In der Mathematik ist es seit Carl Friedrich Gauß so, dass der, der das Problem nicht erkannt hat, unheimlich viel rechnen muss.

Mephistopheles, Datschiburg, Dienstag, 22.11.2022, 11:15 (vor 9 Tagen) @ paranoia1846 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Dienstag, 22.11.2022, 11:39

Hallo BerndBorchert,

die Anzahl der Toten pro Jahr in einer Population, wie Du sie unter

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/156902/umfrage/sterbefaelle-in-deutschland/

verlinkt hast, ist kein geeignetes Maß zur Ermittlung von Übersterblichkeit.
Wenn Du aber die erwartete Zahl von Toten (kannst Du ja auf Basis einer Sterbetafel berechnen) mit der tatsächlichen Zahl von Toten vergleichst, dann kannst Du die Differenz bilden und hast damit ein absolutes Maß für Über- bzw. "Unter"-sterblichkeit.

Dividierst Du das ganze durch die Standardabweichung der Toten, drückst Du die Über-/Untersterblichkeit als Vielfache einer Standardabweichung aus.

Wenn die Verteilung der Sterblichkeit einer Normalverteilung folgt, kannst Du Wahrscheinlichkeiten ableiten.

vereinfachtes Beispiel:

Standardabweichung der Toten: 30.000
Erwartete Tote im Bezugsjahr: 900.000
Tatsächliche Tote im Bezugsjahr: 990.000
Differenz= 990.000-900.000=90.000

=> Übersterblichkeit 90.000 Tote

Differenz/ sdv = 90.000/30.000=3

Eine Übersterblichkeit von 3 Standardabweichungen tritt nur in 99,7% der Fälle auf, als im Mittel circa alle 300 Jahre.

=> reiner Zufall, oder gab es einen Sondereinfluss?

Je größer der Quotient, desto unwahrscheinlicher ist es, dass es einfach nur Zufall ist...

Ich nehme einfach das Durchschnittsalter der Verstorbenen in einem Jahr und kann dann anhand dieser Zahl in Relation zu den vergangene Jahren feststellen, ob Übersterblichkeit vorliegt oder nicht.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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