Irreale Vorstellungen zu Masken

Martin, Donnerstag, 17.11.2022, 18:21 (vor 12 Tagen) @ Plancius1343 Views

Zuerst sollte klar unterschieden werden, von welcher Art von Maske man spricht.

1.Die OP-Maske ist ein Medizinprodukt, ist aber nicht als Virenschutz gedacht, sondern zum Abhalten von Grobem: Schützt den Träger vor Spritzern (Blut, Speichel, usw.) , den Patienten vor Speichel und ausgeatmetem bakteriellem Aerosol. Geprüft wird die Filterleistung mit Bakterien des Typs Staphylococcus Aureus. Wichtig: Die Filterleistung wird nur am Material geprüft, nicht mit einem Prüfkopf. Für die Anwendung bedeutet das, dass primär ein Patient im direkten Atemstrom geschützt ist. Umgekehrt heißt das, dass bei der Benutzung von OP-Masken im ÖPNV oder im Laden die Nebenstehenden die ausgeatmete Luft umso konzentrierter abbekommen. Bei OP-Masken gibt es keine Angaben zum Arbeitsschutz. Bei längeren OPs werden diese auch über Stunden getragen.

2.Die FFP2-Maske, die aktuell in Deutschland im ÖPNV getragen werden muss, ist ein Produkt der persönlichen Schutzausrüstung und dient lediglich dem Schutz des Trägers, in der Regel in einer staubbelasteten Arbeitsumgebung. Diese Masken werden nicht auf Filterleistung gegen Viren geprüft, sondern lediglich gegen Aerosole. Dass Die Filterleistung gegenüber Aerosolen auch für Viren gilt, ist nur eine Annahme, ein realer Test ist mir nicht bekannt. Wichtig ist auch, dass die Angabe der Filterleistung nur an Probanden geprüft wird, die eine Art Normkopf haben. Für Bärte, Koteletten, ausgeprägte Gesichtsmerkmale gelten die 95%-Angaben nicht. Die FFP2-Masken sind nicht zum Schutz Anderer gedacht, es gibt dazu auch keine Prüfung. Beim Ausatmen wird die Maske vom Gesicht leicht weggedrückt, pfeift ein Teil der Luft an den Seiten heraus.
Die Arbeitsschutzvorschriften für FFP2-Masken sind nur relevant für Arbeitnehmer, sie gelten nicht für Passagiere im ICE. Wer liest eigentlich die (inzwischen immer lausigeren) Gebrauchsanweisungen? Grundsätzlich sind diese für das berufliche Umfeld verfasst, wo der Arbeitgeber Schulungen und geschultes Personal sicherstellen muss. In der Praxis werden die wenigsten FFP2-Masken dicht getragen.

Wären die FFP2-Masken Medizinprodukte, müssten sie nach EN ISO 10339 auf Bioverträglichkeit geprüft werden, auch müsste geprüft werden, ob sich Partikel bis in den Nanobereich ablösen können. Es wäre eine formale Risikoanalyse gefordert, bei der auch Risiken durch bakterielle und andere Belastung betrachtet und ggf. klinisch validiert werden müssten, und ob es beispielsweise eine zu starke Belastung der Augen durch ausgeatmete Luft über der Nase geben könnte. Usw..

Die meisten Leute, die sich von Masken Schutz versprechen, tun das nicht rational, sondern nach Bauchgefühl.


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