Die Nation war nie weg und wird nie weg sein

Andudu, Freitag, 22.01.2021, 17:23 (vor 112 Tagen) @ Miesepeter1037 Views
bearbeitet von Andudu, Freitag, 22.01.2021, 17:29

Der neue Aspekt ist lediglich, dass im Westen der Teil derjenigen, die "reine
Manövriermasse" sind bzw deren Lebensstandard abnimmt, zunehmend grösser wird,
während in anderen Teilen der Welt sich mehr Leute deutlich in ihrem Lebensstandard
verbessern.

Ja, weil diese Staaten sich i.d.R. mit Dumping zu Investitionszonen gemacht haben. Ob sie den Wohlstand beibehalten können, wird wesentlich davon abhängen, wie nationalistisch und weitblickend sie agieren. Die nächste Dumpinghaltestelle liegt ja immer vor der Tür.

Das war nie anders zu erwarten. Wenn man eine Talsperre aufmacht, wird sich der
Wasserstand auf beiden Seiten mit der Zeit angleichen, und für den vormals
höherliegenden Stand bedeutet das ein vorhersehbares Absinken.

Das Beispiel hinkt, weil "Wohlstand" eben keine fixe Größe ist.

Man könnte genauso argumentieren, dass, wenn statt 80 Mio Menschen plötzlich 800 Mio Menschen produzieren und erfinden, der Wohlstand für alle zunimmt. Die einzigen Gründe die dagegen sprechen, sind begrenzte Rohstoffe, und das Geldsystem. Oder anders ausgedrückt, die Möglichkeit unausgeglichene Leistungsbilanzen zu haben, die dazu führen, dass ein Dumpingland per Exportüberschuß die Produktion anderer Länder kaputt macht.

Wenn nicht mehr 1 Milliarde Menschen verteilt über 30 Länder miteinander
im Wettbewerb stehen, sondern 7 Milliarden Menschen in 192 Ländern, dann
nimmt der Wettbewerb zu. Wer dann erfolgreich sein will, muss zulegen.

Es ist, wie oben schon geschrieben, eine Frage des Leistungsbilanzausgleiches. Ein Land, welches nicht mehr liefert, wird unter Umständen von zu importierenden Rohstoffen abgeschnitten oder auch vom neuesten Stand der Technik, aber in Verelendung muss das noch lange nicht resultieren, wenn die Politik ein bisschen Weitblick hat. Das sieht man gerade an den USA die sich locker selbst versorgen könnten und die auch mal als Exportnation angefangen haben (und deren aktueller Technologiesektor auch in erster Linie auf nationalistischen Investitionen des tiefen Staates basiert).

hinaus mitbestimmen möchte. Denn der steht nun im Wettbewerb mit all
denen auf der ganzen Welt, die das auch möchten.

Ja, genau wie ich schrieb. VORAUSGESETZT die Politik ist klug genug und sorgt für einen ausreichenden Schutz des Landes (oder intelligenten Investitionen mit der Geldpresse), wenigstens in dem Fall, wenn das Land nicht wettbewerbsfähig ist. Leider ist es oft so, dass Politiker hundsdämliche korrupte Idioten sind, die dann das Land verschulden, während die Bauern ihre Güter zu ungünstigen Weltmarktpreisen abschlagen, die aber immer noch zu hoch sind, als dass die eigene Bevölkerung sie sich leisten könnte.

Wenn man ein Land aufbauen möchte und nicht die Größe und den IQ Chinas hat, dann kommt man um ein gewisses Maß Protektionsmus und Nationalismus normalerweise nicht herum. Den aber verbietet die westliche Ideologie.

"Die Chinesen haben mitgespielt, sich ausreichend geöffnet und angeboten."

Außer Billiglöhnen haben die nichts angeboten. Sie haben sich zur Investitionszone gemacht und über joint-venture-Zwang, Geldpresse und Devisenaufkauf sorgten sie dafür, dass sie davon nicht mehr abhängig sind. Dem asozialen globalen Wanderkapital ausgesetzt zu sein, ruiniert nämlich früher oder später jede Volkswirtschaft wieder, die sich nicht zu schützen und stabilisieren weiß. Zumindest stagniert irgendwann der Wohlstand, trotz steigender Produktivität.

Die Nation wird m.E. in naher Zukunft ebensowenig zurückkommen wie die
Fürsten- und Königtümer des 19. Jhdt. auf deutschem Gebiet, vermutlich
werden diese in Zukunft sogar eher zurückkommen als die Nation.

Die Nation war nie weg und wird nie weg sein. Oder glaubst du, die Chinesen werden demnächst in "übergeordneten Strukturen" aufgehen wollen?

Nicht die Bohne. Die Amis haben ihre Nation (zumindest zeitweise) aufgegeben und dieses Zeitfenster haben die Chinesen genutzt um sich reinzudrängeln.

"Solange die nachwachsenden jungen Menschen ihr Heil in globalistischen
Ideen sehen, wird diese Entwicklung weitergehen. Solange, bis entweder
weite Teile der Bevölkerung sich aus der Globalisierung ausklinken und
Alternativen leben - unter Verzicht auf die Produkte des Globalismus

Das ist keine freiwillige Veranstaltung und es wird niemals rein aus Idealismus in der Breite passieren, auch das kann man schon prognostizieren. Das ist auch keine Frage der jungen Leute, sondern eine des Wohlstandes, erst wenn Letzterer weg ist, fangen die Leute an sauer zu werden und ernsthaft nach Alternativen und Lösungen zu suchen.

"Globalisierung an ihrer eigenen Last/Komplexität zusammenbricht"

Sie ist ja auf dem besten Weg dahin...


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