Realität oder Fassade?
Diese weltreisenden Manager werden sich schon aus Selbstschutz nicht potentiell karriereknickend exponieren und bewegen sich halt in einem "sicheren" Korridor = Mainstream. Welche tatsächliche Überzeugung Dein Gegenüber hat, wird er, sollte diese vom Mainstream abweichen, im Small Talk routiniert verbergen.
Meine Erfahrung ist, dass in privaterer Atmosphäre teils deutlich anders gesprochen wird, als in weniger privater.
Deine Liste an vorgebrachten Stichpunkten erscheint mir oberflächlich defensiv, wobei mir der Punkt der mangelnden Buntheit der Gesellschaft doch etwas komisch erscheint. Es ist aber wohl schwer zu verkraften, zu sehen, wie die lange geglaubte eigene Führungsrolle plötzlich von anderen übernommen wird, man aber selbst überhaupt nichts an der Entwicklung ändern kann.
Wir hatten schon mal eine ähnliche Situation, als die Japaner zeigten, wie man Qualität in die Autos baut. Als die ersten kleinen Hondas beim Test noch aus der Kurve flogen hat man gelacht, später hat man in Japan Kurse besucht. Da hat unsere Automobilindustrie noch ohne EU-Planwirtschaft gearbeitet.
Bei aller Kritik, ich kenne Manager, die rödeln 6 Tage in der Woche, auch um einen immer größeren bürokratischen Aufwand zu stemmen, und informieren sich halb müde am Abend über die Tagesschau oder im Auto über den DLF. So lange die gut Ausgebildeten im Arbeitsalltag gebunden waren, konnte sich die in diesem Alltag Chancenlose im politischen Sumpf breit machen, mit dem bekannten Ergebnis. Es wäre zu wünschen, dass die erfahrenen Leute, die jetzt bald mehr Zeit haben, diese nutzen, um diesen Sumpf trocken zu legen.