Für Eigenheimbesitzer als Drittwagen praktikabel.
Wer öfter mit dem Auto Langstrecke fahren muß, wird bemerkt haben, daß man doch eher selten die reinen E-Autos sieht, noch seltener im Winter.
Aber das soll nicht mein Thema sein.
Warum haben E-Autos für mich keine Zukunft?
Ich wohne in einer Mietskaserne, die nächste Ladestation ist nahe, nur gut 500 Meter entfernt.
Wer als erster kommt, kann an dieser Doppelbox auch seinen täglich Saft zapfen, relativ preiswert, denn die ist von den Stadtwerken, die den Strom noch subventioniert für um die 30-40Cent/kWh anbieten.
ABER:
Wenn ich von der Arbeit komme, muß ich hoffen, daß diese Doppelbox nicht belegt ist, sonst tanke ich nicht auf und riskiere einen im Ernstfall nicht ausreichend einsatzbereites KFZ, oder begebe ich auf die Suche nach anderen Zapfsäulen.
Zapfen und Tanken darf ich, danach kommt das Knöllchen, wenn ich weiter bis zum nächsten Morgen dort stehen bleibe, also muß ich mir den Wecker stellen und das Auto nach 1-4 Stunden von dort wegfahren.
Das ist alles sehr unpraktisch und wer mag täglich oder alle paar Tage nochmals wandernd das Haus verlassen und, wenn in der Nähe keine freie Ladesäule ist, auch weiter wandern? Im Winter!!!
Parken kann ich mit dem Normalauto irgendwo im Umfeld und meine Einkäufe nach oben bringen, fertig.
Mit dem E-Auto fahre ich erst zum normalen Parkplatz, bringe meine Einkäufe nach oben, muß dann zum Tanken wieder runter, das Auto zur Ladesäule fahren, nach Hause laufen, dann den Wecker stellen, wieder runter, zur Ladestation, das Auto wieder wegfahren, dann sind aber die guten Parkplätze inzwischen vergeben und ich finde auch nur einen entfernteren Parkplatz (meistens, natürlich nicht immer), dann kann ich wieder nach oben und endlich mein normales Leben fortsetzen.
Für den Hausbesitzer, der vielleicht eine eigene Solaranlage auf dem Dach, dazu einen großen Batteriespeicher in der Garage hat, mag das alles praktikabel sein, aber für Kleinstädter ohne funktionablen und nutzbaren ÖPNV, ist das alles keine wirkliche Alternative.
Ob der Unterhalt nun einige Cent mehr oder weniger beträgt, ist für den Alltag nicht so entscheidend, auch höhere Gesamtkosten für E-Autos wären nicht der Haupthindernisgrund, auf ein E-Auto zu wechseln.
Das tägliche Handling ist es, was dem E-Auto nicht den Massendurchbruch gelingen läßt, trotz besserem Fahrgefühl.
Mit meinem Diesel muß ich nur alle 1-2 Monate zum Tanken, mit dem E-Auto darf ich fast täglich Kabelsalat entwirren.
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MfG
LR
Alles ist ein Windhauch.