Der Wald ist noch immer voller Bäume. ;-)
Hallo Morpheus!
Du schreibst: Die Anleihen wurden nicht mehr am Markt platziert sondern von der FED mit frisch geschöpften Dollar gekauft.
Das ist schon klar, aber hierbei spielen doch die Gründe eine wichtige Rolle.
Die Anleihen waren einfach nicht mehr marktfähig und nur deshalb mußte die FED in die Bresche springen.
Andernfalls wären doch diese Anleihen wie üblich am Markt angeboten worden.
Diesen Hintergrund muß man doch bei der ganzen Debatte im Visier haben.
Wenn eine Anleihe gezeichnet wird, dann mit "gespartem Geld", also Geld was vorher über Bankkredite entstanden war.
Ja, so war das üblich, jetzt macht es die FED halt anders.
Es gibt also einen Schuldner, der leisten muss.
Das ist aber nicht der Käufer der Anleihe, sondern der, der die Schuldverschreibung veranlaßt bzw. emittieren läßt – in diesem Fall der Staat.
Bei den Dollar, die über die FED beim Anleihenkauf direkt in Verkehr gebracht werden, fehlt dieser Schuldner und niemand muss eine Leistung erbringen und "das Geld nachfragen".
Nein, Du verwechselst hier Gläubiger und Schuldner.
Der, der das Geld über diese Anleihe benötigt, das ist der Staat, in diesem Fall die US-Regierung.
Und damit bleiben die USA Schuldner, völlig unabhängig davon, wer diese Anleihen kauft.
Daraus läßt sich schlußfolgern, daß „viele dieser Schulden“ eben nicht mehr durch Anleihen in die Welt kommen.
Das ist leider eine völlig falsche Schlußfolgerung.
Wenn die FED ihre Bilanz mit US-Staatsanleihen aufbläht, dann kommt dieses neue Geld wie früher auch in die Welt.
Hier z.B. kann man es nachlesen.
Die Zeichen verdichten sich, dass die Federal Reserve schon im November beginnt, die Anleihekäufe im Rahmen des „Quantitative Easing“-Programms zurückzufahren. Entsprechende Hinweise gehen nicht nur aus den Protokollen der jüngsten geldpolitischen Beratungen des maßgeblichen Offenmarktausschusses der Fed hervor, sondern auch aus den jüngeren Reden der Zentralbanker Richard Clarida und Michelle Bowman.
Die Federal Reserve erwirbt seit Mitte März 2020 Monat für Monat Schatzbriefe der Bundesregierung und Hypothekenanleihen, die von staatlich gestützten Agenturen begeben werden, im Gesamtumfang von 120 Milliarden Dollar im Schnitt.
Quelle: https://www.faz.net/aktuell/finanzen/warum-die-us-notenbank-fed-ihre-anleihekaeufe-been...
Die FED erwirbt die Schatzbriefe!
Der Schuldner ist geblieben, aber der Gläubiger hat gewechselt.
Wenn das nicht geklärt wird, können wir uns die darauf aufbauende Diskussion ersparen, weil wir beide jeweils von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen.
Anleihen werden, außer von den ZBs, stets mit existierendem Geld bezahlt.
Aber @Morpheus, der Prozess ist doch unterm Strich derselbe.
Deine zuvor geschöpften Gelder haben nur einen anderen Zeitrahmen.
Früher verging etwas Zeit (nach der Geldschöpfung) bevor die Gläubiger (Versicherungen, Pensionsfonds usw.) die Anleihen erwarben.
Jetzt schöpft die FED den Kredit sofort, quasi in Sekundenschnelle.
Aber an dem Vorgang - das hier neues Geld entsteht – ändert sich nichts, außer dem neuen Schuldverhältnis.
Bei der Kreditvalutierung von Geschäftsbanken wird Geld geschöpft.
Ja.
Aber Geld, das einen Schuldner hat, der jeden einzelnen Dollar irgendwann zurückzahlen muss/müsste.
Ja, aber der Schuldner ist in diesen Fällen IMMER der Staat.
Er war es früher und ist es heute.
Der braucht doch die Kohle und nicht der Gläubiger.
Und bei der FED – die in diesem Fall als Gläubiger an die Stelle des Käufers tritt - besteht jetzt das Schuldverhältnis zwischen Staat und Notenbank.
Daraus folgt allerdings, daß die Rolle zwischen Schuldner und Gläubiger zu verwischen beginnt.
Der Staat und die ZB sind nämlich Kumpane, die voneinander abhängig sind.
DAS ist das Problem.
Wir erleben hier einen Mega-Betrug und die Mehrheit der Bevölkerung versteht überhaupt nicht, was da vor sich geht.
Ich schrieb weiter: Der Schuldner dieser Anleihen ist der STAAT!
Du antwortest: Nein, alles Geld was in den westlichen Staaten bis 2008 zirkulierte war mittels Krediten entstanden.
Das sind doch jetzt auch Kredite.
Was soll es denn sonst sein?
Wir haben ein Kreditgeld und normales Geld entsteht immer bei der Kreditvergabe durch Geschäftsbanken bzw. NUR mittels eines Schuldners, der das Geld zzgl. Zinsen zurückzahlen muss. Dafür muss er Leistungen erbringen.
Der Staat als Schuldner hat fast nie Leistung erbracht, er hat immer nur aufgeschuldet, in dem er die alten Schulden mit neuen Schulden bezahlte.
Das hat uns @dottore doch von früh bis spät ins Hirn gemeißelt. ![[[freude]]](images/smilies/freude.gif)
Ich weiß gar nicht, was ich jetzt noch schreiben soll.
Ich kann dieser Argumentation nur noch schwer folgen, weil die Rollen von Gläubigern und Schuldnern unklar bleiben.
Ich kann auch nicht nachvollziehen, wenn Du einerseits schreibst ..
Daraus läßt sich schlußfolgern, daß „viele dieser Schulden“ eben nicht mehr durch Anleihen in die Welt kommen.
.. um dann aber an dieser Stelle zu bemerken:
Doch tun wir, seit dem es QE gibt (also 2008/9). Damals fingen die ZBs an Anleihen direkt aufzukaufen. Vorher hatten sie sie als Pfand genutzt.
Einmal kauft die ZB die Anleihen direkt und dann entstehen wieder diese Schulden durch etwas anders, als eben durch diese Anleihen.
Wir kommen hier nicht wirklich weiter, obwohl wir meiner Ansicht nach nicht so weit auseinander liegen.
mfG
nereus