Feuchte Stromfantasien von Klein-Erna - Extreme Bullshitting von Shitting Bull

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Freitag, 19.02.2021, 19:29 (vor 16 Tagen) @ day-trader1034 Views
bearbeitet von paranoia, Freitag, 19.02.2021, 19:38

Hallo day-trader,

er hat halt von Strom überhaupt keinen Plan.

Ich stelle mir gerade vor, wie DT von eine Horde Bauern mit Mistgabeln und Schrotflinten über die Felder gejagt wird, weil er mit seinem Zapfwellenstrom eine Stallsteuerung dazu bewegt hat, den "magic smoke" abzugeben.

Für alle anderen Interessierten:

Warum eigentlich faselt DT da gerade wieder Unsinn?

Den Strom den wir kennen, der aus der Steckdose kommt, die mit Netz des Versorgers verbunden ist liefert Strom in (noch *1) hoher Qualität.
Hohe Qualität bedeutet Frequenzkonstanz in einem engen Bereich um 50 Hertz.
Dass die Spannung mal schwankt, insbesondere unter 230V fällt, ist da eher nachrangig.
Fällt die Frequenz aus dem engen Band heraus, gehen zahlreiche elektrische Geräte kaputt.
Wenn zuviele Verbraucher da sind und die Erzeugung nicht mehr hinterherkäme, würde die Last der Verbraucher teilweise abgeworfen werden, weil Abschaltung weniger schlimm ist als falsche Frequenz - meistens jedenfalls. Eine Aluminiumhütte ohne Strom kann dann wohl ihre Anlage sofort abschreiben.

Diese Konstanz gibt es aber nur, weil eine ganze Armada von Kraftwerken auf jede Änderung der Stromnachfrage kurzfristig bis längerfristig reagiert.

Wenn zuviele Kraftwerke einspeisen als von den Verbrauchern benötigt, geht die Frequenz hoch. Dann kann auch ein Kraftwerk "abgeworfen" werden.

Jeder der schon mal Starthilfe gegeben hat kennt den Effekt:

Trotz Leerlaufregelung geht die Motordrehzahl des Spenderfahrzeugs herunter sobald man mit den Starthilfekabeln das Spenderfahrzeug mit dem "Empfänger" verbunden hat.

Wer sich ein komplettes Stromerzeugeraggregat kauft und auch schon benutzt hat, weiß:
Fordere ich mehr Leistung ab, geht die Drehzahl des Aggregats nach oben!

Das Aggregat kann die Mehrleistung nämlich nur über eine höhere Drehzahl aufbringen!

Es gibt also eine Regelung, die auf Lastwechsel ausgangsseitig reagiert, indem sie die Drehzahl des Aggregats verändert (Ich lasse hier mal das Thema synchron und asynchron außen vor *2).

Der Zapfwellengenerator hat keine Regelung! Er kann dem Schleppermotor nicht sagen, mal schneller zu laufen oder abzubremsen.
Und weil das so ist und die Beschaffenheit des Ausgangsstroms so sehr schwankt, hat der Zapfwellengenerator eine gut sichtbare Anzeige für Spannung, Strom und Frequenz!

Die Regelung besteht wohl darin, dass bei großer Last der Bauer auf den Schlepper steigt und das Standgas hochdreht und falls erforderlich auch herunter oder so ähnlich - bin weder Landwirt noch Bauer.

An den Zapfwellengenerator kann man relativ unempfindliche Elektrik dranhängen, z.B. die nächtliche Feldbeleuchtung aus Glühlampen.
Andere Elektrik zeigt bei einer solchen Versorgung dann schnell den oben genannten "magic smoke", quasi das elektrotechnische Pendant zur erfolgreichen Papstwahl.

Wer sich mit Elektrik nicht auskennt, sollte von Manipulationen seines Heimnetzes absehen und allenfalls ausgewählte Verbraucher nach Bedarf an sein Notstromaggregat dranhängen ohne das noch eine Verbindung zum Heimnetz besteht.

Ich wünsche Euch allen eine immer warme Bude und tröstet Euch: Mein Spike-Vorderreifen für's Rad ist auch erst jetzt angekommen (prozyklisches Handeln pur, nicht nur beim "großen Vorwegnehmer").

Gruß
paranoia

*1 Eine in Deutschland aktive politische Partei möchte das gerne ändern. :)
*2 Die 50 Hertz Netzfrequenz spiegeln wieder, dass der Generatorenpark der Kraftwerke mit dieser Frequenz dreht. Ein mobiles Aggregat nutzt teilweise andere Methoden der Stromerzeugung, die es erlauben, dass die Motordehzahl hochgeht ohne dass die Frequenz sich mitbewegt.

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


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