Die Zentralbank zahlt die Geldscheine nicht einfach aus, sondern sie verlangt dafür ein Pfand in gleicher Höhe, normalerweise eine Staatsanleihe des betreffenden Staates

BerndBorchert, Sonntag, 04.10.2020, 10:13 (vor 596 Tagen) @ Hardy, der Student2716 Views
bearbeitet von BerndBorchert, Sonntag, 04.10.2020, 10:58

So kommen die Geldscheine in die Welt. Wobei ich vereinfachend unterschlage, dass zuerst das ZB-Geld Guthaben bei der ZB für den Empfänger (nur Banken) um den Betrag erhöht wird, das dann in Geldscheinen ausgezahlt werden kann.

Insofern ist eine ZB eher eine Tausch-Börse "Geldscheine gegen Anleihen" als ein Auszahlungsinstitut.

Das mit dem Pfand vergisst Du - oder weißt es nicht, obwohl Du schon so lange hier Mitglied bist.

Rein formal ist es kein Pfand-, sondern ein Verkauf/Rückkauf-Geschäft (Repo) - was auf's Gleiche hinausläuft.

Der Staat ist gar nicht beteiligt an dem Geschäft: durch das Auszahlen der Geldscheine oder ZB-Guthaben bezahlt er nicht seine Rechnungen/Verpflichtungen - keinen Cent! Er ist nur indirekt beteiligt, indem er nämlich die ZB beaufsichtigt, und indem seine Staatsanleihen (Schuldscheine) das bevorzugte Pfand darstellen. Und am Ende des Jahres bekommt er aus dem trockenen Gebühren-Geschäft der ZB den Gewinn, der wahrscheinlich - wie das Münzregal - so in der Höhe der Einnahmen aus Hundesteuer ist.

Mit den Krypto-Euros wird es genau so laufen wie mit den Geldscheinen: nur wer eine Staatsanleihe als Pfand abgeben kann, bekommt frische Krypto-Euros von der EZB.

Bernd Borchert


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