Warum ist der Westen nicht in der Lage, Millionen unproduktive Männer für die Front in der Ukraine zu mobilisieren?

Plancius, Samstag, 21.01.2023, 12:37 (vor 10 Tagen) @ Manuel H.4148 Views
bearbeitet von Plancius, Samstag, 21.01.2023, 12:40

Gehen wir mal davon aus, dass in der Ukraine derzeit ein globaler Konflikt zwischen Russland und dem Westen (NATO-Europa + USA) ausgetragen wird, mit dem Ziel, ihn nicht zu einem nuklearen Inferno eskalieren zu lassen.

Russland macht uns derzeit deutlich, dass es in der Lage ist nachzulegen. Sowohl in der Kapazität, Rüstungsgüter zu produzieren als auch 100.000e an neuen Soldaten zu mobilisieren. Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass die neu rekrutierten Soldaten ernsthafte Lücken in der volkswirtschaftlichen Produktion hinterlassen. Anders als im Westen ist in Russland ein wesentlich größerer Teil der Beschäftigten produktiv, d.h. wertschöpfend tätig. Russland hat viel weniger staatliche Bürokratie, sehr wenig Sozialstaatsklimbim und wenig unproduktive Dienstleistungen wie Gender-Lehrstühle und anderen Schwachsinn oder einen großen unproduktiven Rechtsstaat a la USA oder einen die Volkswirtschaft aussaugenden riesigen Finanzsektor. Das wird häufig nicht berücksichtigt, wenn gesagt wird, dass Russlands Sozialprodukt nur so hoch ist wie das Spaniens, demgegenüber Russlands Wertschöpfung substantiell und nicht durch allerlei unnötiges Zeugs aufgeblasen ist.

Was mich wundert, ist die Tatsache, dass die öffentliche Diskussion im Westen nur um Militärtechnik geführt wird, die an die Ukraine geliefert werden soll, aber nie, wer denn an Personal dem Fleischwolf zugeführt wird, um die Militäroperationen überhaupt auszuführen. Auch Selenskiy, Melnyk und andere ukrainische Politiker fordern nur Rüstungsgüter, obwohl sie auch personell bereits aus dem letzten Loch pfeifen.

Der große militärische Schatz, den der Westen aufbieten kann, nämlich Millionen an jungen, testosteronschwangeren, zur Zeit unproduktiven Männern wird nie in die Diskussion eingebracht. Warum hat Selenskiy noch nicht nach personeller Verstärkung seiner Armee geschrien, anstatt immer nur über Anzahl und Art von Panzern zu streiten?

In Deutschland gibt es derzeit mindestens 150.000 wehrfähige ukrainische Männer, deren Herzen voller Russenhass sind, die schnell mobilisiert und ausgebildet werden können. Weiterhin haben Deutschland, Frankreich, Italien, Belgien, Niederlande, Dänemark, Spanien und Großbritannien Millionen an Syrern, Afghanen, Marokkanern, Türken, Kosovaren, Eritreern, Kongolesen, Pakistanern, Indern, Singalesen usw. aufzubieten, die Kostgänger des Sozialstaats sind, für die Front mobilisiert werden können und keinerlei Löcher in die volkswirtschaftliche Wertschöpfung der Länder reißen.

Man mag ja einwenden, sie haben keine Motivation, für den Westen ihr Leben zu riskieren, aber welcher Soldat hat das schon. Rekrutierungen sind schon immer unter Zwang geschehen. Früher in vergangenen Jahrhunderten hat der Spieß hinter der Kampflinie gestanden und flüchtende Soldaten mit dem Spieß erstochen, heute stehen hinter den Kampflinien Offiziere und erschießen fliehende Soldaten oder sie werden mit Feldjägern aufgebracht und standrechtlich erschossen.

Die Sowjetunion hat ja im Zweiten Weltkrieg anhand der schieren Masse an Soldaten und später auch Militärtechnik die deutschen Truppen zurückgeschlagen, unter Inkaufnahme immens hoher eigener Verluste. Das Verhältnis war anfangs 11 gefallene sowjetische auf einen gefallenen deutschen Soldaten. Später konnte das Verhältnis auf 5 : 1 reduziert werden.

Wenn denn der Westen sagen wir mal, anderthalb Millionen Soldaten im Donbass aufbieten kann, die würden doch nur auf Grund der schieren Masse, wenn auch schlecht ausgebildet oder kaum motiviert, selbst unter immens hohen Verlusten die russischen Truppen überrennen.

Die Russen wären gezwungen, auch personell nachzulegen, was aber ihren jetzigen großen Vorteil, die große Produktivität in der Rüstungsproduktion stark beeinträchtigen würde.

Und der große Vorteil des Westens ist eben, dass die Produktionsmaschinerie personell nicht beeinträchtigt wird, denn es kann aus einem riesigen Potential an Kostgängern des Sozialstaats und einem Abbau unproduktiver Ressourcen in Verwaltung, überflüssigen Dienstleistungen und Sozialstaatsapparat nachgelegt werden, ohne den (effektiven) Lebensstandard der produktiv tätigen Menschen im Westen wesentlich zu beeinträchtigen. Währenddessen es in Russland durch den Abzug von menschlichen Ressourcen aus der produktiven Substanz zu einem massiven Einbruch des Lebensniveaus der Russen käme.

Wundert mich eben nur, dass diese Perspektive noch gar nicht berücksichtigt wird.

Gruß Plancius

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Der Königsweg zu neuen Erkenntnissen ist nach wie vor der gesunde Menschenverstand.


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