Film "Eingeimpft" und Impfkritik: Verriss war zu erwarten / aus 2018 / Dr. Steffen Rabe und Dr. Martin Hirte

CWA, Donnerstag, 25.11.2021, 16:51 (vor 256 Tagen) @ stocksorcerer1555 Views

Passend zu dem Thema der impfkritische Film von 2017: "Eingeimpft"
"https://www.eingeimpft-film.de/"

Ärzteblatt:
"Sieveking bedient mit seinen Bildern und Gesprächen beharrlich fünf Punkte, die die WHO als Hauptgründe für das Nichtimpfen ausfindig gemacht hat (1) – und die ihm den Vorwurf einbringen, für eine Dokumentation unausgewogen zu berichten.

Mangelndes Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit von Impfungen sowie in die Empfehlungen anerkannter Institutionen: Im Film wird dies beispielsweise an den Aluminiumsalzen festgemacht, die Totimpfstoffen als Wirkverstärker zugefügt werden. So sagt Jessica unter Tränen, sie wolle, dass ihr Kind „metallfrei“ bleibe. Laut PEI enthält eine Impfdosis allerdings nur zwischen 0,1 und 0,8 Milligramm Aluminium (2). Nicht in Relation gesetzt wird, dass die tolerierbare wöchentliche orale Aufnahmemenge bei einem Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht liegt (3). Mitunter reicht daher eine einzige Portion Fisch aus, die wöchentliche Dosis zu erreichen (4).
Vermeintlich niedriges Krankheitsrisiko: Viele schwere Infektionskrankheiten wie Masern oder Keuchhusten sind durch Impfungen stark zurückgedrängt worden. Dass es selten zu Ausbrüchen kommt, hängt damit zusammen, dass die Mehrheit der Bevölkerung geimpft ist (Herdenimmunität).
Ausnutzen der Herdenimmunität als „Trittbrettfahr“: Nach dem Motto: Sollen sich doch die anderen impfen lassen, dann bin auch ich geschützt, wird im Film diskutiert. Eindringlich, aber vergeblich versucht ein Kinderarzt Jessica und David das Risiko zu verdeutlichen: „Früher sind in Ihrer Nachbarschaft viele Kinder an Diphtherie gestorben. Heute schwimmen Ihre Kinder auf der Welle, dass andere geimpft sind.“
Hoher Informationsbedarf: Viele Informationsquellen werden als gleichwertig betrachtet. Dadurch werden die evidenzbasierten Impfempfehlungen der STIKO genauso gewichtet wie die eines einzelnen Arztes, der möglicherweise nicht die Studienlage überblickt. Zudem neigen Menschen dazu, solchen Informationen Glauben zu schenken, die in das eigene Weltbild passen. Im Film treten die Risiken des Impfens somit überproportional in den Vordergrund.
Alltägliche Hindernisse: Während in Deutschland unbedeutende Anlässe dazu führen, Impfungen zu verschieben (wie bei den Filmeltern) oder gar zu unterlassen, nehmen in Entwicklungsländern die Menschen tagelange Wege auf sich, um ihre Kinder impfen zu lassen. Das stellt sogar Sievekind bewundernd in seinem Film fest.

Weitere Kritik im Ärzteblatt:
https://www.aerzteblatt.de/archiv/201700/Impfkritik-Verriss-war-zu-erwarten


Impfkritik: Verriss war zu erwarten
Dtsch Arztebl 2018; 115(41): A-1827 / B-1532 / C-1518
Hirte, Martin; Rabe, Steffen
Der aktuell in den Kinos gezeigte Film „Eingeimpft“ macht es dem Zuschauer unmöglich, sich sachlich fundiert eine Meinung zu bilden („Gut gemeint, aber Chance vertan“ von Vera Zylka-Menhorn und Dustin Grunert).


Es war zu erwarten, dass der Film „Eingeimpft“ auch im Ärzteblatt einen Verriss bekommt. Impfungen sind die heilige Kuh der Public-Health-Medizin, und das Impfdogma kennt nur Gläubige („gesicherte Informationen“) oder Ketzer („Fehlinformationen“). Ganz in diesem Sinn wirft die Autorin dem Filmemacher David Sieveking Unausgewogenheit und Fehlinformationen vor und fordert ihn auf, im Abspann des Films „seriöse Literatur“ zur Impffrage zu präsentieren. Doch selbst seriöse Fachleute stellen sich inzwischen die Frage, welche Literatur im Impfbereich wirklich seriös ist. ...

Bei der Beurteilung der Frage, ob die DTP-Impfung im ersten Lebensjahr zu einer höheren Sterblichkeit führen kann, war sich die von der Autorin zitierte SAGE-Arbeitsgruppe der WHO keineswegs einig („the working group members differed in their interpretation of the inconsistent results“). Daher müsse den Hinweisen dringend genauer nachgegangen werden („there is a need for more high quality randomised controlled trials, wherever feasible.“). ...

Sachlich gänzlich daneben liegt die Filmkritik bei der Frage der Aluminiumbelastung durch Impfstoffe, die sie mit der Belastung durch eine Fischmahlzeit vergleicht. Die enterale Resorption von Aluminium beträgt nach seriösen Berechnungen nur 0,1 bis 0,3 Prozent, während sich parenteral verabreichtes Aluminium nun einmal vollständig im Organismus befindet (Willhite 2014). So werden den Säuglingen in den ersten vier Lebensmonaten im Rahmen des üblichen Impfschemas 2,7 bis 3,9 mg Aluminium verabreicht. Impfungen sind damit die mit Abstand größte Aluminiumquelle im Säuglingsalter.

Dr. med. Martin Hirte, 80331 München,
Dr. med. Steffen Rabe, 81245 München


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