Ein paar Fragen zum Beitrag

nereus, Donnerstag, 14.04.2022, 20:09 (vor 1396 Tagen) @ Morpheus4102 Views

Hallo Morpheus!

Grundsätzlich bin ich mit Deinen Ausführungen einverstanden.
Der Text ist unbedingt eine Leseempfehlung. [[top]]

Ich erlaube mir dennoch einmal ein paar Auszüge aus Deinem Text zu kommentieren.

Du schreibst: Mit dieser folgenschweren Entscheidung von Bretton Woods bekam die US-Elite die von ihnen eigentlich angestrebte Möglichkeit, überall auf der Welt mit ihrer eigenen Währung Waren und Dienstleistungen einzukaufen.

Nicht nur das.
Wer das Welt-Geld kontrolliert, kontrolliert die Welt.
Der WHWC (Welt-Herrschafts-Wahn-Clan) [[freude]] war zu Beginn des 20. Jahrhunderts von London nach New York gezogen und mit dem US-Dollar als Leitwährung erschuf man dafür als Herrschaftsinstrument das ultimative Werkzeug.

Ich gehe übrigens davon aus, daß die Theoretiker dieser Idee wußten, daß irgendwann die Goldbindung beendet wird/beendet werden muß.
Ob damals schon die Öl-koppeln-an Dollar-Idee geboren war oder die „Besicherung“ nur über die militärische und wirtschaftliche Stärke erdacht wurde, sei dahingestellt.
Dazu müßte man alte Quellen durchforsten, ob sich dazu Hinweise finden lassen.

Nur erreichte das US-Außenhandelsdefizit weiterhin jedes Jahr neue Extreme und nur die Staatsverschuldung der USA hat von Januar 2020 bis Januar 2022, in zwei Jahren, um 6,4 Billionen also 6.400 Milliarden Dollar zugenommen. Viele dieser Schulden wurden nicht wie früher als Anleihen bestehender Dollar platziert, sondern direkt von der FED aufgekauft, die so direkt Dollar in Umlauf brachte.
..
Seit 2009 schaffen die westlichen Notenbanken so erstmalig Geld, dem keine Schuldner gegenüberstehen. Bis 2008 war jeder Dollar oder Euro, der sich im Geld-Umlauf befand, durch einen Kreditschuldner in Umlauf gelangt. Die Kreditschuldner, hatte das Geld (Banknoten) bekommen, mit der Auflage es zurückzahlen zu müssen. Dafür musste er arbeiten und Leistungen am Markt anbieten.

Hier muß ich mal reingrätschen, wenn Du gestattest. [[zwinker]]

Wie kommst Du darauf, daß die US-Schulden der 2020er Jahre nicht auf Anleihen basieren?
Daß tun sie sehr wohl, nur gibt es diesmal einen anderen Käufer.
Die FED übernimmt dies durch ein über Jahre laufendes Staats- und Hypothekenanleihekaufprogramm.

Fakt ist, das die FED (wie auch die EZB) hier in die Bresche springt, weil die Staatsschuldenpapiere am Markt nicht mehr verkauft werden können oder dies nur zu sehr schlechten Bedingungen.
Streng genommen ist das bereits eine Bankrotterklärung.

Und das diesmal keine Schuldner existieren, ist auch nicht ganz richtig.
Natürlich gibt es einen Schuldner.
Bei den Staatsanleihen ist es der Staat – wie immer – wer auch sonst?

Nur waren früher eben Pensionsfonds, Versicherungen oder Investoren die Gläubiger weil die Staatspapiere ordentliche Zinserträge abwarfen.
Ich erinnere nur an die "Bank mit angeschlossener Elektro-Abteilung" (SIEMENS), bei dem der Konzern seinen Gewinn vor allem über den Zinsertrag aus Staatsanleihen generierte.
Bei Nullzinsen oder „qualvoller“ Bonität geht aber die Attraktivität in die Binsen und daher springt jetzt die Zentralbank in die Käuferlücke.

Kannst Du mir da zustimmen oder siehst Du das grundsätzlich anders? [[hae]]
Das soll vorerst genügen.

mfG
nereus


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