Die Lockerung der Schuldendeckung ist längst im Gange

Miesepeter, Samstag, 23.01.2021, 11:35 (vor 78 Tagen) @ Sorrento2319 Views

Eine Zentralbank könne nicht „illiquide“ werden, sagte er. Denn sie kann das Geld, das ihr fehlt, ja einfach selbst drucken. Deshalb sei sie in ihrer Handlungsfähigkeit auch nicht eingeschränkt, „wenn ihr Eigenkapital vorübergehend negativ“ werde. Zwar müsse ein Unternehmen oder eine Geschäftsbank mit negativem Eigenkapital saniert oder liquidiert werden. Für die Nationalbank gelte das jedoch nicht.

„Wir hatten zwar eine Unterbilanz, waren aber nicht zahlungsunfähig, weil wir ja letztlich selbst das Geld drucken konnten.“ Im Zentralbankrat habe man darüber diskutiert, ob die Regierung für die Verluste aufkommen sollte. „Wir haben davon abgesehen“, so Schlesinger. Stattdessen wurden die Verluste in der Bilanz einfach durch Fantasiebuchungen glatt gestellt. In der restlichen Wirtschaftswelt würde das als Bilanzfälschung gesehen. Doch die Bundesbank ist eben die Bundesbank.

Genau so ist es, die Bilanz einer Notenbank ist eine Fiktion, es ist keine klassische Aufstellung von Vermögen und Verbindlichkeiten wie bei Privatunternehmen:

https://archiv1.dasgelbeforum.net/index.php?id=132531

Wenn alle Aktiva der Notenbank morgen auf Null fallen, dann beeintraechtigt dies alleingenommen den Geschaeftsgang der Notenbank in keinster Weise. Die Bank kann ihren 'Verbindlichkeiten' trotzdem weiter problemlos nachkommen.

Fantasie-Buchungen der Bundesbank als Vorbild?
Genau so wie die Bundesbank damals könnte heute auch die EZB vorgehen. Würde sie die Schuldtitel, die in ihrem Besitz sind, einfach streichen, könnte sie das ebenfalls einfach durch ein paar Korrekturen in der Bilanz ausgleichen. Vielleicht wäre all das juristisch fragwürdig, aber auch das wäre durch entsprechende Regeländerungen lösbar.

Selbstverständlich wird die maximale Spielverlängerung im Debitismus immer mit entsprechenden Regeländerungen erreicht. Danke für die offenen Worte.

Klaro, alles aus Liebe zu den Kleinsparern [[euklid]] Das große Geld haben ja schon die anderen längst umgerubelt[[top]] Und nun versucht man den debitistischen Lauf um eine weitere Runde zu verlängern.

Das ist ihr Job, und die Notenbank ist die Institution, die damit betraut ist. Da dort Profis am Werk sind, wird man es vielleicht nicht ganz so plump anstellen, und die aufgekauften Anleihen einfach ausbuchen, und dann negatives Eigenkapital ausweisen.

Man könnte auch an ihrer statt eine wie immer geartete Ausgleichsforderung aktivieren, um negatives Eigenkapital zu vermeiden. Zb ein zinsloses, endloses Green-Europa-Startdarlehen.

Oder man gründet eine off-balance Staatsagentur 'New Europe Notenbankholding', deren Anleihen bei der Notenbank platziert werden, und welche dann die Notenbank rekapitalisiert.

Kreative Buchhalter gibts genug.

So wie in früheren Zeiten der Goldstandard gelockert werden musste und wurde, um deflationäre Depressionen zu verhindern, so muss heutzutage der Schuldenstandard gelockert werden. Dies ist seit 2008 bereits in vollem Gange ("Ankauf gebrauchter Unterhosen"). Ob diese "Unterhosen" nun physisch in der Notenbank liegen oder hygienisch vorteilhaft entsorgt werden, macht an sich keinen Unterschied mehr.

Gruss,
mp


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