Die ex post Empörung über ex ante Eintscheidungsfindung

Miesepeter, Donnerstag, 10.09.2020, 13:49 (vor 8 Tagen) @ Odysseus1528 Views
bearbeitet von Miesepeter, Donnerstag, 10.09.2020, 14:34

...zeugt von mangelnder Entscheidungserfahrung in Führungsposition.

wäre es dir lieber gewesen, die Prognosen wären von der Realität um ein Vielfaches übertroffen worden?


Es war ab Ende April klar, dass dem nicht so ist.

Im April gab es in vielen Staaten Europas (Spanien, Belgien, Italien, England, Frankreich Holland) eine deutliche Übersterblichkeit, in diesen Ländern war das Gesundheitssystem überlastet, hier im Forum wünschte DT der Dxxx alles Unheil der Welt an den Kragen ob ihrer Untätigkeit. Die Testkapazitäten in Europa reichten kaum aus, um die Leute, die sich mit Symptomen in den Krankenhäusern vorstellten, innerhalb eines angemessenen Zeitraums zu testen.

Die Engländer, die ursprünglich eine Laissez-faire Einstellung an den Tag gelegt hatten, machten eine Volte und führten Lockdowns ein.

Der User "Odysseus" schrieb, in Unterstützung einer allgemeinen Maskenpflicht (Zitat: Für den Mundschutz gibt es gute Gründe - der Respekt vor den Mitmenschen sollte allein schon reichen):

Die Angst durch REALE, SO NOCH NIE IN DEN WESTLICHEN GESELLSCHAFTEN VON DEN LEBENDEN ERLEBTE Mortalitätshäufigkeit in einigen Regionen ist da.

Und Du meinst jetzt, im April wäre es allen klar gewesen, dass es sich um eine Lapalie handelt? [[nono]]

Es ist nun mal ein globales, pandemisches Ereignis, bei dem man eben keine definitiven Aussagen treffen konnte und kann, wie sich alles weiter entwickelt.

Kaladhor hat völlig recht. Heute ist bekannt, wie der Verlauf im Frühjahr war, und wie er immer Sommer war. Im Sommer war er in allen Ländern Europas derart, dass trotz steigender Infektionen (Madrid zb augenblicklich eine Positivity rate von 15%) kaum schwere Krankheitsverläufe festgestellt werden. Vielleicht aber hat es etwas damit zu tun, dass Immunsysteme nach einem langen Winter in schlechterer Verfassung sind als im Sommer? Weisst Du es? Sollte man nicht lieber vorsichtshalber einen 12-Monats-Zyklus abwarten, bevor man sich festlegt, dass die Entwicklung des Sommers das wahre Geschehen reflektiert?

Doch, Jeder, der den Roman "Befehl von oben" von Tom Clancy kennt, weiß von dem Dilemma, in dem eine Regierung in so einem Fall steckt.

Den Roman kenne ich nicht, aber jeder, der Erfahrung in Entscheidungspositionen hat, weiss, dass man in Situationen, in denen schlicht und ergreifend die Daten- und Kenntnislage nicht ausreichend ist, um eine sichere Feststellung zu treffen, Entscheidungen dennoch gefällt werden müssen. Diese Entscheidungen in Unsicherheit sind selten optimal, sie sind mal besser, mal schlechter: dann muss man möglichst früh korrigieren.

Aber ex post, mit besseren Daten und Kenntnissen, sind alle natürlich die besseren Entscheider. Und hätten schon immer ganz anders entschieden, gelle?

Wirbst du hier gerade um Verständnis für die weltweiten Machenschaften zum Machterhalt und Fortsetzung der laufenden Agenden der Eliten und armer Politiker, die es eigentlich ganz ehrlich meinen?

In der Politik meint es niemand ehrlich. Jeder kämpft für seine Agenda.

