Antwort auf deine Frage

Ashitaka, Freitag, 31.07.2020, 21:34 (vor 14 Tagen) @ Amos1190 Views
bearbeitet von Ashitaka, Freitag, 31.07.2020, 21:54

Hallo Amos,

Die EU tritt jetzt als Schuldner auf und beschafft Geld aus dem Nichts um damit den auch von mir gewünschten Aktionsplan für die Kreislaufwirtschaft zu finanzieren.

Sie beschafft kein Geld aus dem Nichts. Sie wird, wie es die USA schon über Jahrzehnte vollziehen, zukünftig am Parkett auftreten und Anleihen platzieren, sich an den ohnehin orientierungslosen Geldsummen der global verstrickten Finanzmärkte, an deren zunehmenden Liquiditätsdruck, bedienen. Und sie wird, wie es parlamentarisch zuletzt immer deutlicher gefordert wurde, weitaus mehr Abgaben erheben, nach und nach die Souveränität in allen Belangen (so auch die Sozialsysteme) fordern. National ist das alles nicht haltbar. Es bedarf der gemeinschaftlichen Refinanzierungkraft.

Warum glaubt der Ostfriese, es gäbe kein Geld aus dem Nichts?

Weil es noch keine geldpolitischen Verfahren gibt, bei denen Geld aus dem Nichts entsteht.

Wer nicht an "Geld aus dem Nichts" glaubt, der glaubt auch nicht an Scheinvermögen.

Erst wenn die Verfahren ausser Kraft sind, wenn die notenbankfähigen Sicherheiten (d.h. vor allem die Staatstitel = Anleihenforderungen) geldpolitisch überflüssig werden, öffnen sich die Schleusen, entsteht Geld aus dem Nichts. Das ist gegenwärtig nicht Fall. Es ist nach wie vor an das Kreditwesen und damit an die Kapitaldienstfähigkeit der Schuldner geknüpft.

Ich sehe das so, wer EU Bonds zeichnet, erwirbt damit Scheinvermögen und darf sich nicht wundern, wenn es sich das Zahlungsversprechen in Luft auflöst oder zeitlich ins Unendliche gestreckt wird.

Letztendlich hast du mit diesem Gefühl Recht. Aber nicht heute, morgen oder in den nächsten Jahrzehnten. Ich habe Zarathustra immer geraten, nicht nur weil wir eines Tages sterben müssen, so zu tun als wären wir bereits heute gestorben, als wäre damit die Dysfunktionalität eines Systems schon gegenwärtig fakt und damit alles Schein.

Nachdem das Geld historisch aus der Abgabe der Zwingmächte hervorging, räumten und räumen die Zwingmächte ihren Abgabepflichtigen bis heute die Rechte des Kreditwesens ein, um ihre aus dem Wirtschafts- und Steuerrecht begründeten (Militär mit eingeschlossen) und umgehend fälligen Forderungen weit, sehr weit, in die Zukunft zu tragen. Diese globale, kreditäre Aufschuldung und umgekehrt frühzeitiger zur Verfügung stehenen Geldsummen ermöglichen erst, das muss man systematisch von Anfang bis zum Ende in die Gedanken einfliessen lassen, die bis in die Gegenwart vorgezogene Begleichung aller sofort bzw. umgehend fälligen Kontrakt- und Steuerschulden, schenken dem System durch die kreditäre Auslagerung der Schulden in die Zukunft (Finanzierung bedeutet letztendlich: Grenzen in die Zukunft ziehen, die sofortige Erfüllung erfüllungshalber abzulösen) ein von vielen Klassikern völlig außer Acht gelassenes, mit zunehmenden Kreditvergaben wachsendes Entfaltungspotential (Macht).

Nun muss man berücksichtigen, dass aus dem Kreditwesen, d.h. aus der frühzeitigeren Erfüllung der zugrunde liegenden Kontraktschulden in Geldeinheiten erst global die Geldsummen zur Verfügung stehen, durch die sich die Staaten über die Platzierung von Anleihen so lang und nachhaltig verschulden konnten und durch die Verallgemeinschaftlichung der Haftungen und Refinanzierungen dieser Schulden noch zukünftig verschulden werden.

Das globale Anleihensystem ist in Wahrheit ein durch unsere Zukunftserwartung (Renten, Pensionen, Vorsorgen allgemein, Spekulationen) getragenes, global verstricktes und unzählige male über x-fache Wiederbeleihungen der erworbenen Titel aufgeblähtes Abgabensystem. Am Ende werden alle unsere Erwartungen platzen, wird der Schein unseres zukünftigen Vermögens offen zu Tage treten und offenbart, dass es in Wahrheit ein Abgabensystem ohne einen weiter in die Zukunft tragbaren Anspruch unsererseits ist. Wir können froh sein, dass diese Erkenntnis nicht die politischen Entscheidungen von heute bzw. hintergründigen Beratungen bestimmt. Es hat oberste Priorität diese Systeme, trotz zunehmendem Druck und den Verwerfungen in der Wirtschaft, so lange wie möglich am Laufen zu halten. Wirtschaftlich werden wir enormen Umstellungs- und damit Wachstumszwängen ausgesetzt, vom Militär bis zur Industrie und Dienstleistung).

Die EZB wird diese Bonds jedoch in unbeschränkter Höhe erwerben, denn EU-Bonds haben laut S2 ein Risiko von NULL.

Sie wird die USA aufschuldtechnisch mit Leichtigkeit in den Schatten stellen. Was wir heute als staatliche Zurückhaltung und fordergründiges Versagen der EU empfinden, ist in Wahrheit notwendig, um die Vereinigten Staaten von Europa überhaupt erst als Antwort entstehen zu lassen. Hintergründig hat die EU in ihrer die Staatengemeinschaftsmacht begründenen Einvernehmlichkeit der 28 Staaten international einen tiefen Eindruck hinterlassen, ist längst allen klar, dass die EU zwecks Entfaltung der international ersehnten Aufschuldungspotentiale global Player wird und werden muss. Es gibt kein zurück. Eine solche Einvernehmlichkeit hat es friedlich global noch nie in der Geschichte gegeben. Darüber sprechen wir aufgrund der noch herrschenden Simulationskräfte (alles geht den Bach runter) nicht, das passt nicht zur eigenen zerstörerischen Erwartung, die wieder einmal nicht erfüllt werden wird.

Und diesem Zwang der staatsfinanziellen und militärischen Einvernehmlichkeit wird man, ob man das alles heute befürwortet oder nicht, in den nächsten Jahrzehnten einen Spirit durch Events einhauchen, der nach einer langen Zeit der Orientierungslosigkeit solch gewaltige Fakten schaffen wird (Aufrüstung, Ausweitung der Einflüsse und Loslösung aus dem bisweilen wichtigsten Verteidigungsbündnis, EU-Wachstumsdiktatur), dass auch wir unsere immer zu die Schuld nachtragende Vergangenheit hinter uns lassen werden. Die neuen Charismatiker werden früh genug die Bühne betreten und uns aus dem fehlenden Vertrauen in die derzeitigen Schauspielergarden der nationalen Parlamente und des EU-Parlaments in ein neues Simulationszeitalter des europäischen Schulterschlusses zu entführen. Da haben wir keine Wahl, da warten nur nationale Pseudooppositionen wie die AfD auf, die hintergründig allesamt von den selben Beratungsnetzen, bis hin vom IWF und der Weltbank, abhängig sind.

Herzlichst,

Ashitaka

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