'Die Evolution' gibt es gar nicht, und deshalb ...

Weiner, Dienstag, 08.06.2021, 22:21 (vor 12 Tagen) @ Mephistopheles1156 Views

... kann 'die Evolution' auch gar nichts tun, werter Mephistopheles. Vielmehr ist 'die Evolution' nur eine VORSTELLUNG des Menschen darüber, wie 'die Natur' (auch nur eine Vorstellung ...) bei der Fortpflanzung und beim Formwandel von ARTEN 'funktionieren' könnte.

[Im Gegensatz zu Deiner Behauptung gibt es auch kein Hauptbuch der Evolutionstheorie, sondern sie ist ein noch nicht abgeschlossenes, in vielen Bereichen bewährtes, in anderen noch stark umstrittenes Theoriengebäude].

Tötung von Artgenossen, offenbar eines Deiner Lieblingsthemen, ist in der Biologie durchaus verbreitet. *) Sogar Selbstaufopferung findet man.**) Eine systematische, massive und radikale Ausrottung von Artgenossen (natürlicherweise angelegt, d.h. als evolutionäres Konzept) dagegen ist mir unbekannt. Gerne lerne ich aber hinzu (könnte sein, dass es bei sozialen Insekten so etwas gibt).

https://en.wikipedia.org/wiki/Macrotermes_bellicosus (leider nicht auf Deutsch)
https://www.zootier-lexikon.org/index.php?option=com_k2&view=item&id=6679:isopt...
https://www.pr.uni-freiburg.de/pm/online-magazin/forschen-und-entdecken/termitenkoenigi...
https://link.springer.com/article/10.1007/BF02224056

Ich halte es für denkbar, dass in einer bestimmten Phase seiner Entwicklungsgeschichte der Mensch zur Selektion von besonders aggressivem Verhalten gedrängt wurde (durch zunehmende Bevölkerungsdichten?). Dagegen sind für mich die Entwicklung des Krieges, der Folter, der Sklaverei, des Staates etc. rein geschichtlich-kulturelle, also keine biologischen Phänomene. Deswegen kann der Drang zum Krieg etc. nach meiner Auffassung auch nur auf der 'kulturellen' Ebene gelöst werden, etwa durch soziale Verhaltenssteuerung (wofür man allerdings Kenntnis der biologischen Grundlagen haben muss).

Möglicherweise war ich einer der ersten auf diesem Forum, der mit einer gewissen Schärfe darauf hingewiesen hat, dass die Mächtigen dieser Erde sich einen Dreck um die Menschheit scheren - und dass einige von Ihnen ganz gezielt auf Depopulation hinarbeiten. Ich habe dies mit zynischen Begriffen getan, aber stets (so hoffe ich) im Ton der Warnung sowie mit dem Bestreben, die Kälte dieser Mächtigen sichtbar zu machen (und damit auch ihre Unerbittlichkeit in diesem Bestreben).

Was mich bei Dir stört und mir Anlass war, hier einen Beitrag zu schreiben, sind jene Deiner notorischen Einwürfe, die darauf hinauslaufen, die Depopulation zu begründen und zu rechtfertigen - als wärst Du einer der Mächtigen. Du tust dies mit den verschiedensten Argumenten, etwa dass die Tötung von Artgenossen natürlich sei (PSEUDO-evolutionsbiologische Begründung) oder sich empirisch aus der Kulturgeschichte ergebe (PSEUDO-historische Begründung). Manchmal sind Deine Argumente auch komplett spekulativ, wie etwa neulich mit der 'Notblüte' der Menschheit kurz vor ihrem endlichen Untergang. Alle Deine Argumente wären sehr leicht zu zerrupfen oder zu entkräften. Ich mische mich aber in die Diskussion nicht ein, weil es Dir ganz offensichtlich nicht um die leidenschaftliche intellektuelle Auseinandersetzung und die Annäherung an die Wahrheit geht (verbunden mit der Suche nach Problemlösungen), sondern wahrscheinlich nur um die Absonderung überwiegend destruktiver Gedanken.

Oft sind Deine spitzen Einwürfe erheiternd und witzig, gelegentlich sogar genialisch, im Gesamtzusammenhang ihrer Ausrichtung beurteile ich sie (für mich und in der beschriebenen Weise) aber negativ.

Mit Bedauern, mit der Bitte um Nachsicht (falls mit diesem Beitrag Grenzen der Forums-Etikette überschritten worden wären) und mit freundlichen Grüßen,

Weiner

*) Der folgende Artikel von Konrad Lorenz ist durch die zwischenzeitliche Forschung überholt (siehe nächster LINK), aber bietet doch eine Basis und Anregungen zum Nachdenken: http://klha.at/papers/1955-DasToeten.pdf

https://www.ds.mpg.de/77542/01

**) https://de.wikipedia.org/wiki/Altruismus#Evolutionsbiologie

https://de.wikipedia.org/wiki/Gruppenselektion

allgemein:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/verhaltensbiologe-norbert-sachser-warum-tiere-nich...


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