Das ist ja nur eine emotionale Unterstellung...
Irgendwann mal gelesen. Ein Apalliker liegt im Pflegebett, kann sich nicht mehr mitteilen, ist dankbar für jeden Besuch seiner süßen Enkel, genießt die Besuche, er kann zwar nichts mehr mitteilen, aber empfinden, das warme Patschehändchen der Enkelin, der Singsang ihm naher menschlicher Stimmen.
...wenn er sich nicht mehr mitteilen kann, wie sollte er das kommuniziert haben? Und klar, natürlich freuen die sich über Besuche, aber wie oft sind die und rechtfertigen sie jahrelanges (u.U. schmerzhaftes, in jedem Fall enorm teures) Dahindämmern ohne dass ein Behandlungserfolg noch realistisch ist?
Es ist nicht jedem gegeben, von selbst loszulassen, aber solange man noch kommunizieren kann (dazu reichen auch die Augen), muss man nichts befürchten, schätze ich. Vom umgekehrten Fall, dass Leute dann einknicken und doch behandeln lassen (oder die Ärzte sich aufdrängen) habe ich deutlich öfter gehört. Sterbende verweigern z.B. irgendwann die Nahrung und dann kommt unwillkürlich das Argument "den wollen sie doch nicht verhungern lassen?" *zack* Magensonde rein.
unterschrieben. Nix mehr Enkel aufwachsen spüren. Alles schreit: Ich will aber doch noch leben! Zu spät.
Klingt als ob das ein Arzt geschrieben hat, wie er sich das halt so vorstellt (Ärzte haben meist Probleme mit dem Tod, weil sie das als persönliches Scheitern empfinden, wenn ihnen derart ihre Grenzen aufgezeigt werden). Wenn "alles nach weiterleben schreit", dann wird normalerweise nix abgestellt, die Angehörigen machen sich solche Entscheidungen ja auch nicht leicht, die müssen den Menschen ja auch erstmal gehen lassen, oft fällt denen das schwerer, als dem Sterbenden selbst.
Und bleiben wir realistisch: jemand der nicht mehr kommunizieren kann, wird schlicht seine Enkel nicht erleben, denn dazu muss man sie besuchen und mit ihnen spielen können. Wenn die alle zwei Wochen mal am Krankenbett stehen, in einer Mischung von Beklemmung und Langeweile, dann ist das nicht unbedingt das, an was man sich romantisch unter "aufwachsen sehen" vorstellt.
Ich persönlich habe deutlich mehr Angst davor, jahrelang bewegungslos und schön verdrahtet irgendwo dahinzudämmern, als davor, zu sterben. Schon deshalb, weil ich mittlerweile überzeugt bin, dass wir eben nicht weg sind, sondern das eigentliche Leben auf der anderen Seite stattfindet und wir hier nur ein Gastspiel haben.