Warum muss es einen Rechtsstaat geben damit aus Herrschaft Staat wird.
Lieber Mephistopheles
was ist das rein abstrakt gesehen also, weil Du und alle Demokraten ihn als ein ach so tolles, monströses Etwas vor euch hertragt?
Rechtsstaat ist die Herrschaft des Gesetzes. Ohne Rechtsstaat keine Schulden und kein Geld, kein wirtschaften und keine Steuern.
Das ist mMn nicht richtig. Geld gab es sicher Jahrtausende vor dem ersten Rechtsstaat und Schulden gibt ganz kurz nach dem es Geld gibt, weil jeder der seine Abgaben (Geld) nicht zahlen kann, wird versuchen es irgendwo zu borgen. Und das Wirtschaften begann mit dem Geld. Ich könnte jetzt hier noch einmal viel schreiben, aber bitte lies doch einmal ##hier##. Wenn Du es gelesen hast und nicht verstehen kannst oder es anders siehst, dann melde Dich bitte und dann können wir das erörtern. Aber wenn Du immer von einer falschen Grundlage ausgehst, kommen wir nicht weiter.
Die Entwicklung von Wirtschaft, Vermögen, Geld, Steuern und Krediten verläuft also synchron zur Entwicklung des Rechtsstaates.
Nein, der Rechtsstaat entwickelte sich viel später, als man statt gebrüllter Befehle anfing gebrüllte Befehle aufzuschreiben. Strukturell ist ein Gesetz in einem Rechtsstaat nichts anderes als der vormals gebrüllte Befehl eines Diktators/Mafioso. Und der Rechtsstaat, den wir durch die enorme Verfeinerung der Gesetzgebung in den letzten 50 Jahren erleben mussten, trägt definitiv dazu bei, dass wir heute kurz vor dem Kollaps stehen. Denn nur weil Gesetze aufgeschrieben worden sind, wurden sie nicht inhaltlich besser und dem Wohle des Volkes dienen die meisten schon gar nicht. Besonders viele Gesetze sind dazu da, das Volk auszusaugen, ob mit Steuern, Gasumlagen oder was auch immer.
Das hattest Du übrigens gelöscht:
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Ja, wenn Du Dir die Details gar nicht anschaust, wird da auch kein Erkenntnis-Gewinn entstehen können. Herrschaft lässt sich auf zwei Sonderrechte der Herrschenden zurückführen, die bei jeder Mafia-Herrschaft gleich sind:
1) Abgaben kassieren
2) Befehle erteilen
3) In einem Rechtsstaat; der nicht naturgegeben ist, sondern mit steigendem Aufwand aufrechterhalten werden muss. Endet dieser, oder wird er abgeschafft, dann gibt es keine Möglichkeit mehr, zu wirtschaften.
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Und es war der Ausgang meiner Nachfrage. Ich möchte mal anmerken, dass 3) identisch ist mit dem 2), denn der Rechtsstaat sind NUR dokumentierte Befehle, vielleicht in unverständliches Juristen-Kauderwelsch überführt.
Der Witz ist, dass wir die erste Kultur weltweit sind, die diese Entwicklung anhand von Dokumenten seit Karl der Große nachvollziehen könnte. Statt dessen beschäftigt man sich lieber mit griechischer Geschichte. Dabei wäre das mehrere Doktorarbeiten!
Das könnte sein, aber außer in Details sehe ich da keine Erkenntnisgewinnchancen.
Im Rechtsstaat kann der Machthaber nicht nach Willkür entscheiden, sondern nach Recht und Gesetz.
Du meinst sicher, der Machthaber müsste vorher wohl das Gesetz ändern. Was die Willkür ja wohl nicht ändert, sondern allenfalls verzögert zur Anwendung bringt. Und der Untertan muss das Recht auch noch einklagen können bei den Gerichten. Und die müssten dafür erst einmal unabhängig vom Staat sein. Aber dafür gibt es nicht mal im besten Deutschland aller Zeiten inkl. Grundgesetz auch nur die geringsten Anhaltspunkte.
Der Rechtsstaat ist die Voraussetzung für Wirtschaft Und Steuern; ansonsten nur Raub und Plünderung. Jedenfalls nach Marcel Proust. Ohne Rechtsstaat kann niemand wirtschaften und keiner kann Kredite aufnehmen.
Also Steuern gab es schon lange, lange vor dem Rechtsstaat. Siehe oben. Und was der zitierte Proust damit zu tun haben soll erschließt sich mir nach einem Überfliegen des Wikipedia-Artikels nicht wirklich. Und gewirtschaftet wurde seit des Geld gibt und Kredite gab es auch kurz nach der Einführung von Geld (s.u.).
Alle modernen Diktaturen, haben sich, wenn auch mit biegen und brechen, an den Rechtsstaat gehalten. Das hat Michael Winkler in einem seiner Pranger mal schön erläutert.
Genau so ist es. Ein Rechtsstaat garantiert gar nichts. Er ist nicht einmal für die Bürger da, sondern in erster Linie für die Herrschenden. Der Rechtsstaat dokumentiert die Anweisungen der Herrschenden an ihre Schergen. Das ist sein primärer Nutzen und das kann man ganz leicht beweisen, weil es ihn schon gab, als die Befehle von den betroffenen Untertanen oder Tributpflichtigen (noch) überhaupt nicht gelesen werden konnten. Und auch heute kann das normale Volk die meisten Gesetze zwar lesen, aber keinesfalls verstehen. Denn auch heute dient der Rechtsstaat fast ausschließlich den Herrschenden.
Auch der Sonnenkönig hat sich einmal bitterlich über die Richter beschwert. Von wegen Absolutismus also. Die Gerichte waren also mächtiger als der König.
Ach, doch einmal. Na dann!
Jetzt noch mal zu Deiner Überschrift:
Rechtsstaat ist, wenn aus einer Herrschaft ein Staat wird
Auch das kann ich in der Praxis nur teilweise so erkennen. Es gibt Staaten, die Herrscher haben, aber keinen Rechtsstaat. Also ich weiß nicht, was diese ganzen Diskussionen wirklich sollen?
Ich würde mir wirklich wünschen, Du würdest Deine Kraft mal in was Konstruktives investieren und nicht ständig nur destruktiv und (selbst-)zerstörerisch (denken und) argumentieren. Vor allem, weil es wie man hier sehen kann noch nicht einmal stimmig ist. Über konstruktive Verbesserungsvorschläge würde ich mich freuen und andere sicher auch, aber so ist die Diskussion mMn für keinen von uns ein Gewinn. Und wenn es Zynismus ist, ist der auf Dauer auch ungesund, denke ich.
Grüße
Morpheus
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