Der grundlegende Denkfehler
Lieber Beo2
wenn man Freiheit richtig definiert:
Menschen sind frei, wenn sie einen Konsens erleben, nach dem jeder die unbeschränkbare Selbstbestimmung aller anderen Menschen anerkennt.
Das ist wohl unzweifelhaft eine richtige Definition von Freiheit, oder?
Halten wir mal fest: Freiheit, das betrifft also nur Studenten der Soziologie und der anderen Laberwissenschaften. Alle anderen brauchen sich nicht damit zu beschäftigen.
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es ist eben unnötig und es wäre dumm. Weil Herrschaft prinzipiell niemals dauerhaft funktionieren kann. Herrschaft ist ohne "Gehorchen" unmöglich. Gehorchen führt zu einem Ungleichgewicht, bei dem die Herrschenden ihre Interessen gegen die Untertanen durchsetzen können. In der Folge beanspruchen die Herrschenden zu viele Ressourcen für die Erfüllung ihrer Interessen oder denen ihrer Freunde. In der Folge werden die für die Untertanen bereitstehenden Ressourcen zu knapp. Und die Gesellschaft kollabiert früher oder später. Das kann durch Eroberung seitens einer Nachbarmacht erfolgen, durch eine Revolution der Untertanen, durch interne Rivalen der Herrschenden, durch gemeinsames Verhungern, oder oder. Wie ist letztlich egal.
Der grundlegende Denkfehler besteht darin, dass diejenigen, die beim - unausweichlichen - Kollaps des Systems verschwinden werden, ohne dieses System niemals existiert hätten.
Das ist so wie im Schweinestall, wenn Old Major den Schweinen erklärt, gemeinsam könnten sie die Freiheit erreichen, wenn sie zusammenhalten und die Tore sprengen. Was er nicht weiß (er ist ja schließlich nur ein Schwein), ist, dass die allermeisten Schweine nur im Schweinestall geboren wurden und in Freiheit niemals existieren würden.
Der Denkfehler liegt also bereits zu Beginn. Beim Kollaps des Systems werden nur die draufgehen, die unter normalen Bedingungen niemals existiert hätten.
Der Kollaps des Systems ist nichts anderes als die Rückkehr zur Normalität.
Gruß Mephistopheles