Lungenembolie ....

NST ⌂, Südthailand, Sonntag, 18.10.2020, 06:22 (vor 37 Tagen) @ Jacques968 Views
bearbeitet von NST, Sonntag, 18.10.2020, 06:49

Ja, die Lungenembolie gibt Rätsel auf, keine Diabetes, Hüftoperationen etc.

.... und die Ursache, war bei mir damals auch die grosse Rätselfrage. Ich hatte damals ja auch noch die Blutwerte und die ganzen Auswertungen parat, von dem Medizin Check in Freiburg beim Olympiastützpunkt - der war nur wenige Monate alt.

Aus rein medizinischer Sicht gab es dazu keine Idee.

Jetzt muss ich natürlich die Vorgeschichte erzählen. Wir hatten den jährlichen Sommerlehrgang 1 Woche mit 3x Training am Tag - morgens um 6 Uhr dann noch mal um 10 und glaube um 14 Uhr. Ich war vom Sprung aus dem Junioren Nationalkader zu den Senioren ... und auf dem Niveau war das Training. Der Sommerlehrgang war in Freiburg, ich war mit 3 Kollegen von Singen mit dem Rennrad dort hin gefahren. Ich glaube in 4 Stunden waren wir dort - zuerst durch den Schwarzwald ... also eine Bergetappe sind gut 100 km gewesen.

Übernachtet habe ich im Zelt. Mitte der Woche musste ich einen Tag aussetzen - wegen einem ungeklärten Fieberanfall um die 40 Grad ... habe aber danach weiter gemacht und bin mit dem Fahrrad zurück nach Hause gefahren. Aber auf der Rückfahrt war ich definitiv über Level belastet.

Die kommende Woche machte ich überhaupt nichts zu Hause .... bis dann die Rückenschmerzen am Freitag einsetzten ....

Sehr oft danach habe ich versucht, heraus zu finden was da abgelaufen war. Was ich auch noch weiss, ich hatte zwei kleine Bissstellen in der Achselhöhle - die entdeckte meine damalige Zeltmitschläferin :-P - die warmen Nächte verbrachte man natürlich nicht alleine .... das war noch vor dem Fieberanfall.
Könnte sein, dass das Zeckenbisse waren .... auf jeden Fall hatte was gebissen.

Das wurde damals aber alles untersucht ... und keine Anhaltspunkte dafür gefunden.

Heute im Rückblick und im Gesamtkontext von 30 Jahren danach .... tendiere ich zu folgender Erklärung:

Meine damalige Art der Lebensführung war die Ursache ... die ganzen kleinen Dinge wie Fahrradanfahrt - extra Belastung, Biss von ???? .... sehr oft an den physischen Grenzen ... das setzt diese Wirkungskette in Gang.

Ich war als Kleinkind schwerst Asthmatiker - deshalb 2x für 6 Wochen auf Kur. Meine Mutter erzählt mir einmal, mit 3,x Jahren sprang ich dem Tod von der Schippe ... das habe ich hier schon einmal beschrieben ... eine junge Ärztin rette mir wohl das Leben, nach dem der Hausarzt meiner Mutter einfach sagte, der überlebt die Nacht nicht und einfach verschwunden war.

Meine Wendepunkte waren immer durch extreme Krankheitserlebnisse oder Unfälle gekennzeichnet .... im Verlaufe der Embolie Geschichte hatte ich das entdeckt. Das war eine wichtige Erkenntnis - denn damit konnte ich dann schneller auf Vorfälle reagieren und die Wirkungskette musste nicht immer bis zum Ende durchgespielt werden.

Das letzte durchschlagende Ereignis dieser Art war 2010 ... ich war voll angekommen im Job .... hatte eine sehr gute Einkommenslage ... Frau und Sohn waren schon in TH, so zu sagen aus meiner Sicht gut versorgt. Ich hatte einen super Job in Südafrika zu erledigen .... dort wollte ich schon immer mal hin, noch alte Bekannte das meiner Sportzeit dort besuchen .... das Ticket für den Urlaub in TH war auch schon gekauft und von dort sollte ich dann direkt nach Südafrika.

Es kam alles ganz anders. Am letzten Arbeitstag in der Firma schlug ich die Zeit tot, in dem ich meinen Arbeitsplatz sauber fegte und mir zertrümmerte ein Eisenpfeiler den Oberarm, zuvor zog er mir eine Schramme über das Auge. Die Polizei ermittelte in diesem Fall - das Ergebnis stellte sich so dar: Der Eisenpfeiler stand schon mehrere Jahre an einer Säule gelehnt ... das hätte natürlich nie sein dürfen aus Gründen der Arbeitssicherheit - ungefähr 2m von dem Ort entfernt wo ich fegte und viel einfach um. :-P

Der Film der in meinem Kopf ablief - als das passierte ist noch präsent. Einen leichten Schlag am Kopf, ein schlagartigen Schmerz im Arm - und ein ohrenbetäubender Kanal der durch die ganze Halle schallte, in der rund 50 Leute arbeiteten. Ich schaute auf meinen Arm - der ist nicht dort wo ich ihn erwartet, sondern stand in einer ganz anderen Stellung. Einen Moment Totenstille. Leute rannten auf mich zu ....
pure Panik .... bei den Leuten ... bei mir absolute innere Stille - nur eine Stimme die mir sagte: du bist offensichtlich am falschen Ort.

