Was unterscheidet dann die Wörgeler von damals grundlegend von Firmen wie Amazon heute?

Linder, Freitag, 18.09.2020, 07:15 (vor 41 Tagen) @ Mephistopheles783 Views

Amazon und andere Großkonzerne zahlen auch (so gut wie) keine Steuern. Einige lassen sich sogar noch staatlich bezuschussen, bekommen in Summe demnach noch eher etwas raus.
In Wörgl nannte man das illegal, bei uns heute ist es gängige Praxis und legal. Natürlich nur für ein paar Ausgesuchte. Sind sie "systemrelevant" wie so manche Banken?

Was ist also sinnvoller, unser Schundgeld (Fiat) oder besagtes Schwundgeld (selbstgedruckter Schilling)?
Die Arbeitslosigkeit in Wörgl war binnen kürzester Zeit Geschichte, die Fabriken wurden wieder eröffnet, allgemeine Infrastruktur instand gesetzt (Straßen, Brücken, öffentliche Gebäude) und die Leute hatten genug zum Leben. Welche Gemeinde, Stadt oder welcher Staat kann überdies mehr leisten?

Einzig was dieses Geld nicht leisten konnte war Wertaufbewahrung. Verglichen mit der Geldmengenausweitung derzeit, können das €,$,£, usw. allerdings auch nur bedingt, das sieht man an der Teuerungsrate und nicht zuletzt am Goldpreis, wenngleich Letzterer nicht 1:1 als Wertmaßstab dient, weil Angebot und Nachfrage den Preis mit beeinflussen.

Die Frage bleibt dennoch im Raum stehen: Angenommen das Geldexperiment wäre nicht (durch Banker) beendet worden, wie lange hätte es weiter funktioniert?
Ich behaupte, sehr lange, trotz faktischem Minuszins. Mindestens so lange, wie die Gemeinde kein Handelsbilanzdefizit erwirtschaftet hätte. Meiner Meinung nach ist genau das der Knackpunkt.

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Niemand hat die Absicht eine Maske zu tragen!


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