Spengler hat den Kollaps nur festgestellt, ich denke ich kann ihn inzwischen erklären

Morpheus, Sonntag, 28.08.2022, 15:05 (vor 1272 Tagen) @ Mephistopheles5344 Views

Hallo Mephistopheles,

Wie du ja weißt, bin ich kein besonders eifriger Bibelforscher, sondern eher ein Gläubiger Oswald Spenglers vom (unausweichlichen) Untergang des Abendlandes.

Ja die Risiken sind groß, sehr groß, aber wenn wir die Ursachen erkannt haben, lässt sich das vielleicht noch vermeiden, wenn wir die Zeit bekommen das System umzubauen.

Ganz einfach, das Abendland muss untergehen, weil bisher alle Kulturen untergegangen sind. Die römische Ziviisation hat sich noch ein paar Jahrhunderte gehalten, obwohl es an allen Ecken und Enden immer mehr knirschte. Aber immerhin, Rom ist nicht untergegangen, wenn sich auch die altrömischen Senatoren im Grabe umdrehten, als nicht mehr Jupiter und Mars und die Venus verehrt wurden, sondern Gottvater und Jesus und die Jungfrau Maria.

Die Reiche gehen immer an Deflation unter. Das Geld verschwindet einfach. Am Ende ist nichts mehr da. Guck in die USA. Jeder Dollar der da kursiert, wird für Waren ausgegeben, die aus China geliefert werden. Selbst stellen die nichts mehr her, weil sie es bei sich in den USA nicht (und sonst in der Welt schon gar nicht) verkaufen könnten, weil es durch die krasse Überbewertung des Dollars einfach nicht konkurrenzfähig sondern viel zu teuer ist. Dieses Problem droht jedem Herrschaftsgebiet, was zu groß ist, wenn ein falsches Geld verwendet wird und die Herrscher maßlos sind indem sie zu hohe Abgaben fordern oder zu hohe Nebenkosten erzeugen.


Aber, immerhin dachte ich, die abendländische Zivilisation hält sich noch ein paar Jahrhunderte. Auch Oswald Spengler selbst ging wohl von einer Dauer von mehreren Jahrunderten aus.
Bis mir aufgefallen ist, das könne auch sehr schnell gehen, innerhalb weniger Jahre, vll. 1, 2 Jahrzehnte.

Ja und vierzehn Jahre haben wir seit der Finanzkrise von 2008 schon rum.

Genau wie die römische Zivilisation angewiesen war auf Militärstraßen im Ganzen Reich, wo die römischen Legionen innerhalb weniger Wochen um 1.000e Kilometer verlegt werden konnten und Aquaedukte mit frischem Wasser und Thermalquellen in jeder Stadt, damit es keine Seuchen gab und die bereits zu Beginn erstickt werden konnten und Getreideschiffe aus Ägypten, gerudert von Sklaven oder Sträflingen. Ohne das war es sehr schnell vorbei mit der römischen Herrlichkeit und Rom konnte nicht mehr bestehen, selbst wenn seine Legionen nicht besiegt wurden; ist es beim Westen so, dass er sich mit seinen modernen Waffen zu Tode siegen kann, wennn nicht, und das noch in viel größerem Ausmaß als die Römer, von aller Welt her billige Energie und Rohstoffe geliefert werden, damit sie zigtausende Containerschiffe rund um die Uhr und verlässlich Billigramsch verschiffen.
Rom war genau so, wie heute die USA, ein Saugnapf, der aus der ganzen Welt Resourcen abzog. Als das endete, endete auch das Imperium.

Alle Imperien enden so. Es ist ein natürlicher Schutz, der im genialen System von Herrschaft durch Geld natürlicherweise vorhanden ist. Geld lässt sich in so riesigen Gebieten nicht hinreichend gleichmäßig verteilen. Es kommt stets zu Konzentrationen und Mangelgebieten. In den Mangelgebieten kursieren am Ende keine Münzen/Dollar/Euro mehr, also kann man nichts mehr kaufen. Alles abgeflossen in die Kolonien.


Dazu hätte der Westen ganz ganz dringend die russischen Rohstoffe benötigt, genau so wie Rom die unendlichen germanischen Wälder für den Schiffbau und die Holzkohle für die Thermalbäder benötigt hätte.

Nein, die USA brauchen den Diebstahl der Ressourcen, weil sie ein völlig überteuerten Apparat im Innern nicht mehr finanzieren können. Statt den Russen werden jetzt die Europäer ausgeraubt mit Hilfe von korrupten Regierungen, wie bisher nur die Dritte Welt ausgeraubt wurde.

Aber, so wie es aussieht, weder kamen die Römer an die germanischen Ressourcen ran noch die Ami an die russischen Energie- und Rohstoffressourcen. Genau deswegen die Militäraktion in der Ukraine.

Das Problem durch die Schulden und die Importe wertet das Geld enorm auf und es kann nichts mehr konkurrenzfähig produziert werden. In den USA gibt es fast nur noch Dienstleistungen und Baugewerbe, die eben keiner ausländischen Konkurrenz unterliegen.


Deswegen hat Putin das auch völlig richtig als Militäraktion in der und nicht Krieg gegen die... bezeichnet, weil es ausschließlich darum geht, die Amis von den russischen Rohstoffquellen fernzuhlten. Das ist das gesamte Kriegsziel; nicht mehr. Ende der Globalisierung. Es ist also ein reiner Präventivkrieg

Ja, ist ein Präventivkrieg, damit Russland nicht ausgeraubt wird und verbunden mit der Hoffnung, dass das Imperium fällt, ohne den großen Krieg.

Und genau daran müssen wir unbedingt alle arbeiten, wenn wir überleben wollen.

Grüße
Morpheus

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