Optimismus? Pessimismus? Realismus? Warum schreibe ich überhaupt?

Diogenes Lampe, Donnerstag, 30.07.2020, 19:02 (vor 12 Tagen)4773 Views

Vorbemerkung

Hier nun Teil 2 meines Aufsatzes: Trump, Putin und Xi, gekrönte Häupter, dunkler Kairos, heller Wahnsinn und die transatlantische Torschlusspanik.

Darin enthalten eine für diesen Text zuvor nicht von mir vorgesehene, jedoch offenbar überfällige Stellungnahme als Einschub.


Eine einleitende Bestandsaufnahme

Die Krisendramatik könnte sich bis zu den Wahlen in den USA zwar auch bei uns noch erheblich steigern und, wie in Stuttgart und Frankfurt/M geschehen und in manchen Gegenden Berlins ohnehin schon fast alltäglich, bürgerkriegsähnliche Zustände hervorrufen, ähnlich wie in Frankreich. Doch muss sie uns bei entsprechend besonnenem Durch -und Überblick keineswegs vollends aufs schwere deutsche Gemüt schlagen. Politische Systemzusammenbrüche sind für den einzelnen Bürger immer unberechenbar und daher können sie für ihn durchaus auch sehr gefährlich werden. Aber sie sind kein Weltuntergang.

Der jetzige BRD-Zusammenbruch mit Corona hat uns sogar einen heißen Weltkrieg erspart, der schon im vorletzten Jahrhundert geplant wurde, wie wir inzwischen ja zu einem nicht mehr so geringen Teil längst erfahren haben. Bis auf die Schlafmützen eben, die noch nie etwas von Albert Pike, den mächtigsten amerikanischen Hochgradfreimaurer, Satanisten und Gründer des KKK gehört haben. Es kommt also wieder viel auf den eigenen Wach -Wissens -und Gemütszustand an, um sich halbwegs unversehrt durch die kommenden Zeiten zu bringen.

Nach einer langen, ja vielzulangen Phase des Wankens fällt das BRD-System mit dem EU-System endlich um. Das Sicherheitsversprechen wurde gebrochen. Die Rechtssicherheit ist dahin. Die Wehrkraft ist dahin. Die Wirtschaft ist dahin. Die Wissenschaft im vormittelalterlichen Zustand. Die Säule der Macht-Legitimation liegt zerbrochen am Boden. Doch um den alten Rothschild zu paraphrasiren: Die Kontrolle geht nicht verloren. Die hat jetzt nur ein anderer. Die Unruhen werden sich daher noch bis zur Machtübernahme von Trump, Putin und Xi steigern. Keine Frage. Niemand weiß jetzt schon so richtig, welches politische System dem alten folgen soll. Außer eben diese drei und womöglich noch der Liebe Gott, mag er nun ein -oder dreifältig sein.

Um das Ende des Transatlantischen Imperiums zu erkennen, braucht es nicht mehr viel Phantasie. Um den möglichen neuen Anfang mitten im Chaos zu diskutieren, umso mehr; allerdings dazu noch viel Friedfertigkeit und praktische Vernunft. Denn die Bereitschaft hierzu läßt in solchen Zeiten naturgemäß leider auch nach. Die Bedrohungslage ist zu alltäglich geworden. Gewohnheiten und Gewissheiten relativieren sich, und mit ihnen unser Sicherheitsgefühl. Nicht wenige fallen erst jetzt aus allen Wolken und bereichern das Panikorchester mit nur umso schrilleren Tönen. Um uns wieder zu fangen, fehlt es uns an konkreten Vorstellungen über das, was einen neuen deutschen Anfang betrifft, auch wenn es an Vorschlägen nicht mangelt.

Alles Nationale scheint ungewiss. Denn zerstrittener als jetzt war unsere Nation seit den Kriegen Napoleons nicht mehr. Die Rezession schlägt nun voll zu. Die Verteilungskämpfe werden als ökonomische Überlebenskämpfe härter und unversöhnlicher. Die Ressourcen immer knapper. Alte Gewissheiten zerbröseln. Paranoia greift um sich. Diffamierungen und Denunziationen feiern Urständ. Nicht nur zwischen Feinden, sondern auch in den eigenen Reihen. Die Geduld miteinander muss harte Proben bestehen, wo sich die Wut aufeinander entgrenzt. Die Versuchung, dem anderen die Schuld für seine eigenen Ohnmachtsgefühle, seine Enttäuschungen und Versäumnisse zu geben, ist riesig. Das Rationale ist vom Irrationalen oftmals kaum noch zu unterscheiden, wenns ans Eingemachte geht.

