Damit Geld seinen Wert hat, kommt es auf eine kontinuierliche Nachfrage an
Hallo nereus,
also, das was da entscheidendes geändert wurde, muss man wirklich verstehen. Es ist nämlich offensichtlich nicht so einfach. Denn auf die Geldmenge insgesamt kommt es doch wohl nicht an. Die konnte in den letzten 80 Jahren irre anwachsen, ohne das es Inflation gab. Im Gegenteil, alle reifen Volkswirtschaften kämpf(t)en mit Deflation.
Was hat sich also geändert?
Du schreibst: Die Anleihen wurden nicht mehr am Markt platziert sondern von der FED mit frisch geschöpften Dollar gekauft.
Das ist schon klar, aber hierbei spielen doch die Gründe eine wichtige Rolle.
Die Anleihen waren einfach nicht mehr marktfähig und nur deshalb mußte die FED in die Bresche springen.
Andernfalls wären doch diese Anleihen wie üblich am Markt angeboten worden.
Diesen Hintergrund muß man doch bei der ganzen Debatte im Visier haben.
Ja, das ist die Ursache für die Maßnahme. Ja, das System ist am kollabieren. Das ist schon klar. Die Anleihen lassen sich NICHT zu den Zinsen am Markt platzieren, die man anbietet, anbieten will. Das liegt daran, weil deren PLANWIRTSCHAFT nur an einem Zins festgemacht wird.
Wenn eine Anleihe gezeichnet wird, dann mit "gespartem Geld", also Geld was vorher über Bankkredite entstanden war.
Ja, so war das üblich, jetzt macht es die FED halt anders.
Ja, genau dieses "anders" erklärt, warum es keine Nachfrage mehr nach dem Geld gibt. Der bisherige Schuldner, mit dem das Geld entstanden war, der muss sich kontinuierlich um Tilgung und Zinsen seines Kredits kümmern und dafür musste er sich Geld beschaffen, also Leistungen anbieten. Die FED muss nicht tilgen, sie hält die Anleihen dauerhaft in der Bilanz. Deshalb sinkt die Nachfrage nach Geld. Und wenn die Nachfrage nach Geld sinkt, entsteht die Inflation. Was die FED stets nur gesehen hatte, und was am Anfang auch so war, dass die Deflation, durch den zuvor erlebten Mangel an Geld besser wurde.
Es gibt also einen Schuldner, der leisten muss.
Das ist aber nicht der Käufer der Anleihe, sondern der, der die Schuldverschreibung veranlaßt bzw. emittieren läßt – in diesem Fall der Staat.
Nein, ich spreche von dem Schuldner, über den das Geld ursprünglich in Umlauf kam. Dieser Schuldner, dessen Geld beim Sparer landete, der dann früher (über den Markt) die Anleihe gezeichnet hat. Hier liegt das Missverständnis. Dieser Schuldner muss Leistungen anbieten und er gibt dem Geld nach wie vor seinen Wert. Mit der Anleihe wird dieses Geld das zweite (oder dritte) Mal verliehen.
Bei den Dollar, die über die FED beim Anleihenkauf direkt in Verkehr gebracht werden, fehlt dieser Schuldner und niemand muss eine Leistung erbringen und "das Geld nachfragen".
Nein, Du verwechselst hier Gläubiger und Schuldner.
Der, der das Geld über diese Anleihe benötigt, das ist der Staat, in diesem Fall die US-Regierung.
Und damit bleiben die USA Schuldner, völlig unabhängig davon, wer diese Anleihen kauft.
Es gibt für Geld das bis 2008 entstanden war stets mindestens einen Schuldner, weil Geld nur durch Kredit entstehen konnte. Mit der Anleihe kam dann der zweite Schuldner für dieselben Dollar dazu.
Daraus läßt sich schlußfolgern, daß „viele dieser Schulden“ eben nicht mehr durch Anleihen in die Welt kommen.
Das ist leider eine völlig falsche Schlußfolgerung.
Wenn die FED ihre Bilanz mit US-Staatsanleihen aufbläht, dann kommt dieses neue Geld wie früher auch in die Welt.
Ja, aber sie fragt es eben nicht nach, und deshalb senkt sich damit die Nachfrage nach Geld und der Wert des Geldes sinkt.
Hier z.B. kann man es nachlesen.
Die Zeichen verdichten sich, dass die Federal Reserve schon im November beginnt, die Anleihekäufe im Rahmen des „Quantitative Easing“-Programms zurückzufahren. Entsprechende Hinweise gehen nicht nur aus den Protokollen der jüngsten geldpolitischen Beratungen des maßgeblichen Offenmarktausschusses der Fed hervor, sondern auch aus den jüngeren Reden der Zentralbanker Richard Clarida und Michelle Bowman.
