Schöne Replik

Phoenix5, Freitag, 18.09.2020, 21:58 (vor 41 Tagen) @ Miesepeter686 Views

... solche Texte vermisst man schmerzlich. Wir stimmen im Prinzip bei den meisten Punkt überein.


Die wenigen Diskrepanzen:

Aber soweit ging mein Ausgangsgedanke gar nicht. Ich wollte nur darauf hinweisen, dass nichts dagegen spricht, die Notenbank etwa zu privatisieren UND gleichzeitig ihr Monopol auf Geldausgabe beizubehalten, oder aber dieses Monopol auf ein privates Unternehmen zu übertragen. Das Geld muss also nicht vom Staat kommen, aber es muss von ihm sanktioniert sein.

Da würden die Verschwörungstheoretiker aber hüpfen, die ja bereits heute glauben, dass die Fed ein Privatunternehmen ist, das den Zins für ihr verausgabtes Geld einbehält (während er in Wahrheit an den Staat ausgeschüttet wird). Bei einem Privatunternehmen wäre das aber dann tatsächlich so? Ich frage mich auch, wie lange es wohl dauern würde, bis der Staat und seine Dienste Einfluss auf diese private Zentralbank nehmen würden. Wohl nicht lange, wenn man wiedergewählt werden will und der Zins deshalb runter soll.

Warten wir es mal ab. Ich sehe noch allerhand Möglichkeiten der Geldpolitik, sowohl spätere inflationäre Effekte wieder einzubremsen (wenn nicht über höhere Zinsen, so zb über höhere Mindestreservesätze) als auch weitere Verschuldungspotentiale zu bedienen. Insbesondere wenn die Politik das tut, was ihrem Wesen entspricht, nämlich die Wirtschaftenden zum Wirtschaften zu zwingen.

Ich kann mir das deshalb nicht vorstellen, weil es nach dieser Krise noch weniger Eigentum bei den Leistungsträgern geben wird. Wenn man zu sehr von der monetären Seite her argumentiert, übersieht man diesen Punkt oft. Die Notwendigkeit einer breit gestreuten Eigentumsverteilung als Beleihungsbasis. Mephs Sklavenarbeit wäre natürlich ein Ausweg.

Ich bleibe aber so bescheiden, dass ich es trotz der Tatsache, dass Phoenix5 und Misespeter aus dem DGF ausser Geldwirtschaft und Gewaltwirtschaft keine weitere Wirtschaftsform kennen, die entfernte - wenn auch nur theoretische - Möglichkeit besteht, dass im Verlauf der weiteren Geschichte eine Jahrtausendgenie daherkommt mit einer weiteren Variante. Schliesslich hat es auch erst über 2000 Jahre mühsames Gepäckschleppen bedurft, ehe die Rollkoffer endlich erfunden wurden.

Man soll immer offen für solche Möglichkeiten bleiben, um nicht dogmatisch zu verkrusten. Da bin ich ganz bei dir.

Beste Grüße
Phoenix5

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Ein Buch für Keinen - Der Kapitalismus nach Paul C. Martin


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