Das alles war leicht vorauszusehen und kann angesichts der illegalen Migrantenmassen, denen vorgemacht wurde, hier willkommen und integrierbar -oder gar auf dem Weg in ein europäisches Kalifat zu sein, natürlich nicht ohne innenpolitische Sicherheitsprobleme ablaufen, die keineswegs nur von all den islamischen und teilweise noch archaisch gesitteten Fremden ausgehen. Unser aller Hauptbedrohung geht schließlich vom Merkelregime samt Parteienapparaten aus, die sich als trantatlantische Kollaborateure die Staatssimulation der drei westlichen Siegermächte längst zur Beute gemacht haben.

Entsprechend des Zustandes der jeweils konkreten Umwelt, in der nun jeder für sich zurechtkommen muss, werden daher Optimismus wie Pessimismus mit guten Gründen in der eigenen Brust schwanken und dabei manche Verzweiflung voll auf ihre Kosten kommen. Nicht wenige wird sie noch mehr durcheinanderbringen. Doch entscheiden wird wie immer der Realismus; der ewige spielerische Gegner unserer Welt als Wille zur Vorstellung. Die reale Welt, die große Unbekannte, setzt sich immer gegen unsere Willens -und Vorstellungswelt durch. Die einen nennen sie Engel, die anderen Teufel und die Besonnenen mit kühlerem Kopf Notwendigkeit.

Die Fragen, die mich beim Recherchieren wie Resümieren über die Welt umtreiben, beginnen übrigens stets ganz nüchtern mit Kant: Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch? Und dazu: Was ist in meinem Leben und an mir selbst tatsächlich real? -Das Ungewisse, das Relative oder das Eindeutige?


Wem kann man überhaupt noch glauben?

Ich möchte mit meiner aktuellen Analyse nun fortfahren, doch dabei noch einmal deutlich meinen grundsätzlichen Standpunkt und meine sich daraus ergebene Motivation mit einflechten, die mich bewegen, hier zu schreiben. Das scheint mir nötig, nachdem einige Kommentatoren mir unlautere Motive unterstellt haben.

Das nehme ich ihnen nicht übel, solange sie sich nicht in persönliche Beleidigungen hineinsteigern. Ich halte es aber für einen leider nur allzumenschlichen Fehler, dass wir, die wir gründlicher die Welt anschauen wollen, als es der verordnete Mainstream erlaubt, nun auch noch unter uns paranoid werden, indem wir in Kommentaren ohne sachliche Argumente das Gift des gegenseitigen Verdachts ausstreuen, sobald unsere eigene Erwartungshaltung an andere nicht bedient wird.

Ich kann natürlich bloß für mich sprechen. Doch die allgemeine Verunsicherung ist, so denke ich, schon groß genug über all die Leute, die sich, wie ich, aufgrund ihres Wissensstandes bemühen, die innen -wie die weltweite geopolitische Lage entgegen den dreisten Lügen und gezielten Täuschungen der Mainstreammedien in sich stringent zu erläutern; -jeder natürlich auf seine individuelle und gewiss nicht unfehlbare Weise.

Doch die, zu denen ich mich gerne geselle, ob sie unter Klarnamen oder Pseudonym auftreten, ob mit dem Gesicht vor der Kamera oder als unsichtbare Stimmen im Land mit bloß gesprochenen bzw. geschriebenen Aufsätzen, wollen - ganz im Bewußtsein eigener Unzulänglichkeiten - in diesen immer chaotischer werdenden Zeiten dazu ermutigen, am dramatischen Weltgeschehen den gesunden Menschenverstand zu schärfen, um so zur allgemeinen Aufklärung über die nun akut eingetroffene Zusammenbruchskrise des Transatlantischen Imperiums und somit auch der BRD beitragen zu können.

