Wir können den Spieß auch gerne mal umdrehen

trosinette, Dienstag, 09.11.2021, 09:24 (vor 1533 Tagen) @ Beo22648 Views

Guten Tag,

Ich sagte Dir bereits, dass mir der Tauschhandel NICHT wichtig ist. Nur, ich belüge mich nicht gerne - und das ist mir wirklich sehr wichtig!

Das glaube ich Dir gerne. Der Sachverhalt ist unwichtig, wichtig ist nur, dass Du recht behältst.

Bei dem Anspruch, sich nicht selbst zu belügen, besteht das Problem, dass man sich um sich selbst kaum kümmert. So wie Du, studiert man jahrzehntelang andere Dinge und hat von sich selbst, die eigene Außenwirkung, Motivation und Beweggründe kaum eine Ahnung. Das es bei Dir anders ist und Du im Bezug auf Deine Person natürlich voll im Bilde bist, brauchst Du mir nicht zu sagen, das ist mir schon klar.

Irgendwelche Belege? Fehlanzeige!

Ich versuche meine Thesen nicht zu belegen. Meine Thesen sind nur meine persönliche Ableitung daraus, wie sich mir die Welt und die Zivilisationsgeschichte darstellt. Einen absoluten Waghrheitsanspuch zu erhaben ist mir leider nicht mögglich, weil ich es mit der Unterscheidung von Wissen, Glauben und Lüge sehr genau nehme. Ich weiß, dass ich das allermeist, was ich zu wissen meine, eigentlich nur glaube. Wer vorgibt etwas zu Wissen, hat nur aufgehört es zu hinterfragen. Deshalb bezeichne ich mich auch als Debitismus Gläubigen.

Ich glaube nicht, dass das Geld aus der Tauschneigung des Menschen heraus entstanden ist und das gute Geld „nur“ von bösen Leuten zu missbräuchlichen Zwecken gekapert wurde. Für mich ist Geld vielmehr ein direkter Abkömmling des Bösen und ich glaube, damit dichter an der Wahrheit zu sein als die wirtschaftswissenschaftlichen Schönredner mit ihrem Tauschparadigma.

Irgendwelche Belege? Fehlanzeige!

Du willst, Belege dafür, dass Menschen dazu neigen sich Dinge schönzureden und das Geld unser ganzes Leben bis in den letzten Winkel durchdrungen hat? Was soll diese billige und hilflose Provokation? Soll ich davon ausgehen, dass Geld, nach Deiner Wahrnehmung im Leben der Menschen nur eine Nebenrolle spielt und wir alle Dinge in der Regel sachlich, unvoreingenommen und objektiv betrachten?

Tauschhandel bis zu den heutigen Tagen wirklich gegeben hat und dies bis ins 16. Jh. die absolut dominierende Form der Handelsgeschäfte war (wie ich gezeigt habe), ist ein gutes Omen für die Zukunft der Menschheit. Nur, Du verstehst das nicht.

Verstehe ich wirklich nicht. Ist es Dir nun unwichtig, wie Du oben schreibst, oder ein gutes Omen für die Zukunft??

In welchem Verhältnis standen Handelsgeschäfte bis ins 16. Jahrhundert zur Lebensbewältigung der damaligen Menschheit? Waren Handelsgeschäfte ein herrschaftliches Spielchen der oberen 10.000 oder ein Massenphänomen, in das Hinz und Kunz existentiell involviert waren? Oder waren die meisten Menschen von diesen Handelsgeschäften, die Du für die Zukunft der Menschheit für ein gutes Omen hältst, garnicht direkt betroffen?

Mit freundlichen Grüßen
Schneider


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