Wo kommt der Staat her?

Mephistopheles, Datschiburg, Samstag, 03.10.2020, 08:42 (vor 420 Tagen) @ Hardy, der Student2049 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Samstag, 03.10.2020, 08:47

Geld = Abgabengut
Geld ist das, was der Staat als Zwangsabgabe fordert.

Historisch falsch. Es gab keinen Staat, wie man in der Geschichte Deutschlands sehr gut nachvollziehen kann. Auch bei den Besserdeutschen, die normalerweise als Schweizer bekannt sind, sehr gut nachvollziehen.

Geld ist dabei natürlich nur ein Oberbegriff, konkret geht es dann um Gerste, Gold, Silber, Franken, Dollar, Euro usw.

Gerste, Gold, Silber sind Waren und die hat der Staat eben nicht.

Staatsgeld kommt originär vom Staat.

kommt nicht originär vom Staat, weil es der Staat eben nicht hat. Der Staat kommt auch nicht originär, sondern ==> frag mal die Eidgenossen.

Würde z.B. der Staat Schweiz demnächst Bitcoin als Zwangsabgabe fordern, dann wären Bitcoin plötzlich Geld.

Geld, aber kein Staatsgeld, weil die Bitcoin nicht originär vom Staat kommen.
(Keine Sorge, das wird nicht passieren, es war nur ein Beispiel.)

Nichts kommt origimär vom Staat. Damit wiederlegt sich dein Staatsgeld.

Am Beispiel Schweiz kann man sich das alles ziemlich gut verdeutlichen.
Nehmen wir als erstes die bekannten Münzen der Schweiz, ich nenne es mal das Schweizer Kleingeld. Dieses Kleingeld, diese Geld-Münzen, kommen direkt vom Staat, wenn der Staat es möchte, dann könnte er diese Geld-Münzen direkt in Lohntüten an seine Arbeitnehmer geben.

Kommt nicht direkt vom Staat, weil diese Münzen erst produziert werden müssen. Bei den Griechen und den Römern war es so: Sie hatten Sklaven. Und diese Sklaven haben sie in die Silberbergwerke geschickt. Aus dem Silber wurden dann Denare geprägt.
Kam also nicht vom Staat.

Dem Staat entstehen dabei keine Schulden, erst schuldet der Staat den Arbeitnehmern Geld, dann zahlt er mit Geld und ist danach frei von Schulden.

Wird nicht akzeptiert. Niemand ist bereit, für das Staatsgeld Arbeit zu leisten. Ergo ==> Wiedereinführung der Sklaverei.

Wir sehen: Wenn der Staat will, dann kann er für sich selber Geld produzieren und damit seine Geldschulden begleichen.

Kann er nicht, weil dieses Staatsgeld nicht als Schuldentilgung akzeptiert wird. Siehe Geschichte der Assignaten. So lange die Assignaten noch von den - mit historischer Verspätung von 200 Jahren beschlagnahmten Kirchengütern gedeckt waren, hat es recht gut funktioniert. Die Engländer haben das unter Heinrich VIII. 200 Jahre früher genau so gemacht. Die Deutschen folgten 1803 oder 1806 mit der Säkulatrisation.

Das "Staatsgeld" kam also mitnichtem vom Staat, sondern war mit Grund und Boden gedeckt. Allerdings hatten die Franzosen, als sie die Kirchengüter beschlagnahmten, gerade eine Demokratie und die Gier der Demokraten ist unersättlich. Sie gaben also mehr Assignaten aus, als Kirchengüter vorhanden waren. Das führte zur ersten Inflation in der Neuzeit.

Geld wird produziert und steht ab dann zur Auszahlung bereit.

Geld wird enben nicht produziert. Der Staat hat weder Grund und Boden geschaffen noch Silber, mit dem der $ ursprünglich gedeckt war.

Geld wandert, bei korrekter Darstellung, immer von Kasse zu Kasse, beim Lohntütenbeispiel von der Kasse des Staates zur Kasse der Arbeitnehmer.

Geld wandert nicht. Jeder sieht zu, hat er einmal Geld in seiner Tasche, das es auch darin verbleibt.
Deswegen wentstand auch der auch der Beruf der Taschendiebin, den Daniel Defoe in seinem Roman Moll Flanders so schön beschreibt.

Wenn praktisch jeder ein Girokonto hat, dann ist es sinnvoll, Lohn/Gehalt zu überweisen.

Wo kommt Lohn/Gehalt denn her? Bevor man es überweisen kann, muss man es erst einmal haben, sagen die Schwaben.
Ich lasse den Schmarrn (dein Kleinkindermärchen) nur zu Dokumentationszwecken stehen.

Wie geht man also vor? Nun, der Staat Schweiz zahlt das Kleingeld, die Münzen, bei der SNB (Schweizerische Nationalbank) ein und erhält dafür eine Gutschrift auf sein Girokonto.

Der Staat zahlt nichts ein, weil er nichts hat. Da eben diese Voraussetzung schon falsch ist, kann man sich den Rest von deinem Text als Geschwurbel auch sparen.

Die SNB hat dann aktiv die Münzen und passiv Giroverbindlichkeiten beim Staat.
Der Staat überweist Lohn/Gehalt an die Arbeitnehmer, diese erhalten entsprechende Giroguthaben bei ihren Banken.

Ob es überhaupt zu weiteren Geldzahlungen kommt, entscheiden letztlich die Arbeitnehmer, die Arbeitnehmer können es beim Giroguthaben belassen und ihrerseits Überweisungen tätigen.
Die Arbeitnehmer können aber auch die Auszahlung von Schweizer Franken verlangen.

Bis hierher haben wir nur Kleingeld im Spiel, die Münzen.

Bevor wir uns nun dem "Großgeld", also den 10- bis 1.000-Frankenscheinen zuwenden, stelle ich eine wichtige Frage:

Muss der Staat Schweiz das Kleingeld in Form von Geldmünzen in Umlauf bringen?
Die Antwort lautet nein, der Staat Schweiz könnte das Kleingeld ohne weiteres auch in Form von Geldscheinen in Umlauf bringen.

Geldmünzen und Geldscheine sind direkt und unmittelbar gegeneinander austauschbar!
Physisch sind Geldmünzen und Geldscheine verschieden, als Franken sind sie aber gleich.

Geldmünzen sind keine Banknoten, Geldscheine sind aber auch keine Banknoten!

Mit diesem Wissen kann man sich ganz entspannt den großen Geldscheinen zuwenden, auch bei denen gilt, soviel sei vorab verraten:

Geldscheine und Geldmünzen sind direkt und unmittelbar gegeneinander austauschbar.

Fortsetzung folgt.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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