Das 1x1 der Staatsverschuldung ..

Beo2, NRW Witten, Samstag, 13.11.2021, 15:13 (vor 1529 Tagen) @ Mephistopheles2977 Views
bearbeitet von Beo2, Samstag, 13.11.2021, 15:21

Der Staat tilgt niemals, du Hirni! Kannst du an der Staatsverschuldungskurve jedes beliebigen Landes nachsehen.

Ich habe, auch dir Hirni, klipp und klar dargelegt, dass und warum der Staat seine Grundverschuldung regelmäßig prolongieren und fortlaufend an das BIP anpassen muss. Er tilgt also nur "quasi symbolisch", da er umgehend neuen Kredit in gleicher Höhe für seinen neuen Produktionszyklus braucht. Auch jedes größere Unternehmen funktioniert nach dem gleichen debitistischen Muster:

Kreditaufnahme => Produktion => Leistungslieferung => Einnahmen => Kredittilgung => Kreditaufnahme => usw. usf.
Dem ist nichts hinzuzufügen.

Der Staat schafft die gesetzlichen Rahmenbedingungen, nach denen Kredite, also Geld, entsteht, er schafft jedoch nicht das Geld selber. Das verwechseln die Hirnis immer.

Jedoch muss der Kredit getilgt werden, so dass das von Privaten geschaffene Geld wieder verschwinden würde. Da steht nun der Staat bereit als Kreditnehmer, als der große Attraktor, der sämtliches von Privaten geschaffene Geld durch Staatsanleihen requiriert.
Du sprichst von einem deformierten und "auf den Kopf gestellten" Währungssystem. Ich nicht. Ich rede von den sachlogischen, tieferliegenden Grundprinzipien, wie sie am Anfang des heutigen Währungssystems mit der Emission der Deutschen Mark unverfälscht vorlagen und immer noch klar erkannt werden können. Sonst könnte gar nichts funktionieren.

Jede Existenz eines privat erzeugten Zahlungsmittels (z.B. einer GBank) setzt die Existenz einer vom Staat via seine ZB emittierten Landeswährung voraus. Jedes private, einigermaßen akzeptierte Zahlungsmittel kann nur ein sekundäres Geldderivat einer primären Landeswährung (= ZB-Geld) sein - so müssen auch die Kosten der Hardware und die Energiekosten für eine private Kryptowährung in Euro aufgebracht werden. Diese Primärwährung, auch "Geldbasis" (M0) genannt, muss zuallererst (via Kredit der ZB) durch den Staat bzw. seine Ausgaben in das System gekippt werden. Dies geschah bei der Währungsreform in den Jahren 1948-49 mit ca. 13 Milliarden DM, die nach bestimmten Regeln verteilt wurden, was immer noch die Grundlage des heutigen Währungssystem ist ...
Etwa 8 Milliarden davon gingen direkt an die Staatsregierung (= Initialverschuldung des Staates). Mit den restlichen etwa 5 Milliarden wurden alle privaten Bestände an Reichsmark zu einem miserablem Kurs direkt durch die BdL umgetauscht. Von den 8 Milliarden des Staates wurden
_ 1) die geschenkten Startguthaben an die Bürger (sog. Kopfgeld) sowie
_ 2) zinslose Staatskredite an Unternehmen ausgezahlt, sofern diese keine ausreichenden Reichsmark'bestände besaßen. Diese zinslosen Staatskredite waren überwiegend pauschal nach der Anzahl der Lohnempfänger eines U. bemessen.
_ 3) Mit einem übrigen Teil dieser 8 Milliarden bezahlte der Staat seine Bediensteten und seine gewerblichen Einkäufe (in den ersten 2-3 Monaten) .. bis er ausreichend die erste Runde von Steuereinnahmen einsammeln konnte. Nun konnte das Wirtschaften losgehen, das staatliche sowie das private.

Das Emissionskonzept des Staates und seiner BdL war genial. Diese Initialsumme (= notwendige Grundverschuldung des Staates) musste nur noch fortwährend prolongiert und angepasst werden, weil das BIP wuchs und wuchs und damit auch das Volumen der Staatsaufgaben. Erst im Jahr 1957 wurde das hervorragend funktionierende System komplett umgekrempelt, nämlich mit der "Erfindung" der Deutschen Bundesbank und mit der Neudefinition ihrer Aufgaben und Kompetenzen. Hier begann ein gigantischer Betrug an den Bürgern und Steuerzahlen .. und zugleich auch die " exzessiv gehebelte" Erzeugung eines Geldderivates durch die Geschäftsbanken.

In einem Rechtsstaat, das ist ein Staat, der die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Entstehung von Geld geschaffen hat, landet somit tendenziell jedes Geld wieder beim Staat, ...

Ja, wo es ja hergekommen ist. Auch die Bundesbank ist eine staatliche "Bankbehörde" .. ihr Personal sind Beamte und Angestellte des Bundes. Das Gewinn-Verlust-Ergebnis der BuBa geht jedes Jahr an das FM.

... womit sämliche private Wirtschaft ihr Ende findet.

Jein, d.h. wenn der "Staat" beschließen würde, seine Verschuldung komplett zu tilgen. Er müsste alles private Geldvermögen "einsammeln".

Nur noch der Staat kann wirtschaften. Wir landen also im Debitismus unausweichlich in einer Staatswirtschaft.

Ja, wenn man das Währungssystem korrumpiert und auf den Kopf stellt. Und genau dies ist im Jahr 1957ff in DE geschehen. In vielen anderen Ländern kam man erst gar nicht in den Genuss einer segensreichen Währungsreform wie in DE, wennauch hier nur vorübergehend.

Mit Gruß, Beo2


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