Fakten versus krude Thesen ...

Beo2, NRW Witten, Samstag, 15.01.2022, 12:52 (vor 259 Tagen) @ CalBaer1056 Views
bearbeitet von Beo2, Samstag, 15.01.2022, 13:33

BETREFF: Steuer- bzw. Abgabenquote (= Ausgabenquote) am BIP = objektives Maß für staatliche Märkteregulierung ...

Steuer- bzw. Gesamt-/Abgabenquote kann m.M.n. durchaus als objektives Maß für die faktische Regulation der inländischen Märkte angesehen werden - zumal diese in etwa auch den Staatsausgaben entspricht. Es sind die stärksten Eingriffe des Staates in die inländischen Marktprozesse, neben der übrigen Wirtschafts'gesetzgebung.
Wir sehen in den folgenden Statistiken, dass Länder mit höherer Steuer- bzw. Gesamt-Abgabenquote zu den wohlhabendsten gehören, was man von Ländern mit niedriger Steuer- bzw. Abgabenquote NICHT behaupten kann (von 1-2 Ausnahmen abgesehen):

+ https://www.wiwi-treff.de/images/inline/img8395_tax-to-gdp-ratio-oecd.gif
+ https://www.wiwi-treff.de/WiWi-Statistik/Statistik-Rekordhoch-bei-Steuerquote-der-OECD-...

Zu den Spitzenreitern gehören also diese Länder (in dieser Reihenfolge): Dänemarkt (46,5%), Frankreich (45,4%), Belgien (43,1%) , Italien, Schweden, Österreich, Finnland, Niederlande usw.. Schlusslichter hierbei sind: Schweiz (27,6%), USA (25,5%), Türkei (23,9%), Costa Rica, Irland, Chile, Kolumbien, und ganz unten: Mexiko (17,9%).

Ähnliche Statistiken finden sich hier:
+ https://www.bundesfinanzministerium.de/Monatsberichte/2021/01/Inhalte/Kapitel-6-Statist...
+ https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/Broschueren_Bestellservice/...

+ https://de.wikipedia.org/wiki/Staatsquote
ZITAT: "Es führten in der Statistik im Jahre 2017 Finnland, Frankreich, Dänemark und Belgien, traditionell typische Sozialstaaten.
... Es besteht keine Einigkeit bei Vertretern der Wirtschaftswissenschaften, ob eine niedrige Staatsquote auch generell zu höherem Wirtschaftswachstum beiträgt. So führen Kritiker einer niedrigen Staatsquote die skandinavischen Länder an, welche zwar eine Staatsquote von teilweise über 50 % haben, dafür aber auch einen überdurchschnittlich hohen Lebensstandard vorweisen. Bislang liegt keine Untersuchung vor, die einen eindeutigen Zusammenhang von Staatsquote und Wachstum belegen konnte.
Lars Feld, Mitglied des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, ist der Ansicht, es bestehe „kein linearer Zusammenhang zwischen Staatsquote und Wirtschaftswachstum“. Läge die Staatsquote bei 0 %, so bestünden „essentielle staatliche Rahmenbedingungen“ nicht. Eigentums- und Verfügungsrechte wären „nicht gesichert“ und Verträge ließen sich „nicht gerichtlich durchsetzen“. Läge die Staatsquote hingegen bei 100 %, so wäre jedes individuelle ökonomische Handeln unterbunden ..." ENDE
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Ich persönlich halte, aufgrund wirtschaftstheoretischer Überlegungen (die ich darlegen könnte), eine Gesamt-Abgabenquote von ca. 50% für optimal .. in einer gesunden, ausgewogenen Volkswirtschaft wohlgemerkt. Mit "optimal", "gesund" und "ausgewogen" ist hier gemeint: Gleichgewicht zwischen Gemein- und Eigennutz.
Und tatsächlich nähern sich die Spitzenquoten-Länder - zugleich sehr wohlhabende Sozialstaaten - diesem Zustand an: mit Gesamt-Abgabenquoten von 41-46% des BIP. Ähnliche "Abgabenpraxis" ist auch in den zahlreichen "alternativen Gemeinschaftsprojekten" zu finden.

Wer sich an FAKTEN hält, ist klar im Vorteil .. vor ideologischen Thesen, die sich Jemand "wohlmeinend" aus den Fingern saugt.
Mit Gruß, Beo2


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