Vermutlich nein - Theorien zur Infrastruktur gab es aber schon ab 1967

Fairlane, Sonntag, 30.03.2025, 13:39 (vor 4 Tagen) @ Plancius1536 Views

Ich hatte hier schon vor längerer Zeit einmal auf Lewis Mumford hingewiesen und sein zweiteiliges Werk "The Myth of the Machine" und "The Pentagon of Power".

Ein zentraler Punkt seiner Argumentation ist, dass groß angelegte technische Systeme und Infrastrukturen irgendwann einen Punkt erreichen, an dem sie nicht mehr nachhaltig instand gehalten oder reformiert werden können.

Er argumentierte, dass Städte und ihre Infrastrukturen oft so wachsen, dass ihre Komplexität und ihr Ressourcenbedarf ihre langfristige Wartung unmöglich machen. Dadurch drohen sie, in eine Phase des Verfalls oder Zusammenbruchs überzugehen. Mumford sah diese Entwicklung als Teil eines größeren historischen Musters, in dem technokratische Gesellschaften dazu neigen, über ihre eigenen Möglichkeiten hinauszuwachsen – ein Prozess, den er mit dem Begriff „Megamaschine“ beschrieb.

Sein Werk ist also eine Warnung davor, dass rein technologische Lösungen für gesellschaftliche Probleme oft in eine Sackgasse führen, wenn sie nicht mit einer nachhaltigen, menschlichen und ökologischen Perspektive kombiniert werden.

Wobei man über den Begriff der "ökologischen Perspektive" meiner Ansicht nach anderer Meinung sein kann. Vermutlich reicht es schon aus immer mehr zu bauen, anstatt auch mal zu sanieren.

Nicht zu vergessen ist, dass unserer Politik die Schwerpunkte der Verwendung von Steuermitteln eben weniger auf den Erhalt der Infrastruktur gelegt haben; im Gelben ist meiner Ansicht nach hinreichend bekannt, wie es um die Mittelverwendung steht, ebenso und erschwerend die Bürokratie um Ausschreibungen.

Vielleicht haben unsere Entscheider dieses überaus interessante Werk von Mumford nie beachtet, oder einfach ignoriert. Hauptsache man wird ein, oder zwei mal gewählt, bringt ein tolles, neues Projekt auf den Weg, lässt sich feiern und verabschiedet sich dann in einen Aufsichtsrats-Posten oder geht in den "wohl verdienten" Ruhestand frei nach dem Motto "Meine Schäfchen sind im Trockenen & nach mir die Sintflut".

Meiner Ansicht nach wird sich die Abwärtsbewegung nicht aufhalten lassen.


Gruß, Fairlane


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