Über die Dialektik des Knieens
[Zum thematisch passenden Beitrag und Thread verschoben. HM]
Landauf, landab knien sich die Leute vor Schwarzen nieder oder waschen ihnen knieend die Füße. Das Ganze wird verkauft als Zeichen der Selbstkritik, des Anerkennens des Leids der früher (!) ausgebeuteten Rassen usw. usf.
Was mir dabei auffällt, ist, dass die Verhaltensweise im Kern eine Selbstüberhöhung ist. Sie drückt unter heutigen Bedingungen die gleiche kulturelle Überheblichkeit aus, wie in früheren Zeiten die Peitsche im Rücken der Sklaven und Leibeigenen. Das Hinknien ist nur an der Oberfläche eine Bitte der Vergebung. Im Kern aber ist es die Forderung nach kultureller Dominanz: Wir bestimmen, was gut und richtig ist. Unser Verhalten ist das einzig moralisch Richtige. Die kulturelle Dominanz zielt primär gegen den politischen Gegner, aber trifft ironischer Weise auch die Schwarzen usw.
Jesus Christus war eben halt auch ein göttlich begnadeter Machtpolitiker.
Tatsächlich ethisch richtig wäre gemeinsame Trauer im gegenseitigen Respekt.
Dass die demografisch-wirtschaftliche Basis für eine kulturelle Dominanz in Auflösung ist, und die ganze Aufführung eine Sache der Vergangenheit ist, lasse ich hier mal weg.