Das Papier überzeugt nicht

Romeo, Somalia 2.0, Dienstag, 28.07.2020, 15:03 (vor 11 Tagen) @ nereus1044 Views

Hallo Nereus,

werfen wir mal einen schnellen Blick aufs Abstract:
„In this research, we show that 5G millimeter waves could be absorbed by dermatologic cells acting like antennas, transferred to other cells and play the main role in producing Coronaviruses in biological cells.
DNA is built from charged electrons and atoms and has an inductor-like structure. This structure could be divided into linear, toroid and round inductors.
Inductors interact with external electromagnetic waves, move and produce some extra waves within the cells.
The shapes of these waves are similar to shapes of hexagonal and pentagonal bases of their DNA source.
These waves produce some holes in liquids within the nucleus. To fill these holes, some extra hexagonal and pentagonal bases are produced.
These bases could join to each other and form virus-like structures such as Coronavirus.
To produce these viruses within a cell, it is necessary that the wavelength of external waves be shorter than the size of the cell. Thus 5G millimeter waves could be good candidates for applying in constructing virus-like structures such as Coronaviruses (COVID-19) within cells.“

Mal abgesehen vom handwerklichen formalen Fehler, dass der Coronavirus nicht COVID-19 heißt, sondern SARS-CoV-2, der einem seriösen Wissenschaftler (und schon gar nicht einer ganzen Gruppe von Wissenschaftlern) nicht unterlaufen sollte, und unterstellt, dass die sonstigen Herleitungen des Papers auch nur den Hauch einer Substanz haben:
der wichtigste Satz daraus ist folgender:

To produce these viruses within a cell, it is necessary that the wavelength of external waves be shorter than the size of the cell.

Schauen wir doch mal auf die Fakten:
die ersten 5G-Anwendungen werden zunächst mit herkömmlicher Technologie gebaut werden, in konventionellen Freqenzbereichen (FR1) zwischen 0,6 und 5 GHz. Die Wellenlängen bewegen sich hier also zwischen 6 cm und 50 cm.
Die neuen vorgesehenen hohen Frequenzen (FR2) werden in Bereichen zwischen 24 und 30 sowie zwischen 37 und 40 GHz liegen. Hier reden wir also von Wellenlängen zwischen 1 und 1,3 cm, bzw. 7,5 mm bei 40 GHz. Ich weiß gar nicht, ob es da schon massentaugliche Technologie gibt, um diese neuen FR2 Bereiche bereits heute nutzen zu können, in DE sind m.W. derzeit nur Bänder im FR1-Bereich bis 3,7 GHz (= kürzeste Wellenlänge 8 cm) zur Nutzung vorgesehen.
https://de.wikipedia.org/wiki/5G#Frequenzbereiche

Also Entwarnung.
Denn das würde, falls die sonstigen Theorien des Papiers zutreffen sollten, auch später bei FR2-Nutzung nur Lebewesen betreffen, deren einzelne Hautzellen allermindestens größer als 7,5 mm sind.
Mal eben kurz nachgeschaut: meine Hautzellen sind etwas kleiner.
Puh, nochmal Glück gehabt.

Schade eigentlich, dass der fachliche Inhalt des Papiers bereits hier krachend zerschellt, hatten sie sich doch mit den bunten Bildern echt Mühe gegeben.

Ungläubige Grüße,
R.

--
Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.


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