Letztlich natürlich auch, um aufzuzeigen, wie man mancherlei Gefahr hier und da schon durch gründlicheres Nachdenken und besonnenem Handeln den Stachel nehmen könnte. Gerade auch in den zwischenmenschlichen Beziehungen. Je tiefer wir wissen, umso weniger Gewalt haben wir nötig. Doch was zu tun ist, muss jedes Individuum letztlich für sich allein entscheiden. Zumindest ich habe dabei keinerlei egozentrisches Sendungsbewußtsein, will niemanden mit irgendwas bedienen oder zu etwas überreden. Nur das eine oder andere näher beleuchten, sofern ich es vermag. Denn auch mein Wissen ist äußerst begrenzt.

Ich bin kein Journalist, kein schreibender Dienstleister, nicht einmal besonders ehrgeizig und daher erst recht kein Proselytenmacher irgendeiner Organisation. Ich halte mich nicht für besser als andere sich Aufklärende und käme auch nicht auf die hybride Idee, mich zum Volkslehrer zu ernennen. Ich finde vielmehr, dass uns ehrliche und sachliche Diskussionen auf Augenhöhe und der persönliche Wille zur ständigen Weiterbildung weiter bringen, denn keiner von uns hat den Stein der Weisen gefunden.

Mit meinem Angebot möchte ich möglichst rational darüber informieren, dass wir mit all den schmerzhaften Geburtswehen auf eine neue gesellschaftliche Ordnung im Weltmaßstab zugehen, die zwar keineswegs das Paradies auf Erden bringt, eher - zumindest in der notwendigen Übergangszeit - mal wieder eine Menge Arbeit, Verzicht, Verlust und Rückbesinnung auf das eigentlich Wichtige im Leben; aber das Leben in der transatlantischen Spaßgesellschaft endet nunmal, wie es enden musste: In einem mörderischen Chaos, das völlig vorhersehbar war. An uns ist es nun, zu entscheiden, ob wir uns von unseren Ängsten gut oder schlecht beraten lassen.

Nun aber bietet uns das eigene Leben wie das, das unsere Vorfahren lebten, mal wieder die große Chance zum Überleben im Zusammenhalt und dazu eine Fülle an völlig neuen Möglichkeiten, nach dem Verjagen jeglicher Priesterschaft aus dem politischen Raum das kreative Potential des einzelnen Menschen in einem nachhaltigeren Bürger -und Weltfrieden klüger zu verwirklichen, als bisher. Dann hätten wir schon mal die Chance, uns nicht mehr wegen unseres Glaubens, die besseren Menschen zu sein, an die Gurgel gehen zu müssen. Auch wenn das gerade gar nicht danach aussieht, dass viele von ihr Gebrauch machen werden. Und so schwanken auch in mir Optimismus und Pessimismus.

Denn nach wie vor ist die nicht gerade sittliche Vorstellung weit verbreitet, dass der Befreiungsschlag gegen Schuld und Kult, Rechtfertigungs -und Bekenntniswahn nach Jahrhunderten religiöser und ideologischer Gewalttraditionen bei allen Völkern der Welt weniger ein mühseliger individueller Prozess der Bewußtseinsentfaltung ist, als vielmehr ein kurzweiliges, revolutionäres Halali auf alle Feinde, Abtrünnigen, Verräter, mit anschließender Massenerleuchtung auf selbstgerechten Leichenbergen; produziert durch Madame Guillotine.

Angesichts des permanenten Daseins dieses Faktors X auf der Rechnung will jedenfalls ich nicht zum Optimismus oder Pessimismus aufmuntern, die mit unseren Emotionen auf den Flügeln des Gesangs vom Glauben und Hoffen leicht Bomben fliegen lassen; sondern zum Realismus, der uns einen unsanften Aufprall aus den lichten Höhen unserer Selbstanmaßung erspart. Denn der Realismus ist u.a. auch die Voraussetzung für eine reale Selbstwahrnehmung, die, ausgehend von der natürlichen Selbstliebe, überhaupt erst zur Empathie vordringen kann.

Zum wirklichen Mitgefühl ist nur der in der Lage, der sich selbst so gut kennen gelernt hat, dass ihm klar geworden ist, dass er sich von seinen Mitmenschen trotz radikalen Unterschieden im Geist im seelischen Bedürfen letztlich doch nur in Nuancen unterscheidet und das Gute wie Böse aus dem Mangel an Mitgefühl entsteht und uns auffordert, dies bei der Entfaltung unseres Bewußtseins zu erkennen. Wenn man von der religiösen Gestalt Jesus Christus oder Shakespeares Juden Shylock im "Kaufmann von Venedig" etwas lernen kann, dann dieses.