Die Federal Reserve erwirbt seit Mitte März 2020 Monat für Monat Schatzbriefe der Bundesregierung und Hypothekenanleihen, die von staatlich gestützten Agenturen begeben werden, im Gesamtumfang von 120 Milliarden Dollar im Schnitt.Quelle: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/warum-die-us-notenbank-fed-ihre-anleihekaeufe-been...
Die FED erwirbt die Schatzbriefe!
Der Schuldner ist geblieben, aber der Gläubiger hat gewechselt.
Wenn das nicht geklärt wird, können wir uns die darauf aufbauende Diskussion ersparen, weil wir beide jeweils von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen.
Ich hoffe, der Unterschied ist jetzt oben klar geworden. Ankündigen kann die FED viel, wenn sie es denn machen würden, dann wären die USA ganz schnell zahlungsunfähig, oder die Zinsen müssten explodieren und sie wären ein ganz klein wenig später pleite.
Anleihen werden, außer von den ZBs, stets mit existierendem Geld bezahlt.Aber @Morpheus, der Prozess ist doch unterm Strich derselbe.
NEIN, einmal gibt es einen Erst-Schuldner, das andere mal nicht.
Deine zuvor geschöpften Gelder haben nur einen anderen Zeitrahmen.
Früher verging etwas Zeit (nach der Geldschöpfung) bevor die Gläubiger (Versicherungen, Pensionsfonds usw.) die Anleihen erwarben.Jetzt schöpft die FED den Kredit sofort, quasi in Sekundenschnelle.
Aber an dem Vorgang - das hier neues Geld entsteht – ändert sich nichts, außer dem neuen Schuldverhältnis.
Zeit ist völlig irrelevant. Das Thema Zeit hat uns immer vom eigentlichen Kern der erzwungenen Nachfrage weggeführt.
Bei der Kreditvalutierung von Geschäftsbanken wird Geld geschöpft.Ja.
Aber Geld, das einen Schuldner hat, der jeden einzelnen Dollar irgendwann zurückzahlen muss/müsste.
Ja, aber der Schuldner ist in diesen Fällen IMMER der Staat.
Ja, wenn die FED die Anleihe direkt kauft ist der Staat Erst-Schuldner, wenn Anleihen am Markt platziert werden ist der Staat der Zweit-Schuldner.
UPDATE: Und NUR dann oder DESHALB macht sich das NICHT-LEISTEN des Staat bemerkbar. Diesen Unterschied bei der Auswirkung des NICHT-LEISTENS hat dottore niemals erkannt. Deshalb kamen wir an dieser Stelle nie weiter.
Er war es früher und ist es heute.
Der braucht doch die Kohle und nicht der Gläubiger.Und bei der FED – die in diesem Fall als Gläubiger an die Stelle des Käufers tritt - besteht jetzt das Schuldverhältnis zwischen Staat und Notenbank.
Daraus folgt allerdings, daß die Rolle zwischen Schuldner und Gläubiger zu verwischen beginnt.
Der Staat und die ZB sind nämlich Kumpane, die voneinander abhängig sind.
DAS ist das Problem.
Wir erleben hier einen Mega-Betrug und die Mehrheit der Bevölkerung versteht überhaupt nicht, was da vor sich geht.
Nein, das System wird im Interesse aller am Laufen gehalten.
Ich schrieb weiter: Der Schuldner dieser Anleihen ist der STAAT!Du antwortest: Nein, alles Geld was in den westlichen Staaten bis 2008 zirkulierte war mittels Krediten entstanden.
Das sind doch jetzt auch Kredite.
Was soll es denn sonst sein?
Kredit kommt von einer Geschäftsbank und ist neue geschöpftes Geld mit einem Schuldner der freien Wirtschaft. Anleihen waren (bis die ZB das QE erfanden/erfinden mussten) stets die Weitergabe von Sparguthaben zwecks leistungslosem Einkommen.
Wir haben ein Kreditgeld und normales Geld entsteht immer bei der Kreditvergabe durch Geschäftsbanken bzw. NUR mittels eines Schuldners, der das Geld zzgl. Zinsen zurückzahlen muss. Dafür muss er Leistungen erbringen.
Der Staat als Schuldner hat fast nie Leistung erbracht, er hat immer nur aufgeschuldet, in dem er die alten Schulden mit neuen Schulden bezahlte.
Das hat uns @dottore doch von früh bis spät ins Hirn gemeißelt.
Ja, aber warum hat das System denn trotzdem solange und so gut funktioniert. Ich hatte dottore bis 2008 auch geglaubt, aber wir schreiben 2022 und "Game over" hatten wir immer noch nicht. Gott sei Dank!
Ich weiß gar nicht, was ich jetzt noch schreiben soll.
Ich kann dieser Argumentation nur noch schwer folgen, weil die Rollen von Gläubigern und Schuldnern unklar bleiben.
Erst-Schuldner, Zweit-Schuldner, ...
Ich hoffe es wurde jetzt klarer.
Grüße
Morpheus
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