So gehe ich vor, um an frische Backwaren zu kommen:

Echo, Montag, 16.01.2023, 08:28 (vor 24 Tagen) @ Plancius3705 Views
bearbeitet von Echo, Montag, 16.01.2023, 08:43

Mal nicht übertreiben. Gezwungen wirst du nicht. Die Preissteigerungen haben mich aber zum Umdenken bewogen und die positiven Folgen sind teilweise weitreichend. Ich sehe jedenfalls mehrere sofort umsetzbare Alternativen:

A) Einfrieren. So hast du mit einem kleinen Toasterofen innerhalb von wenigen Minuten leckere krosse Backwaren bereit - wann immer du sie brauchst. Funktioniert mit vielen Backwaren bestens. Auch mit süßen Teilchen. Manche Fertigkuchen sind sogar schon gefroren erhältlich und sehr lecker und preiswert (ab 3.20€ pro Kilo). Mit Hilfsstoffen werden außerdem Nebeneffekte wie Auskristallisierung verhindert. Aber sich nur von Mehl und Zucker zu ernähren bringt früher oder später eine Quittung für den Körper, deswegen:

B) Industriebackwaren nur noch gelegentlich und in Maßen konsumieren. Sieh Gebäck als etwas besonderes, das es nur zu guten Anlässen gibt. Ich weiß dass ein "Maître Jean Pierre" Brioche Zopf herrlich fluffig schmeckt, aber gesund ist das mit Sicherheit nicht. Wenn man mal mehrere Wochen Diät gemacht hat und dann sowas in sich rein stopft, bekomme ich spätestens am nächsten Morgen leichte Vergiftungserscheinungen. Liegt womöglich auch am modernen Weizen, der in vielen Industrieproduktion steckt. Zucker und Zusatzstoffe wie Sojalecithin und Sucralose tun ihr übriges. Desweiteren sind die Anti-Nährstoffe sind in Vollkornprodukten nur selten herausfermentiert - keine Zeit für Teigruhe. Auch auf industrielle Wurstwaren verzichte ich mittlerweile wegen den vielen Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern. Manches vermisse ich nicht, anderes wie Brät oder Fleischkäs oder Pattys kann man selber zubereiten. Knochen werden zu Brühe. Womit wir beim nächsten Punkt sind:

C) Selber backen oder eine Backgemeinschaft gründen. Entweder zusammen zubereiten oder abwechselnd backen und anschließend verteilen. In der Familie, Nachbarschaft, ... Es gibt bestimmt jemand der einen Pizzaofen o.ä. hat aber nicht stundenlang alleine am Herd stehen will. Die Zubereitung von hochwertigen Produkten ist aufwändig. Je nach Produkt auch mal mehr oder weniger teuer. Regionale Spezialitäten sind oft aus den billigsten Zutaten aber sehr teuer im Handel, hierbei denke ich beispielsweise an Käse-Kürbiskern Seelen oder Hohenlohische Flachswickel. Andere Waren hingegen sind im Nachbau eher teurer, wie z.B. Quarkkuchen. Wenn man schon selber backt, kann man aber umso hochwertigere Zutaten nutzen, etwa Butter, Zuckeralternativen oder Urgetreide als Sauerteig. Bonuspunkte wenn die Rohstoffe aus guter Landwirtschaft kommen.

Fermente und Rezepte kann man austauschen. Rohstoffe in Großgebinden in der Einkaufsgemeinschaft verteilen. Sich auf bestimmte Backwaren spezialisieren. Es macht Spaß, Dinge in Gesund von Grund auf selber nachzubauen aber ist schon deutlich aufwändig und schmeckt oft auch anders als gekauft und gelingt nicht immer, daran muss man sich erst gewöhnen. Man wundert sich wie ein kleiner Handwerksbetrieb das alles gebacken bekommt. Mit etwas Erfahrung und den richtigen Maschinen geht es aber leichter von der Hand. Bereitet man größere Mengen zu, weil der Ofen ja eh schon an ist (ideal auch an kalten Tagen) kann man Überschüsse wiederum einfrieren.

Tipp, wenn man sparen muss: Manche Händler bieten Brot vom Vortag oder mit kurzer Haltbarkeit zum halben Preis, welches meines Wissens nach ohnehin verträglicher für Magen-Darm ist. Beim Bäcker vor Ort gibts das auch manchmal. Man kann es genauso einfrieren.

Ich denke, dass Rohstoffe, Energie und Lohn nur eine Seite der Medaille sind. Bürokratie (wie Registerkassen und Zertifikate), Bauauflagen (damit niemand vom Brötchenduft belästigt wird), Zwangsmitgliedschaften in Kammern, ... Die Liste der Gängelungen ist lang. Backwaren ohne Meistertitel anzubieten zu dürfen ist sowieso fast unmöglich und noch dazu eher ein harter Job, deswegen werden auch nur wenige neuen Bäcker nachkommen.


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