Niemand von uns kann ohne den ständigen temporären Wechsel zwischen Optimismus oder Pessimismus im Gemüt sein. Niemand sich von ihnen befreien, ohne innerlich völlig stumpf zu werden. Doch Optimismus wie Pessimismus, die uns zu unendlich vielen Dummheiten verleiten können, sind nur Steuerungselemente unseres Geistes, wenn auch eng mit unserer Gefühlswelt verbunden, um unseren Ängsten Herr zu werden. Denn die Lebensangst ist für beide Geistesausrichtungen das Grundmotiv; nicht irgendwelche klugen Argumente.

Ohne aber den Mut, hin und wieder, vor allem aber im Krisenfall, die allzumenschliche Welt so anzusehen, wie sie ist und funktioniert, sind wir ein Fall von 99-Luftballons, ohne Hoffnung auf Landung und Erdung, dafür aber mit Sicherheit in der Zwielichtzone unserer Illusionen platzend. Potentiale und Möglichkeiten, also wie die Welt sein sollte oder befürchtet werden könnte, haben wir immer nur im frohen oder bangen und somit nicht wirklich im scharfen Auge. Den Realismus muss sich jedoch jeder selbst erarbeiten; mühsam und beharrlich aufgrund der eigenen Erfahrung und der eigenen Praktischen Vernunft, nicht der Reinen. Die macht als die absolute Alleinherrscherin der Dummheit nur borniert und unsittlich.

Realismus fordert von uns Reflektion, Erkenntnis, Einsicht und deshalb nicht zuletzt auch Mut, Empathie, Phantasie; doch letztlich dringt er auch auf einen gewissen inneren Abstand vom eigenen Ego, zu dem uns vor allem gesunder Humor verhilft, der nichts anderes ist, als die Fähigkeit, sich selbst aufgrund der eigenen Schwächen zu relativieren und trotzdem zu lieben. Aber er fliegt uns nicht zu, verbietet dennoch niemandem, zu träumen oder sich zu fürchten und auf sein Glück zu hoffen.

Denn imgrunde ist unser ganzes Leben nur ein Traum und so ein Verbot, ein träumerisches Wesen zu sein, kann schon deshalb nicht funktionieren, da die Welt stets ganz real unser ganz eigener Wille und unsere ganz persönliche Vorstellung ist und bleibt. Daran kann weder die schönste Heilsperspektive, der tyrannischste Kollektivismus noch die perfekteste Überwachungstechnik etwas ändern.

Unser ganz persönlicher Weg zum Glück hängt nach wie vor von diesen drei Dingen ab: Das, was wir für uns selbst sind, das, was wir haben, also im weitesten Sinne besitzen und das, was wir vorstellen, also den anderen gelten. Doch nur das, was wir sind, an uns selbst haben, trägt letztlich zu unserem wahren Glück bei, da wir hier nur von uns selbst abhängen. Da bin ich ganz bei Schopenhauer.

Die Hochstapler, zu denen ich nun von einigen von meinen Arbeiten enttäuschten Kommentatoren gezählt werde, suchen dagegen ihr Glück in dem, was sie vorstellen -, also den Mitmenschen gelten wollen. Das aber ist, wie jeder schon aus der eigenen Kindheit wissen kann, ein Abhängigkeitsverhältnis, dass irgendwann enttäuscht werden muss, um uns auf dem Weg zum Selbstbewußtsein von dem Urteil der anderen zu emanzipieren. So lehrreich es auch sein mag, so kommt es aber letzlich darauf an, auf eigenen Füßen stehen zu lernen, also dem eigenen Urteil zu vertrauen. Wer das nicht lernen kann oder will, sondern sein Können und Wollen nur vortäuscht, um sich am Mitmenschen Vorteile zu verschaffen, kann durchaus so brillant sein wie Felix Krull oder amüsant, wie der Hauptmann von Köpenick.

Doch füllt er dann eben die Schlagzeilen, die Wartezimmer beim Psychologen, die Romane, Filme, Theaterdramen oder die Gefängnisse. Denn auch beim Hochstapeln will jeder nur mehr vor den anderen scheinen, als er ist, und, indem er seine Mitmenschen zum Besten hält - wahrlich ein Quell unterhaltsamster Komik - täuscht er sich über ihre Liebe zu ihm und über die eigene Überlegenheit. Denn alles beruht dann auf falschen Voraussetzungen. Ursache hierfür ist ein ausgeprägter Minderwertigkeitskomplex. Das ist die Tragik aller Hochstapler.

