Germanien

aliter, Samstag, 03.04.2021, 18:58 (vor 15 Tagen) @ Mephistopheles1975 Views

Die römische Armee war auf Getreide angewiesen. Das gab es jedoch im rückständigen Germanien nicht, wie schon Tacitus beklagte, weil die Germanen kaum Getreide anbauten, dafür aber Schweine au masse. Das Getreide musste deswegen von Rom aus beschafft werden. Damit war die Kriegführung enorm kostspielig, die zu erwartende Rendite aber äußerst - eben wegen der germanischen Rückständigkeit - dürftig.

Die Frage ist interessant, warum wollten die Römer, die Kriege vom kaufmännischen Gesichtspunkt aus sahen, Germanien erobern, es gab kein Zinn, kein Gold, kein Getreide, keine Wolle, das Land war etweder sumpfig oder bewaldet, die Küsten für Römer unbewohnbar, Tacitus hat das alles sehr schön beschrieben.

Der Auto des Buches "die unbequeme Nation" hat diese Frage auch gestellt und beantwortet. Natürlich hat man auch das in Rom hochmodische Blondhaar importiert aber hauptsächlich ging es um den Menschen. Wie Tacitus auch schrieb, jemand, der kein Geld kannte, es gering achtete, die Ehre seines Führers verteidigte und dabei sein eigenes Leben geringschätze war natürlich der ideale "Fremdenlegionär". Deswegen versuchte Rom Germanien zu erobern, schaffte es aber im wesentlichen nicht.
Soweit die Annahme über den Wert Germaniens.


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