...ist der deus ex machina

Mephistopheles, Datschiburg, Donnerstag, 09.09.2021, 08:47 (vor 10 Tagen) @ Weiner653 Views

völlig daneben liegt die Antwort mit der "weltumspannenden Brüderlichkeit". Denn letztere ist auch nur ein Handlanger des "Großkapitals". Das kann man im Übrigen auch daran gleich erkennen, dass viele der "Politiker-Handlanger" (im Sinne von @Falkenauge) ebenfalls so genannte 'Brüder' waren und noch sind.

Das Großkapital ist der deus ex machina, den man immer dann hervorzieht, wenn man es braucht. Das heißt, dann wenn einem die Argumente ausgehen, dann zieht einer das Größkpital aus einem Hut in der Hoffnung, damit werden die kleinen Kinder verschreckt und stellen keine bohrenden Fragen mehr.

Wahrhaftig souverän auf diesem Planeten ist nur das Großkapital. Namen zu nennen wäre aber sinnlos, denn niemand hier auf dem Forum ist willens oder gar fähig, es mit dem Großkapital aufzunehmen. Ganz im Gegenteil: wer sich an der Börse engagiert, unterstützt das ja Großkapital.

Das ist natürlich ganz wichtig bei einem Kinderschreck, dass man keine Namen nennt. Das ist wie bei der Hülle eines Gespensts. Kaum würde man Namen nennen, schon wäre die schreckhafte Wirkung weg.

Das Großkapital ist so "souverän", dass es jedes Jahr bilanzieren muss. Wer schreibt das dem Großkspital denn vor? Was ist das denn für ein seltsamer Machthaber, der gezwungen ist, jedes Jahr zu bilanzieren?

Natürlich braucht das Großkapital gute Handlanger. Sehr viele sogar. Und man bezahlt sie ja auch über dem Mindestlohn. Aber zwischen dem Herdenbesitzer und den Schafhirten besteht eine tiefe Kluft. Der Besitzer HAT was, und will noch mehr HABEN. Dem Schafhirten dagegen gehört nur sein Sattel, sein Messer und eine Taschenuhr. Armer Gaucho schlürf' den Tee!

Handlanger, die ihren Auftraggeber nie gesehen haben.

Es ist wichtig zu begreifen, dass die Herdenbesitzer, es sind nicht viele, miteinander im Streit liegen. Und deswegen streiten auch die Schafhirten des einen Besitzers mit den Schafhirten der anderen, benachbarten Besitzer. Und gerade deswegen gibt es auch nicht die eine weltumspannende Brüderschaft der Gauchos. Vielmehr ist die Gaucho-Klasse in Cliquen zerfallen. Und auch die Gauchos stehen ja untereinander in Konkurrenz. Armer Gaucho, schau Dir die Schwielen an deinen Händen an!

Wichtig ist vor allem, dass sie keine Namen haben, sonst würden sie nämlich nicht mehr als Gespenster und Kleinkinderschreck taugen in diesem Kasperletheater.

Was treibt das Großkapital an? Nicht das Kapital an sich, sondern die Macht, die durch das Kapital vermittelt wird. Die MACHT ist die eigentliche Triebfeder, und sie hat nur ein Ziel: noch mehr und noch größer zu werden. Das kann durch äußeres oder inneres Wachstum erreicht werden, d.h. durch Zuwachs (größere Herde, mehr Grasland) oder durch Effizienz (Rendite, Produktivität, schlanke Verwaltung etc.). Wenn die Löwin ihre Kinder gefüttert und den eigenen Bauch voll hat, dann ruht sich die Meute aus. Das Großkapital dagegen kann nicht ruhen. Es ist enthemmt. Es ist ein bösartiger Tumor. Der Kapitalismus mag funktionieren, aber er ist tödlich.

Die Macht, keine Bilanz mehr erstellen zu müssen?

Kannst Du, Beo2, mir bitte eine PN schicken? Ich habe eine Frage zu dem von Dir vertretenen Wirtschaftsmodell (das wohl nicht dasjenige ist, das das Forum hier vertritt - deswegen PN).

Es passieren interessante Dinge gerade - überall und rundherum -,

...und immerzu!

aber das Forum nagt immer noch überwiegend am trockenen Corona-Knochen herum.

Weil sie nichts anderes haben.

Beispielsweise haben die Taliban gerade ziemliche Schwierigkeiten, eine GEMEINSAME Regierung im 'westlichen Stil' zu bilden. Hängt wohl damit zusammen, dass die Groß-Talibans vielleicht so sind, wie man sich hier auf dem Forum den idealen Führer vorstellt: der Oberbock eines Stammes, eines Clans, eines Bergtales von Dunbar-Größe im Naturzustand. Also sind wir mal gespannt, wie diese wunderbar edlen Wilden, diese 'Patriarchen mit Verantwortung' ihren Staat auf die Reihe bringen - oder wenigstens ein staatsähnliches Gebilde.

Und China - da läuft gerade was kanz gomisches. Der Totalitarismus dort wird offensichtlich auf "Wohlstand für Alle" getrimmt. Da kratze ich mich echt hinter dem Ohr. Wenn das so weitergeht, dann liegt bald die halbe Welt den Chinesen zu Füßen ...

https://orf.at/stories/3226842/

Ach Gottchen, die kochen also auch nur mit Wasser! Aberr nicht mal mit frischem Wasser, sondern mit wiederaufgekochtem Wasser!


Mit juckenden Grüßen, Weiner

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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