Raffinerie Schwedt, kleine Korrekturen
Die Raffinerie Schwedt ist bis zum Jahresende hochprofitabel, man sollte besser höchstprofitabel schreiben.
Die Ursache liegt im Ukrainekrieg, der sehr hohe Margen in Osteuropa erzeugt.
Nahezu die halbe Ukraine wird mit Notstromaggregaten betrieben, was einen erheblichen Preissog auslöst.
Die Versorgung aus Rußland wurde ja ab Januar durch die deutsche Regierung untersagt.
Dadurch ist nun die Versorgung zu 50% aus dem Hafen Rostock notwendig und möglich, und wurde auch schon reichlich getestet. Andere Rohölsorten laufen problemlos durch die kleine Röhre nach Schwedt.
Über den Hafen Danzig ist nur eine kleine Einspeisung als Ergänzung für die schon fast ausgelastete Logistik der Polen möglich, aber sie wollen auch nicht helfen.
Die Belieferung aus Kasachstan ist zwar theoretisch möglich, aber kompliziert.
Andere deutsche Raffinerien suchen aber auch Ersatz für des dicke Russenöl und lassen sich teilweise aus Venezuela beliefern, obwohl das Öl eigentlich auch russisches Öl ist, denn die Russen haben die dortige Förderung zu einem großen Teil übernommen.
Unsere beste Regierung aller Zeiten mit dem grünen Weltverbesserungsanliegen möchte die Gunst der Stunde nutzen und die sehr hohen Gewinne der Raffinerie nutzen, um eine (dauerhaft subventionsfressende) Grünraffinerie erstehen zu lassen. Da sie zwar die Gewinne von Rosneft einfrieren, aber nicht direkt für ihre Anliegen umleiten können, soll es vorerst eine Förderung durch den Bund geben, die alle Projekte zumindest teilweise finanziert. Eigentlich könnte das die Raffinerie locker selbst stemmen, aber durch die Treuhänderschaft geht das nicht so einfach, denn die Gewinne stehen weiter Rosneft zu und nicht dem treuhänderischen Bund.
Ob die Raffinerie auch mit einer Auslastung von 70% rentabel arbeiten kann?
Ich vermute ja, denn die Margen sind derzeit astronomisch und bis zum Ende des Ukrainekrieges wird sich daran vermutlich nicht sehr viel ändern. Danach sieht es dagegen nicht sehr rosig aus, aber Deutschland wird durch die geniale Deutsche Politik eh bald deutlich weniger Erdölprodukte benötigen, wenn die Industrie richtig runtergedrückt wurde.
Hilfreich dürfte auch das europäische Verbot der Einfuhr von Diesel und Benzin aus Rußland sein, das meines Wissens ab Februar greifen soll. Das wäre nochmal ein deutliches Konjunkturprogramm für die deutschen Raffinerien. Bezahlen dürfen diese Späße der Politiker wieder die Verbraucher.
Diesel bald 3€ pro Liter ist keine Unmöglichkeit und wird von den Grünen gern gesehen.
Der Einstieg der polnischen PKN Orlen in die Raffinerie Schwedt wäre für die Polen ein guter Schnitt, denn man rundet das Monopol im Großraum Polen dann noch weiter ab, schließlich besitzt der Konzern bereits die beiden Raffinerien in Polen, die Raffinerie bei Prag und die litauische Raffinerie in Mazeikiai (Moscheiken an der Windau).
Und es würde mich nicht wundern, wenn die Polen auch die ukrainischen Raffinerien übernehmen dürfen.
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MfG
LR
Alles ist ein Windhauch.