Guter Beitrag, weiterführende Studien

Miesepeter, Donnerstag, 17.11.2022, 19:09 (vor 10 Tagen) @ Martin1118 Views

Es ist zwar ein alter Hut und inzwischen bedeutungslos, aber diesem sachlichen und zutreffenden Beitrag möchte ich rekapitulativ einige weiterführende Informationen hinzufügen, falls sich jemand mit dem Thema nochmal beschäftigen möchte:

Link 1

Link 2

Link3

1.Die OP-Maske ist ein Medizinprodukt, ist aber nicht als Virenschutz gedacht, sondern zum Abhalten von Grobem: Schützt den Träger vor Spritzern (Blut, Speichel, usw.) , den Patienten vor Speichel und ausgeatmetem bakteriellem Aerosol. Geprüft wird die Filterleistung mit Bakterien des Typs Staphylococcus Aureus. Wichtig: Die Filterleistung wird nur am Material geprüft, nicht mit einem Prüfkopf. Für die Anwendung bedeutet das, dass primär ein Patient im direkten Atemstrom geschützt ist. Umgekehrt heißt das, dass bei der Benutzung von OP-Masken im ÖPNV oder im Laden die Nebenstehenden die ausgeatmete Luft umso konzentrierter abbekommen. Bei OP-Masken gibt es keine Angaben zum Arbeitsschutz. Bei längeren OPs werden diese auch über Stunden getragen.

Alles korrekt.

Interessant hierzu vielleicht noch aus der im ersten Link erwähnten Studie:

Apart from two notable exceptions (masks “Tie C” and “Strap A”, which perform better in these tests), all the masks demonstrated that they would reduce the exposure to infectious influenza virus present in a direct challenge by around 10-fold or less (i.e. a 1 log reduction or below)


2.Die FFP2-Maske, die aktuell in Deutschland im ÖPNV getragen werden muss, ist ein Produkt der persönlichen Schutzausrüstung und dient lediglich dem Schutz des Trägers, in der Regel in einer staubbelasteten Arbeitsumgebung. Diese Masken werden nicht auf Filterleistung gegen Viren geprüft, sondern lediglich gegen Aerosole. Dass Die Filterleistung gegenüber Aerosolen auch für Viren gilt, ist nur eine Annahme, ein realer Test ist mir nicht bekannt.

In der Praxis werden die wenigsten FFP2-Masken dicht getragen.

Das ist vermutlich so, das sagt aber nichts über die Qualität der Masken aus. Wer Bart trägt, oder schlecht abschliessende Masken benutzt, hat einen erheblich beeinträchtigten Filtereffekt. Wer jedoch angemessen sorgfältig vorgeht, kann einen hohen Filtereffekt erzielen, lt. verlinkter Studie bei FFP2 Masken je nach Modell zwischen Faktor 50 und 380 bei inerten Partikeln.


Wären die FFP2-Masken Medizinprodukte, müssten sie nach EN ISO 10339 auf Bioverträglichkeit geprüft werden, auch müsste geprüft werden, ob sich Partikel bis in den Nanobereich ablösen können. Es wäre eine formale Risikoanalyse gefordert, bei der auch Risiken durch bakterielle und andere Belastung betrachtet und ggf. klinisch validiert werden müssten, und ob es beispielsweise eine zu starke Belastung der Augen durch ausgeatmete Luft über der Nase geben könnte. Usw..

Die verwendeten Materialien sind bei beiden Maskentypen i.d.R. identisch, es ist daher davon auszugehen, dass die Bioverträglichkeit von FFP Masken nicht wesentlich von jener der medizinischen Masken abweicht.

Die meisten Leute, die sich von Masken Schutz versprechen, tun das nicht rational, sondern nach Bauchgefühl.

Das gilt allerdings ebenso für diejenigen, die Masken rundherum jeden Schutz absprechen ("Viren sind viel kleiner als die Maschen des Filtermaterials" usw).

Gruss,
mp


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