An so einem anstrengenden Leben bin ich nicht interessiert und so trifft mich der Vorwurf auch nicht. Ich freue mich über ein Lob wie über eine intelligente Kritik, denn beide machen mir Freude und die gebe ich gerne zurück. Bleiben sie aus, auch gut. Solange also Geben und Nehmen einander wohlwollend ergänzen, fühle ich eine Verbundenheit, die mein Bewußtsein weiter entfaltet. Böswillige Kommentare, die es sichtlich nur auf Denunziationen abgesehen haben, fallen von selbst auf die Kommentatoren zurück. Ich überlasse sie getrost dem Urteil meiner Leser. Ich mische mich ohnehin nicht in Meinungen über mich ein, wenn ich nicht persönlich angesprochen werde, sondern nur über mich gesprochen wird. So wichtig nehme ich mich eben nicht, wie diese Leute sich offenbar selbst.

Dennoch können wir nichts an der Tatsache ändern, dass wir niemals wirklich wissen werden, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen, was der Wille zum Leben ist und was er von uns will. Wir wissen also noch nicht einmal wirklich, was tatsächlich real ist; immer nur das, was wir für uns als real annehmen müssen, um zu überleben. Alles was wir einigermaßen sicher wissen können, ist, was unsere Sinne zu ergreifen in der Lage sind.

Darüber hinaus wissen wir eigentlich nichts und werden auch nie etwas wissen. Im Ungefähren können wir nur ahnen und glauben, also letztlich nur träumen. Die größte Sicherheit, die uns das Leben bietet, verdanken wir unseren Instinkten, nicht unserer Logik. Wie die zustande kommen, wissen wir aber auch nicht. Nur, dass wir ihnen im entscheidenden Moment stets mehr vertrauen können als uns selbst mit unserer bei allem Tempo noch immer viel zu schwerfälligen dialektischen oder syllogistischen Denkmechanik.

Es gibt ungefähr Siebenmilliarden Welten in unserer Welt, die von Pflanzen und Tieren nicht eingerechnet. Dazu kommt die gleiche Anzahl an Vorstellungen. Die meisten davon sind selten nüchtern, weil wir eben lieber vom Glück träumen, als vom Unglück Notiz zu nehmen. Was also in Bezug auf unsere gemeinsame rationale Verständigung hilft, sind möglichst gemeinsame Grundkenntnisse über die unklaren Grunddaten der eigenen Selbstschöpfung sowie über das Zustandekommen des Irrationalen in der Weltgeschichte wie Weltpolitik.

Das Auffinden des Gemeinsamen wie Trennenden kann jedoch keine Technik, keine Methode garantieren, also weder eine Religion noch Ideologie. Die Technik ist keine Gegenrealität. Mit den ihr inhärenten Heilsversprechen aufgrund ihrer scheinbar unabweisbaren Logik ist sie es vielmehr, die mit zum religiösen Dogma verführt. Doch es sind immer nur dieselben vier Fragen, die sich uns während unseres ganzen Lebens stellen, bei allem was wir glauben, hoffen und lieben. Die aber können in den vielen, vom Alltäglichen begrenzten Lebenssituationen nur sehr begrenzte Antworten versprechen. Kant hat sie der von Religionen und Ideologien geplagten Menschheit wieder ins Bewußtsein zurückgerufen. Hier sind sie nochmal:

Was kann ich wissen? Was soll ich tun? Was darf ich hoffen? Was ist der Mensch?

Kritische Leser, wie ich sie mir wünsche, prüfen daher natürlich alles Gelesene selbst auf Herz und Nieren. Denn das bringt sie ja erst weiter, läßt sie gegen die eigene Verunsicherung aktiv im Kopf werden; ob nun aus Überzeugung mittels Zustimmung oder Widerspruch, Hauptsache eben selbstdenkend. Doch erwarten kann ich das nicht und so lebe ich auch mit unfairen Kommentaren bzw. solchen, die ich so empfinde, ziemlich unbeschwert. Darüber kann ich nun bloß Bedauern ausdrücken, sie aber eben auch als Herausforderungen ansehen, selbst noch tiefer in die Materie einzusteigen und, wie im Folgenden, versuchen, etwas produktiver darauf zu reagieren.


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