Um eine persönliche Auswahl zu treffen, müsste man wissen, was ist diese Agenda der Eliten, und wie sieht die Agenda der anderen aus, die dagegen ankämpfen? Ich würde a priori nämlich nicht ausschliessen, dass auch diejenigen, die meinen, gegen die Agenda der Eliten anzukämpfen, letztendlich eine Agenda der Eliten vertreten (siehe zb Farbenrevolutionen). Ebensowenig würde ich ausschliessen, dass nach genauer Betrachtung die Agenda der Eliten sinnvoller ist als die Agenda der Nicht-Eliten. Man weiss es nicht, solange die nicht offenliegen.

Die Zerstörung hat doch gerade erst angefangen und es wird alles getan um sie fortzuführen.
Offenbar setzt du aber Hoffnung in Aufbauprogramme, wo 1000Mrd die kleinste Einheit sind.

Nun, solche Programme haben 1933-1938 in Deutschland zu einem bemerkenswerten Aufschwung geführt, der dem Adolf immerhin die Bewunderung von JM Keynes und ihm den Ehrentitel des Time Man of the Year eingebracht hat.

Am Ende freut sich die Bevölkerung über jedes Jahr, welche das Spiel noch weitergehen kann - ganz so wie man sich auch über jedes Jahr Leben im Alter freut, auch wenn man die ein oder andere bittere Medizin dafür schlucken muss.

Dem gegenüber steht als Alternative nur der sofortige Abriss, wie ihn Linder hinter Corona vermutet - das wäre eine sehr mutige, sehr professionelle Entscheidung der Eliten, lieber zu versuchen, das System aktiv neuzustarten als den totalen Zusammenbruch passiv zu erleiden und dann womöglich im Orkus der Unruhen unterzugehen. Das traut man den Dilettanten aber doch wohl eher nicht zu?


Noch nie wurde mit so wenigen Toten ein Krieg gegen die Völker geführt.

Das wäre somit absolut positiv, was besseres könnte den Völkern also gar nicht passieren. Oder hättest Du lieber einen Krieg mit mehr Toten?

Oder hättest Du vielleicht lieber gar keinen Krieg? Dann musst Du vielleicht ein neues Wirtschaftssystem suchen, welches nicht immer wieder zusammenbricht, und dann über das Gemenge von Angst, Wut, Verzweifelung, Not, Propaganda, falschen Informationen und Politik (Krieg mit anderen Mitteln) letztendlich zu einem Ausbruch der Emotionen führt, in welchem einzelne Bevölkerungsgruppen gegeneinander so aufgehetzt sind, das sie zum Töten bereit sind.

Ein guter allererster Schritt wäre dann vielleicht, die eigenen Emotionen soweit zu zügeln, dass man Leuten, die man gar nicht kennt und deren Entscheidungsgrundlagen man auch nicht kennt, immer reflexartig nur die bösesten und gemeinsten Absichten zu unterstellen.


Wer das im täglichen Leben vertritt, was du hier gerade gepostet hast, macht einen perfekten Job, damit die Regierung so weitermachen kann, wie bisher.
Dx und Entourage wäre hocherfreut.

Kaladhor hat ein durchaus vorsichtiges und mit Fragezeichen versehenes Posting geschrieben, auf welches Du mit Empörung reagierst ("Unfassbar, dass man sowas hier noch lesen muss") und ihn dafür zusammen mit der "Dx und Entourage" zum Teufel wünschst. Vielleicht solltest Du mal überlegen, warum Du so emotional reagierst und was Du mit solchen Postings erreichen willst. Überzeugen sicherlich nicht, denn Beleidigungen sind nun mal keine rationalen Argumente, und laden auch niemanden dazu ein, sich mit Dir rational auszutauschen. Emotionen hingegen schaukeln sich gegenseitig hoch, und jeder, der ad hominem attackiert, sollte sich bewusst sein, dass er so seinen Teil dazu beiträgt, das gesellschaftliche Klima weiter zu vergiften, bis eines Tages Politik mit anderen Mitteln gemacht wird.

Gruss,
mp


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