Wer tauchen kann, ist noch lange kein Fisch
Die mephistophelische Ironisierung trifft wie so oft die Sache nicht. Dass
viele Menschen in eine fremde Kultur (unter der Einflüsterung Mephistos)
nur die eigenen gewohnten Vorstellungen hineinlegen und sie deshalb nicht
verstehen, ist sicher so. Aber dass es deshalb unmöglich sei, eine fremde
Kultur zu verstehen, ist ein Fehlschluss. Man kann durchaus das Eigene
hinter sich lassen und ganz eintauchen in eine fremde Kultur, um sie von
innen zu erleben und zu erkennen.
Natürlich ist das nicht leicht und gelingt dem einen mehr, dem anderen
weniger. Aber es ist prinzipiell möglich.Der vorliegende Artikel hat ja nun noch die Besonderheit, dass er auf
Schilderungen einer Koreanerin beruht, die in Korea aufgewachsen ist und
dann seit Jahren in die mitteleuropäische Kultur und Sprache vollkommen
eingetaucht ist und so beide in idealer Kompetenz vergleichen kann.
Was willst Du mehr? - Da mit der betäubenden Oberflächlichkeit von
Allgemeinplätzen zu kommen, ist doch völlig daneben und Ausdruck eben
oberflächlicher (mephistophelischer) Kritiksucht.
[[euklid]]
Das ist eben der Sinn der spenglerschen Aussage. Wer einen Computer benutzen kann, kann ihn deswegen noch lange nicht erfinden. Wer ein Auto fahren kann, kann es deswegen noch ange nicht erfinden. Wer einen Schalter umknipsen kann und damit die Beleuchtung einschaltet, hat deswegen noch lange nich den elektrischen Strom erfunden.
Deswegen würde mich die aussage der Koreanerin besonders interesieren, weil der Buchdruck mit beweglichen Lettern wurde ja im 9. Jh. in Korea erfunden, wenn wir der Hirnzuscheißindustrie Glauben schenken wollen.
Nun, eine Erfindung ist gar nichts. Wenn sie nicht zu folgeerfindungen führt, dann läuft sie sich tot und wird vergessen. Die Koreanerin kann uns sicher berichten über die Folgeerfindungen des Buchdrucks und den inneren Antrieb, aus dem sie gemacht wurden.
Gruß Mephistopheles