Krall kritisiert das System aus der einzig zugelassenen Perspektive, nämlich der demokratischen Perspektive, die er einnehmen muss, um überhaupt ungehindert publizieren zu können

Mephistopheles, Donnerstag, 06.04.2023, 15:11 (vor 723 Tagen) @ Rheingold4385 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Donnerstag, 06.04.2023, 15:20

Um Krall richtig zu zitieren, müßte ich mir das ganze Ding erneut antun und mir genaue Notizen machen. Ist mir leider dieses Mal zu mühselig.

Er hat seine Perspektive: Vermögenswahrung und -mehrung, also, dass sein Erspartes kaufkräftiger wird.
Unter diesem Blickwinkel sieht er dann die "Verfehlungen" des Systems, das natürlich letztlich seine Ersparnisse entwerten wird und "warnt".

Dabei müßte er gedanklich nur ein wenig beweglicher werden. Wenn die Zentralbanken nun die Schleusen öffnen und die Gelddruckmaschinen anwerfen, werden sich selbstverständlich Anlageklassen verteuern. Krall könnte dann glauben, dass die Aktienmärkte gut funktionieren und den Anlegern Renditen schenken (Aktien werden immer mehr "wert") oder jammern, dass sein Gold oder cash sich relativ zu den Aktienmärkten "entwerten", also sein heißgeliebtes Erspartes immer weniger Aktien kaufen kann.

Konstant verwechselt er Teuerung mit Inflation. Inflation kann dem Leistenden egal sein, da sich auch entsprechend die Einkommen erhöhen. Eine Teuerung bedeutet hingegen Lohn-Deflation.

Beides Teuerung wie Inflation entwertet allerdings sein Erspartes

Für ihn liegt das sich abzeichnende Systemversagen am Versagen der gerade dominierenden demokratischen Elite; welches duch einen Austausch der Elite mit "mehr Demokratie wagen!" leicht verhindert oder geheilt werden könne.
Dass zum Schluss notwendigerweise eine Versagerelite an die maßgeblichen Positionen kommen muss, dass diese Elite also viel mehr Symptom als Ursache ist, auf die Idee kommt er nicht einmal.
Ebenso beim Geld, dass um reibungslos funktionieren zu können, einfach knapp sein müsse. Wie da eine Zunahme der Kredite, die Voraussetzung ist für jedes Wirtschaftsgeschehen an sich und zudem noch eine radikale Ausweitung der Kredite, die Voraussetzung ist für ein Wierschaftswachstum, bei knappen Gelde möglich sein soll, diese Frage stellt sich ihm einfach nicht.

Noch einmal zum Mitschreiben:
Kredite müssen ständig ausgeweitet werden, um alleine eine stagnierende nichtwachsende Wirtschaft zu ermöglichen! Dadurch, dass Kredite regulär bedient werden, also die Schuldsumme und damit die Geldmenge ständig schwindet, ist die Wirtschaft im Debitismus systemisch deflationär. Alleine eine stagnierende, nicht wachsende Wirtschaft, benötigt ständig Nachschuldner.
Eine wachsende Wirtschaft benötigt eine Expansion der Nachschuldner.

Wie das möglich sein soll nach einem Kollaps, alleine dardurch, dass die "unfähige" politische Elite durch Mittelständler ersetzt wird, auf diese Frage kommt Krall nicht enmal. Ebenso nicht, wer unter den Mittelständlern die Fantasilliarden Sicherheiten stellen soll, die für Fantasilliarden New credits benötigt werden für ein Wirtschaftswaxdum. Diese Frage stellt sich ihm ebenso nicht. Nachdem sich gerade bei einem Kollaps alle Kredite als wertlos erwiesen haben.

Krall bleibt also, da er die Sterblichkeit leugnet, ebenso wie jedem anderen Schulmediziner, die ebenfalls die Sterblichkeit leugnen müssen, nur übrig, Symptome zu kurieren.

Daraus ist ihm aber, außer von den Siebengescheiten, kein Vorwurf zu machen, weil das die einzige Möglichkeit ist, wahrgenommen zu werden.
Würde er an den Ursachen ansetzen, wäre der sofort als rechtsradikal verfemt und würde nicht mehr wahrgenommen werden.
Im übrigen hat auch der Debitismus zwar eine Ursachenanalyse, aber ebenso keine ursächliche Therapie anzubieten.

Gruß Mephistopheles


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