Ums an einem anderen Beispiel ganz deutlich und unmissverständlich zu machen, was ich unter Wissenschaft verstehe

helmut-1, Siebenbürgen, Sonntag, 19.06.2022, 07:31 (vor 16 Tagen) @ MausS527 Views

Möglicherweise hilft Dir das dann, um nicht mehr verwirrt zu sein. Für den Fall, dass dieses Thema mit der Botanik nicht Deine Spielwiese ist, will ich das mit einfachen Worten erklären.

Es geht um die Frage, ob Pflanzen Gefühle empfinden können, wie z.B. Angst. Man vertrat ja immer die Meinung, dass "Angst" nur was beim Menschen oder allenfalls was bei Tieren ist, aber nicht bei Pflanzen. Pflanzen wären "gefühlsneutral", so war mal die Meinung.

Zu meiner ach so schönen Jugendzeit auf der Ing.Schule in Wien hatte man dazu in der Versuchsabteilung Experimente durchgeführt. Man hatte eine Methode gefunden, um den Fließrhythmus resp. die Fließgeschwindigkeit im Protoplasma zu messen. Dass sich dieses Protoplasma in Bewegung befindet, bei manchen Pflanzen stärker, bei manchen schwächer, das wusste man bereits.

Was ist das Protoplasma? Das ist die Flüssigkeit innerhalb einer Zellmembran, in der sich der Nukleus (und darin enthalten der Nukleolus) befindet, genauso wie die Plastiden, die Vakuolen, etc.etc. In dieser Suppe schwimmt alles, und um diese Fließgeschwindigkeit geht es. In der Fachsprache wird diese Protoplasmaströmung auch als "Dinese" bezeichnet.

https://www.alamy.com/pharmaceutical-botany-botany-botany-medical-protoplasmic-cell-con...


Was hat nun diese Strömung mit dem Begriff Angst zu tun?

Man stellte eine Reihe von Geranien auf das Parabeet. Dann schickte man eine bestimmte Person ins Gewächshaus, und der nahm sich eine dieser Geranien zur Hand, schlug drauf, warf sie auf den Boden, trat darauf, usw., dass sie eben zerstört wurde.

Am nächsten Tag wurden an den verbliebenen Geranien die Messinstrumente angebracht, mit denen man die Fließgeschwindigkeit des Protoplasmas messen konnte. Die war anfänglich im normalen Bereich. Dann schickte man diese Person von gestern zu den Geranien, aber ohne eine davon in die Hand zu nehmen. Und nun beobachtete man etwas Neues: Die Fließgeschwindigkeit des Protoplasmas erhöhte sich signifikant, als sich diese Person in der unmittelbaren Nähe der Geranien befand.

Um den Bogen zu den Coronathesen zu spannen: Bis hierher ist es eine Beobachtung aufgrund der Forschung.

Nun kommen wir zur Wissenschaft:

Man machte eine umfangreiche Versuchsreihe mit verschiedenen Pflanzenarten und stellte immer wieder dasselbe fest. In unterschiedlicher Form, manche Pflanzen waren "sensibler", manche "unsensibler". Extrem war es z.B. bei der "Mimosa pudica", die ja schon bei Erschütterung morphologisch reagiert.

Aufgrund der Vielzahl dieser gleichgearteten Versuche kam man zu dem Schluss, dass die Pflanzen unter bestimmten Voraussetzungen eben doch "Gefühle" entwickeln können, - die These "Angst" ist nun also keine Hypothese mehr, sondern eine bewiesene Tatsache. Das eindeutige Ergebnis einer wissenschaftlichen Untersuchung.

Ob Pflanzen auch "Freude" entwickeln können, ist mir nicht bekannt. Ich weiß nicht, ob man das jemals untersucht hat. Aber aufgrund der beschriebenen Versuchsreihe daraus abzuleiten, dass Pflanzen auch Freude empfinden, und das Ganze dann mit "könnte" und "möglicherweise" zu relativieren, - das ist für mich keine Wissenschaft mehr, sondern Spekulation und Scharlatanerie. Und genau das beobachte ich an vielen Beispielen bei den Behauptungen mit Corona.

Ich hoffe, dass ich damit den Unterschied transparent gemacht habe und eben differenziere, was nichts mit "planlos durchquirlen" zu tun hat, wie Du es nennst.

Nur so als Nachtrag:

Diese Versuchsreihe aus den 60er Jahren in Wien hat man auch andernorts durchgeführt und ist zum selben Schluss gekommen (Es gibt Videos darüber):

https://cius.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/inst_cius/ci/films/C1295.pdf

Auf Seite 4 unter "Vorbemerkungen" ist das ganz gut und übersichtlich beschrieben, worums da geht. Ich zitiere:

Nach FITTING wird die Auslösung einer Protoplasmaströmung als "Dinese" bezeichnet. Je nach erfolgter Reizeinwirkung spricht man von "Traumatodinese", z. B. durch Wundreiz..........

Fazit:

Aufgrund dieser Kenntnis habe ich aufgehört, jemanden als "verrückt" zu bezeichnen, der mit seinen Pflanzen spricht.

Jetzt darfst Du über mich lächeln, so wie ich über die Leute lächle, die ein Neandertaler-Gen mit Corona in Verbindung bringen wollen, oder die sowas für voll nehmen.


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