Geht es wirklich nicht?

Weiner, Montag, 22.11.2021, 00:32 (vor 13 Tagen) @ Miesepeter418 Views

Hallo Miesepeter -

ich danke für Deine Antwort!

Die meisten Bürger sehen aber die Eliten nicht als ihre Feinde, sondern eher als philantrophisch interessierte, irgendwie schon konstruktiv am Wohle des Biotops orientierte schemenhafte Überväter, wenn auch mit zu hohem Einfluss. Damit liegen sie auch nicht ganz falsch, denn selbstverständlich sind die Eigentümer an der Pflege und dem Erhalt ihres Biotops interessiert, wenn auch nicht am Wohlergehen jeder einzelnen Kulturpflanze oder gar des Unkrauts.

Richtig! Einer der Tricks der ELITE besteht darin, sich als Philanthropen zu verkaufen. Ein weiterer Trick ist altbekannt: man holt sich das Bürgertum als Werkzeug - und ist dabei großzügig, d.h. man spendet ein paar Extraportionen an Phosphat und Wasser. Deshalb wird das Bürger- und Akademikertum niemals begreifen, dass es von der ELITE nur mißbraucht wird. Wenn es einem gut geht, ist es nebensächlich, dass man (in Wirklichkeit ...) (nur) ein nützlicher Idiot ist.

Der Hintergrund des Ganzen ist m.E., dass sich die Lage im Biotop in den letzten 30 Jahren derart verändert hat, dass ein paar Eingriffe in den Anbau durchaus notwendig erscheinen. Es gibt sicherlich genug Ressourcen auf dem Planeten, um 500 Mio Menschen ein komfortables Leben mit ausreichend Energiesklaven zu ermöglichen, vielleicht auch 1 Mrd, aber es können nicht 5 Mrd Menschen mit einem Verbrauchsstandard, wie er im Westen üblich ist/war, über längere Zeit versorgt werden, ohne dass die Ressourcengrenzen überschritten werden.

Hier bin ich definitiv anderer Meinung. Ich weiß, dass die Erde auch 10 Milliarden Menschen tragen kann. Und zwar ohne echte Probleme. Aber es gibt zwei Einschränkungen (die manche durchaus als Probleme empfinden). (1) Der Mensch muss sich tatsächlich in einigen Bereichen zurücknehmen, vor allem im Ressourcenverbrauch. Ich glaube aber, dass sich das einer Mehrheit der Menschen vermitteln lässt, ohne dass wir dazu von einer Selbstmordsekte (meine Bezeichnung für die GRÜNEN) anfgeführt werden müssen. (2) Zweitens ist ein Umbau der Technik notwendig, teilweise auch der Wirtschaftweise. Über diese Punkte denke ich laufend nach, aber hier ist nicht der Ort das darzustellen.

Kurz aber ein Vergleich der geopolitischen Großregionen in Bezug auf diese Sichtweise. Sehr wahrscheinlich macht es China im Augenblick am besten. Die jetzige Führung hat dem "reinen Kapitalismus" die Spitze abgebrochen (aber das muss nicht so bleiben ...). Die Entwicklungsleistung Chinas in den letzten 50 Jahren (technologisch, politisch, sozial) kann man nicht bestreiten. Bitte dabei bedenken, dass das Land relativ wenig Ressourcen hat (Agrarfläche, Rohstoffe, Energie). Wenn man das dann auf die Erde umrechnen würde, also die Einwohner und die Landfläche mit ihrem Potential mal 10 multiplizieren würde, kommt man auf das, was ich eingangs sagte: dass die Erde auch 10 Milliarden Menschen tragen kann. Die gleiche Umrechnung gilt auch für Indien, obwohl die Inder bei weitem nicht so effizient sind wie die Chinesen.

Nehmen wir Russland, so sehen wir, dass dort Kapitalismus pur herrscht. Das soziale Ungleichgewicht ist extrem. Man muss Russland aber respektieren, weil es - gezwungenermaßen - einen Balanceakt noch durchhält, den andere so nicht schaffen würden: es bewahrt seine Wehrfähigkeit (China ist noch lange nicht auf diesem Niveau), es hält die soziale Ungleichheit aufrecht. Ein solcher Spagat ist primär nur möglich wegen den russischen Exporterlösen. Sekundär dann wegen einer geschickten Außenpolitik und einer innenpolitischen Härte. Gewissenmaßen könnte man sagen (aber nur sehr bedingt ...), die Russen sind die Spartaner unserer Zeit.

Im Vergleich zu diesen beiden geopolitischen Kernen, d.h. im Vergleich zu China und Russland, ist der Westen extrem "verkommen" (amoralisch und degeneriert). Das hat geschichtliche Gründe, die hier nicht ausgebreitet werden können. Man darf das aber nicht verurteilen. Ist halt so. Die 'Freiheit des Individuums' im Westen hat dazu geführt, dass hier ganz außerordentliche Leistungen ermöglicht wurden (technologisch, wissenschaftlich, wirtschaftlich, politisch). Sie sind menschheitsgeschichtlich einzigartig. Am Ende hat sich das dann eben mit einer Hybris verbunden, die die Grenze zur Geisteskrankheit und zum Diabolischen berührt. Genie und Wahnsinn sind nicht weit voneinander entfernt. Auch das ist also nicht weiter ungewöhnlich und schlimm, denn es wird sich korrigieren. Und in diesen Korrekturprozess sind wir eben eingetreten.

Die ELITE, die ihren Ursprung im Westen hat (sich aber inzwischen global verbreitet und aufgestellt hat), wird entweder auf den Korrekturpfad einschwenken oder aber untergehen.

So wie ich glaube, dass 10 Milliarden Menschen auf dieser Erde leben könn(t)en, so glaube ich auch an die Selbstheilungskräfte der menschlichen Geschichte. 'Game Over' wird es in den nächsten 2000 Jahren nicht geben. Der angedeutete Korrekturprozess wird allerdings 'heftig' sein.

Betreffs 'Rätsel der Woche': ich habe von einer "Fraktion der Angloamerikaner" gesprochen und meinte dabei die GBs ...

Beste Grüße, Weiner


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