Eine Frage hierzu, an die Selbstdenker

Miesepeter, Montag, 22.11.2021, 14:25 (vor 9 Tagen) @ Julius Corrino1562 Views
bearbeitet von Miesepeter, Montag, 22.11.2021, 15:02

Es ist auch illusorisch, zu erwarten, daß in den bestausgebautesten Gerontokratien, die die Weltgeschichte jemals gesehen hat, die gewichtigste und letztlich einzig relevante Wählergruppe (die Alten) in irgendeiner Form gegen "Gesundheitsschutz" und "Vorsicht" stimmen werden. >
"Vergreisung" bezeichnet hier und heute übrigens nicht ausschließlich ein biologisches Phänomen, sondern sogar primär ein geistig-spirituelles: Auch die Jungen werden ja bereits als Greise in nuce geboren und auf ein Leben im Pensionistenfreizeitpark getrimmt.

Die Realität ist in jedem Falle, dass es diese Gruppen gibt und sie wohl die Mehrheit der Bevölkerung konstituieren. Diese Leute haben keine Zeit, Lust oder Kapazität, Dingen auf den Grund zu gehen und überlassen sich daher dem Urteil von Experten, heute klassifiziert als sog. "wissenschaftlicher Konsens".

Dieser "wissenschaftlichen Konsens" ist ganz offensichtlich ein Instrument, um die Entscheidungsfindung dieser Massen zu primen, im besten Falle aus utilitaristischen Motiven der allgemeinen Wohlfahrt. Soll heissen, wenn auch die induzierte Entscheidung nicht für jeden einzelnen die optimale Entscheidung ist, so ist sie im Aggregat statistisch dennoch nützlich. Wobei dann natürlich die statistische Qualität/Kompetenz eine entscheidende Rolle spielt, um da nicht einfachen Fehlschlüssen zu unterliegen.

Bei jedem Arztbesuch findet dieses Prinzip Anwendung: der Arzt handelt in 99% der Fälle aufgrund von Studien oder persönlichen Erfahrungen, letztendlich also statistischen Werten, und verordnet die Medikation, die ihm statistisch die höchsten Heilungsraten verspricht. Das passt für die Mehrheit der Patienten - aber eben nicht für jeden Patienten. Eine tiefgehende individuelle Einzelrisiko und -ursachenanalyse kann aber kein Arzt anstellen, dafür hat er gar nicht nicht die Zeit oder Mittel. Die hat im Zweifelsfalle nur der Patient, dem fehlt aber die Expertise.

Es gibt nur wenige Selbstdenker, die sich in wichtigen Fragen ausreichend Expertise aneignen können, um zumindest die statistisch empfohlenen Massnahmen zu hinterfragen oder gar selbst Entscheidungen über den eigenen Behandlungsprozess vorzunehmen.

Wir haben also im wesentlichen 3 Gruppen/Klassen:

- Die Mehrheit, welche auf statistisch ermittelte Vorgaben öffentlicher Wohlfahrt angewiesen ist und darauf vertraut

- Die technokratische Klasse, welche die Statistiken und die Vorgaben öffentlicher Wohlfahrt erstellet und umsetzt

- Die Individualisten, die eigene Entscheidungen treffen (können & wollen), weil diese genug Zeit, Mittel und Grips investieren, um individuell zu besseren Ergebnissen zu kommen als das statistische Mittel.

Jetzt meine Frage hierzu:

Warum meinen so viele dieser Individualisten, sie müssten oder könnten die erste Gruppe der Mehrheit - welche sich nicht in die Einzelheiten der Materie einarbeiten kann oder möchte - davon überzeugen, dass die statistischen Vorgaben für sie nicht optimal sind? Diese Mehrheit hat daran überhaupt kein Interesse. Wenn ihnen jemand auf dem Silbertablett eine bessere Lösung kostenlos offeriert, sicher, das nehmen sie mit, aber wenn es Energie erfordert, diese Lösung anzunehmen, dann lehnen sie ab.

Tatsächlich ist doch das Problem für die 3.Gruppe allein, daß die technokratische Klasse die Vorgaben allgemeingültig darstellt und umsetzt, obwohl sie in Ausnahmefällen aus individualistischer Sicht eventuell nicht die optimale Lösung darstellen.

Der Konflikt hat also mit der ersten Gruppe gar nichts zu tun, sondern betrifft alleinig die Frage, wie kann sich die dritte Gruppe einem gesetzlichen Diktat der zweiten Gruppe entziehen bzw dieses unterminieren, sabotieren, aufweichen o.ä., evtl auch für sich Sonderbehandlungen aushandeln. Da es sich in dieser Gruppe um Selbstdenker handelt, muss das doch zu bewerkstelligen sein? Sollte nicht darauf der Fokus liegen?

Gruss,
mp


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