Antworten

Miesepeter, Sonntag, 24.01.2021, 12:41 (vor 77 Tagen) @ Weiner808 Views
bearbeitet von Miesepeter, Sonntag, 24.01.2021, 12:50

Hallo!

Die einzigen Alternativen, die ich sehe: DeDe mit Ende Währungsreform oder Staatssozialismus, oder Vermögenssteuer einmalig von 50% zwecks Entschuldung, halte ich für nicht realisierbar. Es wird aufgeschuldet bis zum jüngsten Tag.


Warum muss die Vermögensteuer einmalig sein - geht nicht auch tröpfchenweise?
Warum muss es eine Vermögenssteuer sein - geht es nicht auch über Insolvenzen?

Hallo Weiner,

wenn man das Geldsystem über Insolvenzen abwickelt, bedeutet das kaskadierende Insolvenzenwellen, eine deflationäre Depression, die mit der Insolvenz ALLER endet, es sei denn, man zieht irgendwo bedingungslos die Red Line, (dann kann man sie auch gleich zu Beginn ziehen). Mehr als ein paar marginale Ausfälle nicht systemrelevanter Akteure hält eine Kreditpyramide nicht aus. Entweder der Zusammenbruch wird beizeiten aufgehalten, oder das Militär requiriert den Weizen beim Bauern und bringt ihn in die Stadt.

Tröpfchenweise geht auch nicht, denn die Zielstellung ist ja: Clean slate für systemrelevante Akteure, damit die von vorn anfangen und sich wieder neu verschulden können! Nicht Verzögerung der Insolvenz.
Wenn man es aber über eine Notenbank macht, geht es tröpfchenweise: die Schuldner bekommen ihren clean slate, die Gläubiger werden über die Notenbank entschädigt, und die Notenbank kann dann den Unwert längerfristig "abschreiben" (alles nur Schein und Rauch, denn sie unterliegt natürlich nicht den Gesetzen privatwirtschaftlicher Unternehmen, man lässt aber alle im Glauben, das sei so. Gehen sie bitte weiter, hier gibt es nichts zu sehen).

Eine 50%-ige Vermögenssteuer entspricht klassisch dem Gläubigermord. Anders ist das auch kaum durchzusetzen. Black Rock würde eine solche Steuer sicherlich nicht kampflos aktzeptieren.

Vielen Dank an dieser Stelle zu Deinem Link im nächsten Beitrag zu dem Gespräch mit Michael Hudson. Sehr lesenswert, ein toller Einstieg in das Thema des finanzkapitalistischen Imperialismus'.

Ein paar mal berührt er auch Themen, die in diesem Thread auch angesprochen wurden:

Michael: Yeah, well fortunately this is discussed in the 19th century and there was a word for that — fictitious capital — it’s a debt that can’t be paid, but you’ll keep it on the books anyway. And every country has this.
In other words, these are property claims that have no real capital behind them. That’s just a property claim for payment or a rentier claim for payment.
So, the question is, can you make money somehow without having any production at all, without having wages, without having profits, without any capital? Can you just have asset grabbing and buying-and-selling assets?

Meine Antwort: Ja, solange alle realwirtschaftlichen Güter von jemand anders produziert werden und das aus dem ficticious capital beruhende "ficitious money" von den Produzenten als Zahlungsmittel aktzeptiert wird.

Warum wird aber deckungsfreies Geld als Zahlung aktzeptiert?

Siehe Dottore's Machttheorie. Oder Hudson zum finanzkapitalistischen Imperialismus. 5000 years, und immer noch ists kaum jemand klar.

Gruss,
mp


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.