Tausch & Wirtschaft
Hallo Beo2!
Der Tauschhandel setzte die "Urschuld" doch keineswegs außer Kraft. Und wo die Urschuld war, da war doch auch der Debitismus. Oder?
Nein. Kannst ja mal versuchen einen Löwen mit Dollarscheinen zu bestechen, statt dass er dich einfach verspeist. Aber die Tatsache, dass es angenehmer ist, andere für sich - per Zwang - arbeiten zu lassen, macht es möglich.
Und zweitens: Warum sollte ich den Tauschhandel nicht als "Wirtschaft" bezeichnen dürfen? Hast Du da etwa die Deutungshoheit gepachtet?
Ich habe dir das nicht verboten.
Ich markiere den historischen Beginn des Wirtschaftens da, wo .. die natürlich gewachsenen Menschengruppen (Gemeinschaften) begannen, ihre Naturalüberschüsse gegen Naturalüberschüsse benachbarter und weit entfernter Gruppen auszutauschen. Und diese Überschussproduktion wurde gewiss durch zunehmende Aufgaben- und Arbeitsteilung innerhalb der Gruppen möglich. Das war doch sehr vernünftig und für alle Beteiligten lohnend, wo doch jede Gruppe NICHT alles Schöne und Nützliche selbst produzieren konnte .. oder nicht in der gleichen Qualität wie die anderen (wie z.B. Metalle, Werkzeug, Waffen, Keramik, Bernstein, seltene Felle, Seide, Salz, Gold-/Silbergefäße, Farbpigmente, Gewürze, Wein, Elfenbein etc. usf.). Fast jede Gemeinschaft hatte doch ihre speziellen Spitzen- oder einmaligen Produkte anzubieten .. unter Wahrung ihres Herstellergeheimnisses natürlich - so wie heute auch. Die Menschen waren damals gewiss nicht strohdumm! Es lagen ja auch nicht überall die gleichen Rohstoffe und Ressourcen herum.
Und am Ende dieser Tauschvorgänge stehen Volkswagen-Automobile? Verstehe ich das richtig? Oder gab es da noch Zwischenschritte? Wie erklärst du dir Feudalstrukturen aus dem Tauschhandel heraus? Was ist da passiert, damit es zur Sklaverei kommen konnte?
Oder steht nicht vielmehr die Versklavung der Gruppe A durch Gruppe B am Anfang?
Gruß vom
Rybezahl.