coincidentia oppositorum

Oblomow, Leipzig, Montag, 27.07.2020, 12:28 (vor 18 Tagen) @ NST635 Views

Komme gerade vom Joggen. Laufe immer so ca. 1h. Manchmal, ab Minute 40 oder so, laufe nicht mehr ich, sondern es läuft mich. Passiert nicht immer, nur manchmal. Ich weiß dann garnicht wie ich dort hingekommen bin, wo ich gerade mich befinde.

Bei den meisten tut sich nichts, wenn sie nichts tun. Deswegen tun sie immer etwas. Was Du über die Langeweile sagst, ist juut. Das Verhältnis zur Langeweile ist überhaupt das Distinktionsmerkmal. Überall ist das Smartphone, sodass die Langeweile verschwindet, die aber notwendig ist, um überhaupt gesund zu sein. Langeweile ist wie Schlaf, da kann man regenieren.

Wenn jemand sagt, ihm ist nicht/nie langweilig, da weiß man gleich, wes Geistes Kind derjenige ist. Seinslage des Menschen: Langeweile, Unruhe, Unbeständigkeit. Man inkubiert gleichsam. Deswegen hat Aristoteles auch von der so wichtigen Melancholie bei kreativen Menschen gesprochen.

Blub.

Herzlich
Oblomow

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"Der Geist wird erst frei, wenn er aufhört, Halt zu sein."


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