschickt Steuer- bzw. Abgabenbescheide und fordert ... genau dieses Monopolprodukt, sein Monopolgut.
Bomm!
Schlagartig werden ganz banale Zettel höchst begehrt, jeder versucht, solche Zettel zu bekommen. Anfangs die Steuerpflichtigen, aber was müssen die Steuerpflichtigen machen?
Sie müssen schöne Waren auf dem Markt anbieten, und das zündet den Turbo:
Will ich auch haben, was braucht man, um die schönen Dinge zu kaufen?
Na, Geld, die schönen Zettel. Und schon jagen alle dem Geld hinterher.

Nun, warum gibt man dem Finanzminister das ganze Geld nicht direkt in seine Haushaltskasse?
Man könnte das tun, es ist echtes Geld, der Finanzminister könnte damit bar bezahlen.

Aber würden Finanzminister und seine Regierung eine solide Geldpolitik betreiben?
Die Gefahr ist groß, dass Regierung und Finanzminister, gerade auch vor Wahlen, übertrieben viel Geld ausgeben würden. Und schon galoppiert die Inflation.

Deshalb der Trick mit der Zentralbank, quasi eine ausgelagerte Regierungsabteilung, die für eine solide Geldpolitik sorgen soll.

Kauft die Zentralbank die Staatsanleihen des Staates, dann wird's gefährlich, dann liegt Inflation in der Luft. Im Ergebnis ist das nämlich nichts anderes, als wenn der Finanzminister doch direkt auf das Staatsgeld zugegriffen hätte.

Hardy, es ist einfach nicht so. Es ist für die Münzen so, aber nicht für die Geldscheine.

Doch, gilt für Münzen, Geldscheine und kommende eCoin.

Wer ist in der Beweispflicht? ich finde, Du. Kannst Du belegen, dass die Geldscheine nach der Drucken dem Staat gehören? Wieviel darf er sich drucken?

Ich meine, dass ich meiner Beweispflicht nachkomme, mit meiner Argumentation lassen sich alle beobachtbaren Phänomene klar und deutlich erklären.
Ganz wichtig ist dabei das Phänomen, dass die Zentralbank die Scheine nicht einlösen muss, dann können es unmöglich Banknoten sein. Das ist ein Widerspruch in sich.

Der Staat kann sich beliebig viel Geld drucken, wenn er es nur in den Tresor der Zentralbank legt. Das Drucken ist doch nicht gefährlich, auf die Verwendung kommmt es an.


Sagt Dir Weissgarnix was? Für mich einer der drei ganz großen Geister, Tassie und Dottore dazu.
Ich nutze die Gelegenheit, mich bei Weissgarnix zu bedanken, für die vielen spannenden Diskussionen und auch für diesen netten Beitrag von ihm:

https://www.dasgelbeforum.net/index.php?id=437198

Doch, doch, lieber Weissgarnix, Schatzkammer im Wortsinn.
Schatzkammer, staatlicher Geldbunker, staatlicher Geldvorrat. Da lagert echtes Geld, echtes Abgabengut. Deswegen wird es auch höllisch gut bewacht.


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