Geniale Idee! Solch ein Schritt würde auf einen Schlag mehr Aufklärung über den Debitismus und seine Wirkung bewirken als wir in 50 Jahren erreichen können!

Mephistopheles, Datschiburg, Samstag, 23.01.2021, 11:01 (vor 267 Tagen) @ Sorrento2599 Views

Heute in der WELT

"Daher werden nun wieder Stimmen laut, die Schulden einfach zu streichen, zumindest teilweise. Und tatsächlich wäre dies recht problemlos möglich, es würde dadurch auch kein einziger Bürger finanzielle Verluste erleiden. ...
Vor allem in den extrem verschuldeten Euro-Staaten Südeuropas ist die Idee populär. Der aus Italien stammende Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, bezeichnete eine solche Maßnahme schon im November als eine „interessante Arbeitshypothese“. Eine Gruppe französischer Ökonomen sprach sich in einem Beitrag in der Tageszeitung „Le Monde“ klar dafür aus.

Aber auch in Deutschland gibt es neuerdings entsprechende Stimmen. Der Ökonom Daniel Stelter rechnet fest damit, dass Derartiges in naher Zukunft überall auf der Welt passieren wird. Und auch der Vermögensverwalter Jens Ehrhardt sagte in einem Interview mit WELT: „Das Beste wäre, wenn man jene Schulden, die bei der EZB liegen, einfach streicht.“...

Nach dem Zweiten Weltkrieg wiesen viele Staaten zwar ähnlich hohe Schuldenstände auf...All das gibt es heute nicht mehr. „Und das reale Wachstumspotenzial liegt bei einem Prozent, vielleicht sogar bei null“, sagt Panse. „Ein Rauswachsen aus den Schulden ist daher nicht möglich.“

Daher klingt es attraktiv, zumindest einen Teil der Schulden einfach verschwinden zu lassen. Und tatsächlich wäre dies auch möglich. Der Weg würde dabei über die Zentralbanken führen, die in den vergangenen Jahren riesige Bestände an staatlichen Schuldscheinen aufgekauft haben, die Europäische Zentralbank beispielsweise im Wert von rund drei Billionen Euro. Das entspricht etwa einem Viertel der Wirtschaftsleistung der Euro-Zone.

Was passiert, wenn eine Notenbank Verluste macht?
Diese Anleihen sind also im Besitz der EZB, stehen in deren Bilanz – und dort könnte sie diese einfach streichen, so wie jeder Gläubiger einen Schuldschein, den er besitzt, einfach zerreißen kann....

Als Folge würde allerdings deren Bilanz negativ. Doch was heißt das? Die Schweizerische Nationalbank (SNB) machte in den vergangenen Jahren immer mal wieder Verluste, und so kam dort die Frage auf, was eigentlich passiert, wenn diese Verluste das Eigenkapital der Bank übersteigen, deren Eigenkapital also negativ würde. Die Antwort darauf gab der damalige SNB-Vize und heutige SNB-Präsident Thomas Jordan schon 2011.

Eine Zentralbank könne nicht „illiquide“ werden, sagte er. Denn sie kann das Geld, das ihr fehlt, ja einfach selbst drucken. Deshalb sei sie in ihrer Handlungsfähigkeit auch nicht eingeschränkt, „wenn ihr Eigenkapital vorübergehend negativ“ werde. Zwar müsse ein Unternehmen oder eine Geschäftsbank mit negativem Eigenkapital saniert oder liquidiert werden. Für die Nationalbank gelte das jedoch nicht.

Das klingt gerade für deutsche Ohren ungeheuerlich. Tatsächlich hat so etwas aber sogar die Bundesbank bereits getan. 1973 musste diese ihre Währungsreserven massiv abwerten und ihr Eigenkapital wurde negativ. „Rein juristisch war die Bundesbank überschuldet, weil die Verlustvorträge das Eigenkapital deutlich übertrafen“, berichtete der ehemalige Bundesbankpräsident Helmut Schlesinger Jahre später.

Daher also die Inflation der 70er-Jahre? Die Häuslebauer hat`s gefreut, weil ihre Hütte die effektiv zu 90% des Wertes verschuldet war. plötzlich das Doppelte wert war und die Hypotheken nach einigen Jahren plötzlich nur noch 40% des Wertes der Immo betrugen (obwohl die Schulden nominell fast gleich geblieben sind), die Arbeiter haben plötzlich festgestellt, dass sie sich für Ihr Einkommen weniger leisten konnten als vorher und die Gewerkschaften sind angetreten mit Lohnforderungen von 10% jährlich und konnten die auch durchsetzen, weil die damals schon exportabhängige Industrie die Preise im Ausland auch durchsetzen konnte.

Im Ergebnis haben die Arbeiter real ein gleiches Eingkommen wie in den 70er Jahren, nur müssen dafür jetzt 2 arbeiten, während früher ein Verdienst genügte. Das liegt aber an der zunehmenden Gier des Staates, der sich noch bis in die 70er Jahre mit 1/3 begnügte von dem, was erwirtschaftet wurde und heute 2/3 möchte.

„Wir hatten zwar eine Unterbilanz, waren aber nicht zahlungsunfähig, weil wir ja letztlich selbst das Geld drucken konnten.“ Im Zentralbankrat habe man darüber diskutiert, ob die Regierung für die Verluste aufkommen sollte. „Wir haben davon abgesehen“, so Schlesinger. Stattdessen wurden die Verluste in der Bilanz einfach durch Fantasiebuchungen glatt gestellt. In der restlichen Wirtschaftswelt würde das als Bilanzfälschung gesehen. Doch die Bundesbank ist eben die Bundesbank.

Fantasie-Buchungen der Bundesbank als Vorbild?
Genau so wie die Bundesbank damals könnte heute auch die EZB vorgehen. Würde sie die Schuldtitel, die in ihrem Besitz sind, einfach streichen, könnte sie das ebenfalls einfach durch ein paar Korrekturen in der Bilanz ausgleichen. Vielleicht wäre all das juristisch fragwürdig, aber auch das wäre durch entsprechende Regeländerungen lösbar.

Viel Vergnügen! Die EZB streicht die Schulden und keiner hat Verluste! Auf solch eine geniale Idee muss man erst mal kommen. Aber Danke für die Ehrlichkeit. Die Demokratie hat also genau so viel Schaden angerichtet wie WK II!

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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