Bitcoin ist im wesentlichen ein Put auf Zentralbankwährungen

Miesepeter, Montag, 11.01.2021, 18:32 (vor 13 Tagen) @ Echo621 Views
bearbeitet von Miesepeter, Montag, 11.01.2021, 18:45

...er sich mit der Materie auseinandersetzen sollen hätte anstatt alles nur zu bashen, spätestens wenn die Bank das Konto dicht macht.

Warum sollte sie das tun?
Die wird verstaatlicht und dann wird frisches Geld ausgezahlt

Ich denke jedoch dass das Euro-System noch viel anfälliger für Verfehlungen ist und begrüße die neuen Technologien sowohl für die Diversifikation und Absicherung meines Portfolios als auch für den Einsatz als Zahlungsmittel.

Ein breitere Verwendung als Zahlungsmittel kann es nur dann finden, wenn der Staat Bitcoin als solches definiert.

Selbst wenn Bitcoin keinerlei praktischen Nutzen im Alltag hätte taugt er mMn als mittelfristiges Wertaufbewahrungsmittel. Ich finde es jedenfalls deutlich praktischer als beispielsweise Gold. Und die steuerfreien Gewinne nehme ich auch gerne mit.

Bitcoin ist im wesentlichen ein ungedeckter Put auf Zentralbankwährungen, ohne Termin und ohne Kontraktpartner, am ehesten vergleichbar mit einer ewigen Anleihe ohne Rückzahlung. Der Wert beruht auf den spekulativen Erwartungen der Marktteilnehmer. Das ist ein ganz normales Risiko eines spekulativen Wertaufbewahrungsmittels (ohne intrinsischen Wert).

Dazu kommt auf der Plusseite noch die Komponente eines ungeregelten Fluchtgeldmediums - die Vorstellung, dass mittels Bitcoin grössere Vermögen von einem Land unbemerkt oder unreguliert ins Ausland gebracht werden können. Dies erklärt insbesondere die Nachfrage in Regionen wie China oder Südamerika.

Ein aussergewöhnliches Risiko besteht allerdings in dem Ausmass des Erfolges. Sobald ein Staat (bzw ein staatlicher Wirtschaftsraum wie EU, USA) Bitcoin verbietet - was jederzeit möglich wäre - wird er für die dortigen Unternehmen nicht mehr handelbar sein und somit zum Hobbyprodukt für Kleinspekulanten und Fluchtgelder. Insofern ist Bitcoin bereits heute abhängig von staatlichem Wohlwollen.

Ein Verbot würde das potentielle Marktvolumen stark einschränken, und somit auch das Entwicklungspotential. Verbote sind zuerst dort zu erwarten, wo strenge Devisenverkehrsvorschriften gegen Kapitalflucht gelten, vermutlich wird China da der Erste sein. Je schwächer allerdings Zentralbankwährungen werden - und die Tendenz ist unübersehbar - umso mehr Länder werden Massnahmen gegen Kapitalflucht ergreifen, es bleibt abzuwarten, wie sich Bitcoin entwickeln wird, wenn es illegal wird, Bitcoin zu besitzen (oder es wahlweise mit Meldepflichten und einer höheren Steuer belegt wird).

Gruss,
mp


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