Dezentrale Strukturen im Wettbewerb, um die besten Ideen, aber auch im befruchtenden Austausch, weil man ja oft gar nicht konkurriert

Morpheus ⌂, Freitag, 17.03.2023, 02:41 (vor 438 Tagen) @ Beo24014 Views

Hallo Beo2,

.. nirgendwo. Überall, auch in der wilden Natur, herrschen Gesetze und Einschränkungen, biologische und soziale. Wo evtl. ein "Herrschaftsvakuum" entstünde, dort wird es sofort mit Herrschaft (Dominanz, Kontrolle) gefüllt. Deshalb ist es extrem wichtig, WER die Macht (Herrschaft) im Staat und Gesellschaft besitzt .. zentral oder dezentral.

Das Problem ist, dass es zwei völlig getrennte Rechtskreise gibt. Einmal das Herrscher-Recht, das ein pures Sonderrecht ist, weil es ausschließlich auf Macht beruht, die man sich immer selbst genommen hat. In diesen Bereich des Rechts fallen heute als das Verwaltungsrecht und auch das Grundgesetz sowie die Gesetze zu Parteien, Regierung, Steuern etc.. Zum zweiten ist da das Zivilrecht, nach denen Firmen und Menschen untereinander gleichberechtigt und auf Basis von Freiwilligkeit und Konsens zusammenarbeiten. Diese Trennung in einen sonderberechtigten Bereich der Herrschaft und einen zum Gehorchen verurteilten Bereich der Freien (Wirtschaft), darf so nicht mehr weiter gehen und ist auch unnötig.


Hier meine Machttheorie:

_ 1) Es gibt keine "guten Herrscher", außer man ist es selber.

Herrschaft muss, abgesehen von der ersten Phase nach einer Machtergreifung immer schaden, weil Herrschaft nach ihre sicheren Etablierung immer zuerst für den Erhalt der Herrschaft investieren muss und erst an vielleicht dritter Stelle an das Volk denken darf. Denn sonst würden die Herrscher ihre Position als Herrscher gefährden, was stets mit Instabilität und Chaos endete.

_ 2) Macht dient hauptsächlich Demjenigen, ganz persönlich, der sie besitzt.

Ja, nur darum geht es. Das (Verfassungs-)Recht schafft die Strukturen, die sich Personen so selbst geschaffen haben, um die Menschen wie zuvor die Könige zu beherrschen. Aber heute wie früher ist alles dem Egoismus der handelnden Personen untergeordnet und Demokraten sind da wahrscheinlich noch schlechter und extremer als jeder König, weil letzterer vielleicht noch an die Machtbasis seiner Kinder gedacht hat. Aber alle Macht wird heute wie früher schon vom Volk ausgeübt (Polizei/Militär) nur die Befehle, die geben nach wie vor die Herrschenden, weil wir ihnen ihre Sonderrechte lassen, die ihnen die selbstgeschaffenen Strukturen geben. Wobei sich leicht nachweisen lässt, dass ebenfalls aus den egoistischen Motiven, ablösbare Herrscher von Generation zu Generation immer dümmer werden.

_ 3) Punkt 1 und 2 erklären vollumfänglich, warum überall um Macht so erbittert gekämpft wird .. auch im Tierreich.

Also im Tierreich kann ich das ehrlich gesagt so nicht erkennen. Es geht dort nicht um Macht, sondern um das Überleben der Stärkeren und Besseren. Aber bei den Menschen wird da insbesondere von der Ebene unterhalb der Macht extrem gekämpft. Und gerade diese Ebene ist es, die heute "den Laden im Griff hat". Es ist relativ egal, wer oberhalb dieser zweiten Ebene die Sprechpuppe ist.

ERGO: Macht kann nur dann "gemeinnützig ausgeübt" werden - also zum Nutzen Aller - wenn sie dezentral verteilt ist. Dies kann nur in einer Basisdemokratie der Fall sein.

Basisdemokratie ist auch nicht sinnvoll, weil Mehrheiten keine sinnvolle und zulässige Form der Entscheidungsfindung darstellen. Man könnte heute vielleicht in Deutschland per Mehrheitsentscheidung wieder Russen vergasen, wenn die Propaganda noch zwei Jahre so weiter arbeitet. Strukturen, die so etwas zulassen, sind unzulässig. Punkt.

Dezentrale Entscheidungsfindung muss auf einem jeweils kommunalen Konsens beruhen und darüber hinaus durch Zusammenarbeit "befreundeter Kommunen", dort wo es jeweils sachlich für alle beteiligten Kommunen sinnvoll ist, auf übergeordneter Ebene, ohne das den Kommunen übergeordnete Strukturen gebildet werden. Wobei es jeweils nur ein Rechtssystem oder einen Rechtskreis gibt, was einheitlich für alle Firmen/Personen gilt. Verwaltungen, mit Herrschaftsrechten gibt es nicht mehr.

So können wir nebeneinander Kommunen haben, die für Impfzwang sind und andere dagegen und welche die Migranten aufnehmen und dafür auch zahlen, und andere Kommunen, die das genau nicht machen. So können wir die Spaltung der Gesellschaft erst durch kommunales Trennen und dann über den (wirtschaftlichen/politischen/kulturellen) Erfolg (im Wettbewerb der Kommunen untereinander) nach und nach wieder herstellen, weil erfolglose Kommunen, sich die positiven Strukturen der erfolgreichen Kommunen abschauen werden.

Dieser lokale Wettbewerb hatte im Mittelalter bei der Entwicklung der Stadtrechtsfamilien schon einmal sehr erfolgreich zahlreiche Innovationen erzeugt, die sich weit bis nach Osteuropa verbreitet hatten. Einheitsrecht kann nicht richtig sein, weil die lokalen Voraussetzungen einfach nicht gleichartig sind. Aber für Herrschende ist Einheitlichkeit hilfreich ihre Macht zu erhalten und jeden Wettbewerb möglichst auszuschließen, damit niemand ihren Abgabenzwängen entkommen kann.

Grüße
Morpheus

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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.


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