Ich hatte dann den Panikern Anweisungen gegeben - ich brauche einen Stuhl - ich bewege mich nicht von der Stelle - und den Notarzt rufen .... Dort sass ich dann, wie in einem Film, mein Chef kam herbei ... fragte ob er helfen könne ... ich sagte noch einmal bitte den Notarzt alles andere ist ok.

In 2 Tagen sass ich im Flieger nach TH .... im Krankenhaus konnte ich den dortigen Arzt überzeugen, keine OP - erst einmal versuchen, wenn möglich das konservativ zu behandeln. Dieser Arzt sollte die OP machen, er war noch sehr jung. Nach dem Röntgenbild willigte er ein - es war der Arm mit der Thrombose als Vorgeschichte und ich hatte ihm das auch erzählt. Die Krankasse musste ich auch noch überzeugen .... war gar nicht so einfach - weil ein Arbeitsunfall und dort bestimmte Standardabläufe eingehalten werden müssen. Ich begründete das wie folgt: mit einer Hand kann ich mich nicht einmal selbst waschen, auch nicht Auto fahren .... meine Frau ist in TH die wird mir helfen. Die hatten dem echt zugestimmt (eigentlich völlig verrückt)- mit der Bedingung, dass ich 2 mal in 4 Wochen in ein gutes Krankenhaus zur Kontrolle gehe, das garantierte ich.

Die kommenden 2 Wochen waren kein Urlaub - der gebrochene Oberarm bis in die Fingerspitzen wurde total blau und alle anderen Farben - die Frau bekam fast Panik ... ein wenig Schmerzen gab es auch. 2 Kontrollen wurden im bekanntesten Krankenhaus in BKK gemacht Bumrungrad International... die meinten alles im grünen Bereich.

Die Story geht noch weiter .... nach vier Wochen zurück - und sofort zum Orthopäden, denn etwas stimmte nicht ... ein alter Fuchs aus Singen .... als der das Röntgenbild sah, lachte er nur und meinte, ab zur OP. Er sagte die Erstdiagnose war eine klare Fehldiagnose --- diese Bruchform kann unmöglich konservativ behandelt werden - ein erfahrener Arzt weiss so etwas.

Ich hatte ja eine Schweizer Krankenkasse - also zurück ins zuständige Kantonsspital. Dort erwarte mich ebenfalls ein deutscher Arzt, war ein reiner Zufall, hätte auch ein anderer Arzt sein können - ein Handchirurg - da wusste ich sofort, ich hab den Haupttreffer gezogen. Handchirurgen sind mit Abstand die besten Knochenflicker.
Als ich ihm die ganze Vorgeschichte erzählte - auch dass ich einen med. Hilfsberuf erlernt hatte, erklärte er mir was er macht und wie bis hinunter ins kleinste Detail. Er machte einen erstklassigen Job .... erzählte mir danach, war nicht einfach - weil es aber ein Arbeitsunfall war, konnte er sich alle Zeit der Welt nehmen .... Geld spielte keine Rolle. Ich habe jetzt ein Edelstahlschiene mehrfach verschraubt am Oberarm - die erst wieder nach meiner letzten Reise zum Vorschein kommt, wenn der Rauch den Kamin verlässt.

Passiert war das Anfang September - 4 Wochen Thailand - danach dann die OP noch mal 4 Wochen krank und dann Reha. Im Dezember war klar, die Geschichte geht gut aus ... das war auch wichtig, wegen der Auszahlung der Pensionskasse ... ohne 100% Wiederherstellung hätte die nicht ausgezahlt werden können.

Als das klar war der Ausgang, war ich ins Büro meines Chefs gegangen und hatte den Job gekündigt ... wir hatten noch ein längeres Gespräch und stehen immer noch in Kontakt - er hatte es verstanden, warum ich so handelte.

Noch 3 Monate betreutes Arbeiten .... in 2011 - danach war diese Kapitel zu Ende.

Vielleicht hilft dir diese Geschichte bei deinen Überlegungen - die ist im nach hinein länger geworden als beabsichtigt.
Gruss und gute Besserung

PS: Der Titel sollte wohl besser ergänzt werden-- Lungenembolie .... oder wenn die Luft zum freien Atmen fehlt ....

--
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